Kita-Trägerschaft Unkel
Kita-Trägerschaft und Bauhöfe in Verbandsgemeinde Unkel sinnvoll organisieren
Unkel. In der letzten Ratssitzung des Stadtrates von Unkel stand neben anderen Themen der Tagesordnungspunkt „Trägerschaft der Kita“ auf dem Programm. Wie bei den anderen Ortsgemeinden auch, hatte die Verbandsgemeindeverwaltung in Unkel den Vorschlag unterbreitet, die Trägerschaft für Personal und Gebäude zu übernehmen.
Eine Aufgabe, für die die Verbandsgemeindestruktur geschaffen wurde: Kleinere Gemeinden sollten bei bestimmten Aufgaben entlastet werden, wenn sie personell und finanziell an ihre Grenzen kommen. Gerade bei Schulen und Kindertagesstätten können erhebliche Kosten und ein beträchtlicher Verwaltungsaufwand entstehen.
Doch in den Kommunen der Verbandsgemeinde Unkel scheinen diese Argumente nicht zu zählen. Anstatt einen Ansprechpartner auf Ebene der Verbandsgemeinde für die Kitas zu haben, einschließlich Personaleinstellung und Personaleinsatz, lehnen die Kommunen eine solche Einrichtung und die Übernahme der Trägerschaft durch die VG Unkel ab.
Kurios sind hierbei die Begründungen, die von der kommunalen Eigenverantwortung bis hin zu der Befürchtung reichen, Aushilfserzieher würden die pädagogischen Konzepte der jeweiligen Einrichtung nicht kennen.
Konkret heißt dies: Lieber fallen Betreuungszeiten in der Kita aus und Kitapersonal fehlt, als dass Personal bei einer gemeinsamen Trägerschaft im Bedarfsfall zwischen den Einrichtungen eingesetzt werden könnte. Natürlich müssen pädagogische Konzepte berücksichtigt werden. Aber wäre es nicht sinnvoller, Personalengpässe innerhalb einer gemeinsamen Trägerstruktur besser auffangen zu können?
Auch bei der viel beschworenen Eigenverantwortung muss man genauer hinsehen. Die Verwaltung eines Kita-Gebäudes sowie die Personaleinstellung und -verwaltung bereiten den ehrenamtlichen Bürgermeistern erheblichen zusätzlichen Aufwand und verursachen Kosten. Wie am Beispiel Rheinbreitbach gesehen werden kann, kostet der Bau einer neuen Kita schnell einen siebenstelligen Betrag und belastet den kommunalen Haushalt erheblich. Auch die Ortsgemeinde Erpel hat bei der Sanierung ihrer Kita erfahren, welche finanziellen Belastungen mit einer solchen Aufgabe verbunden sein können.
Die Eigenverantwortung der einzelnen Kommunen kostet somit nicht nur Zeit, sondern kann die Bürger auch erheblich finanziell belasten. Dabei gibt es mit einer gemeinsamen Trägerschaft auf Ebene der Verbandsgemeinde eine Alternative, die zumindest geprüft werden sollte. Dass gemeinsame Strukturen funktionieren können, zeigt beispielsweise die Verbandsgemeinde Asbach.
Ähnlich verhält es sich mit den Bauhöfen der Ortsgemeinden. Jede Kommune betreibt eigene Gebäude zur Unterbringung von Fahrzeugen und Material. Fahrzeuge, Maschinen und Geräte müssen mehrfach vorgehalten werden, obwohl sie möglicherweise nicht überall gleichzeitig benötigt werden. Ein zentraler beziehungsweise gemeinsam organisierter Bauhof könnte hier Geld sparen und Material sowie Personal effizienter einsetzen.
Doch auch hier scheint die Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde zu fehlen.
Es ist Zeit, diesem finanziellen und personellen Kirchturmdenken ein Ende zu bereiten.
Die Verbandsgemeinde Asbach zeigt, dass gemeinsame Kita-Trägerschaften sowie ein gemeinsamer Bauhof einen Mehrwert für die Bürger darstellen können, die Ortsbürgermeister entlasten und Ausgaben reduzieren können.
Warum soll das, was andernorts funktioniert, in der Verbandsgemeinde Unkel nicht zumindest ernsthaft geprüft werden?
Letztlich geht es nicht darum, den Kommunen ihre Eigenständigkeit zu nehmen. Es geht darum, öffentliche Aufgaben so zu organisieren, dass sie auch in Zukunft personell und finanziell leistbar bleiben.
Und genau deshalb sollte am Ende nicht nur der Rat gefragt werden, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Unkel.
Thomas Napp, Rheinbreitbach
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Kitastrukturen müssen neu gedacht und erlernt werden ähnlich wie Kinder neue Fähigkeiten erlernen. Foto: Pixabay