Politik | 13.03.2016, 13:00 Uhr

Gut besuchter Vortrag der GSP in der 1. Ahrweiler Freiheitswoche

Keine Freiheit ohne Sicherheit

Die Gäste wurden begrüßt (v.l.): Ghazel Wahisi, Stellvertretende Vorsitzende Förderverein Ahrweiler Freiheitswochen, Brigadegeneral Axel Binder, Kommandeur Strategische Aufklärung in Gelsdorf, mit Frau und Wolfgang Grambs, Projektleiter Freiheitswoche.privat
21

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Anlässlich der 1.Ahrweiler Freiheitswoche und eingebunden in das vielfältige Programm lud die Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. zum Vortrag „Freiheit und internationale Sicherheit“. Im historischen Rathaussaal der Stadt begrüßte Detlev Koch, 1. Beigeordneter der Stadt, vor über 130 Zuhörern die Gäste darunter unter anderem Brigadegeneral Axel Binder als neuen Kommandeur des Kommandos Strategische Aufklärung in Gelsdorf und dankte Ghazel Wahisi als Stellvertretende Vorsitzende der „Freiheiter“ für die Initiative und das Engagement des Fördervereins ein solch hochkarätiges vielseitiges Programm zu etablieren.

Sektionsleiter Gerd-Heinz Haverbusch betonte, dass Freiheit für die Gesellschaft für Sicherheitspolitik der zentrale Begriff der sicherheitspolitischen Öffentlichkeitsarbeit ist und sich die GSP schon seit über 64 Jahren für Frieden in Freiheit engagiert. Er begrüßte dann den Referenten Generalleutnant a.D. Kersten Lahl, ehemaliger Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, und leitete zum Vortrag über.

Freiheit und Sicherheit stehen in keinem Gegensatz, sondern bedingen einander. Es gibt weder Freiheit ohne Sicherheit noch Sicherheit ohne Freiheit, dies gelte auch für die internationale Politik, betonte der Referent! Da sich Deutschland und Europa mitten in einem Krisenmodus befinden, gefährde der gegenwärtige Verlust an Kontrolle und aktiver Gestaltung Freiheit und Sicherheit gleichermaßen. In der Sicherheitspolitik gibt es keine Patentrezepte oder gar einfache Lösungen. Dazu ist die Welt zu komplex und wir müssen uns von einigen scheinbar bequemen Illusionen lösen. Diese betreffen derzeit vor allem drei Konfliktbereiche: die russische Außenpolitik, die Bekämpfung des internationalen Terrorismus und die Antworten auf die aktuellen Flüchtlingsbewegungen. Russlands Vorgehen diene weder der Freiheit noch der Sicherheit in Europa. Es schafft in Osteuropa und im Mittleren Osten nur Verlierer auf allen Seiten. Der Westen müsse antworten mit einer Solidarität untereinander, einem offenen Dialog mit Russland und glaubwürdiger Abschreckung.

Schutz und Freiheit vor dem islamischen Terror lässt sich alleine durch militärische Bekämpfung nicht erreichen. Luftangriffe und Bodenoffensiven werden an den vielen konträren Interessen in der Region scheitern (müssen). Letztlich fehlen Konzepte, die der arabischen und nordafrikanischen Bevölkerung vor Ort glaubhafte Perspektiven eröffnen und ihre Unterstützung für Terrormilizen untergraben. Nationale Abschottung zur Bewältigung der Flüchtlingskrise greife zu kurz. Ein nötiger Zusammenschluss in Europa wird dabei unterminiert und lenkt darüber hinaus von den tieferen Fluchtursachen ab wie Bürgerkriege im Zuge des Zerfalls von fragilen Staaten, massive Verschlechterungen der Lebensbedingungen unter anderem durch den Klimawandel, global unausgewogene demografische Entwicklungen etc.. Trotz aller nationalen Abwehrversuche wird der Trend zur globalen Migration ungebrochen bleiben, vor allem solange sich die Rahmenbedingungen nicht ändern. Europa kann nur dann wieder Handlungs- und Gestaltungsfreiheit gewinnen nämlich bei einer Wiederbelebung der gegenseitigen Solidarität sowie einer Ausrichtung auf langfristig angelegten und gemeinsam getragenen Strategien. Das heißt unter anderem Konzepte schaffen für den Mittleren Osten und Afrika, Einbindung Russlands in eine europäische Friedensordnung, Energieversorgungsstrategien, Rüstungsexportgrundsätze wie auch europäische Abstimmungen bei Verteidigungsplanungen. Als Fazit bleibt nur die Erkenntnis im Zeitalter der Globalisierung und Transnationalisierung das Fernlicht einzuschalten, um dem Wunsch nach Freiheit und Sicherheit zu genügen. Auf Krisen immer nur zu reagieren, schaffe keinen sinnvollen Anspruch.

Pressemitteilung der GSP

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Generalleutnant a.D. Kersten Lahl beim Vortrag.

Generalleutnant a.D. Kersten Lahl beim Vortrag.

Die Gäste wurden begrüßt (v.l.): Ghazel Wahisi, Stellvertretende Vorsitzende Förderverein Ahrweiler Freiheitswochen, Brigadegeneral Axel Binder, Kommandeur Strategische Aufklärung in Gelsdorf, mit Frau und Wolfgang Grambs, Projektleiter Freiheitswoche.Fotos: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Die Ahrtal-Werke legten dem Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler für 2025 eine Jahresbilanz von 85,4 Millionen Euro vor.  Foto: GS
135

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Ahrtal-Werke um die Geschäftsführung mit Dominik Neswadba und Thomas Hoppenz sind weiter auf gutem Kurs. Daher folgte der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler am Montagabend dem Aufsichtsrat des kommunalen Energieversorgers und stimmte dem vorgelegten Jahresabschluss 2025 einstimmig zu. Das Gremium beauftragte Bürgermeister Pascal Rowald, in der Gesellschafterversammlung dem Jahresabschluss der Ahrtal-Werke für das 2025 zuzustimmen und den Aufsichtsrat zu entlasten.

Weiterlesen

Die Einrichtung einer IGS an der Regionalen Schule Brohltal wurde bereits im März vom Kreistag abgelehnt. Jetzt scheiterte auch ein FWG-Antrag auf eine neue neutrale Untersuchung der Schülerzahlen im Kreis Ahrweiler.  Foto: GS
142

Kreis Ahrweiler. Im März hat der Kreistag von Ahrweiler den Antrag der Freien Wähler auf Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) an der Regionalen Schule Brohltal in Niederzissen abgelehnt. Dies unter anderem mit der Begründung des beratenden „biRegio“-Planungsbüros in schulpolitischen Entscheidungen, dass „eine „IGS Niederzissen die IGS Remagen empfindlich tangieren würde“.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Monatliche Anzeige
Dauerauftrag
Karnevalsauftakt in Mülheim-Kärlich
Stellenanzeige: Sachbearbeiter Vorzimmer und Gärtner (m/w/d)
Weitere Artikel
In Brogsitters Gasthaus Sanct Peter wurden die besten Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet.
1881

Siegerweine zeigen die außergewöhnliche Klasse an der Ahr

Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zum 16. Mal zeichnete der Weinpreis „Ahrwein des Jahres“ die besten Weine des Anbaugebiets Ahr aus. Insgesamt 97 Weine wurden in diesem Jahr in sechs Kategorien bewertet. Die Preisverleihung fand in Brogsitters Gasthaus St. Peter in Walporzheim statt, wo Winzerinnen, Winzer und Weinfachleute zusammenkamen, um die Siegerweine zu würdigen.

Von Barbara Knieps aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

50 ehrenamtlichen Ordnern
577

Koblenz. Angeführt von Alexandra Susenburger und ihrem Hengst Cartujano zogen erneut rund 2.000 Teilnehmende vom Münzplatz durch die Straßen und Gassen der Koblenzer Altstadt zum Deutschen Eck. Musikalisch unterstützt wurde der Zug durch die Musikvereine von Löf und Rhens und dem Posaunenchor des Evangelischen Gemeindeverbandes.

Von "Unsere Altstadt" aus Koblenz

Weiterlesen