Politik | 09.06.2020

CDU Rheinbach wählte Kommunalwahl-Kandidaten

Klares Votum der Christdemokraten für die Gruppe um Markus Pütz und Bernd Beißel

Innerparteiliche Streitigkeiten zwischen den beiden verfeindeten Lagern scheint geklärt

Mehr als 300 Christdemokraten bevölkerten die Tennishalle am Sportpark bei der denkwürdigen Wahlversammlung der Rheinbacher CDU. Fotos: Jost

Rheinbach. Mehr als 300 Mitglieder der Rheinbacher CDU bevölkerten die Tennishalle am Sportpark bei einer denkwürdigen Wahlversammlung, die in zweierlei Hinsicht für klare Verhältnisse sorgte. Zum einen wurde der 43-jährige Unternehmer Oliver Wolf ohne Gegenkandidat mit 241 Ja-Stimmen (80,6 Prozent) zum Bürgermeisterkandidaten gekürt, bei 41 Nein-Stimmen und 16 Enthaltungen. Zum anderen wurde der seit Langem schwelende parteiinterne Streit zwischen zwei verfeindeten Lagern zugunsten der Gruppe um den Stadtverbandsvorsitzenden Markus Pütz und den ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Bernd Beißel entschieden. Ob die Bitte von Pütz fruchtet, sich nach der Veranstaltung in Einigkeit hinter dem gemeinsam gewählten Bürgermeisterkandidaten zu versammeln, werden die nächsten Wochen zeigen.

Aufmüpfige Linksrheiner disziplinieren

Der ehemalige Kölner Regierungspräsident Heinz-Peter Lindlar machte als Versammlungsleiter gleich zu Beginn augenzwinkernd klar, dass er als Rechtsrheiner die aufmüpfigen Linksrheiner disziplinieren werde. Er kenne die Situation mit zwei konkurrierenden Gruppierungen aus seinem CDU-Stadtverband Hennef, „aber wenn Sie hier rausgehen und die Versammlung vorbei ist, muss das Thema beerdigt sein!“, rief er unter dem tosenden Applaus der Teilnehmer. „Die Bürger, die unsere Wähler sind, hassen nichts mehr als Knies in der Partei“, wusste er und wünsche sich, dass sich nach der Wahlveranstaltung alle „im Indianerschritt hintereinander reihen, um die Wahl zu gewinnen.“ Rheinbach sei ein christdemokratischer Leuchtturm im Linksrheinischen, „wenn der fällt, wird es für den ganzen Kreisverband verheerend.“

Bei der Wahl der Bewerber für die 18 Wahlbezirke kam es endlich zum lang erwarteten Showdown zwischen den beiden konkurrierenden Gruppen innerhalb der Rheinbacher CDU. Eigentlich hatte man ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Gruppe um den Stadtverbandsvorsitzenden Markus Pütz und den ehemaligen Fraktionschef Bernd Beißel auf der einen Seite und der etwa gleich starken Gruppe um die derzeitige Fraktionsvorsitzende Silke Josten-Schneider auf der anderen Seite erwartet. Doch es kam anders.

Pütz-Mannschaft eroberte sämtliche Kandidatenplätze

Die Pütz-Mannschaft eroberte sämtliche Kandidatenplätze mit deutlichem Vorsprung vor der Gruppe um Josten-Schneider.

Deren Verbündeter Hinrich Kramme unterlag in der ersten Kampfabstimmung um den Wahlbezirk 020 (Am Blümlingspfad) seine Kontrahenten Bruno Weber mit 101 zu 185 Stimmen deutlicher als erwartet. Im Anschluss musste sich Silke Josten-Schneider selbst in der Kampfkandidatur um den Wahlbezirk 030 (Heeg, Römerkanal) mit 113 gegen 169 Stimmen ihrer Widersacherin Karin Schulze geschlagen geben. Nach dieser saftigen Klatsche der ersten beiden Kandidaten war die weitere Entwicklung abzusehen, deshalb zog Kramme im Namen von Josten-Schneider die komplette Liste zurück. Damit war der Weg frei für die Kandidaten des Stadtverbandes, die allesamt ohne Gegner aufgestellt wurden. Die CDU-Kreisvorsitzende Elisabeth Winkelmeier-Becker appellierte zum Schluss an die Unterlegenen: „Bleiben Sie dabei, auch wenn das Ergebnis nicht ihr Wunschergebnis ist. Sie sind bei den Guten, bei der Union, die das Land trägt mit guten Ideen und praktikablen Lösungen.“

Oliver Wolf mit großer Mehrheit zum Bürgermeisterkandidaten gekürt

Zuvor hatte die Wahl des Bürgermeisterkandidaten der Rheinbacher CDU auf dem Programm gestanden. Der vom CDU-Stadtverband vorgeschlagene Oliver Wolf (43) hatte hierbei keinen Gegenkandidaten. In seiner viertelstündigen Vorstellungsrede erklärte er, er sei kein Politiker, sondern Unternehmer, bewerbe sich dennoch für ein politisches Amt und wolle damit ein Zeichen für einen Neuanfang setzen. „Denn ein Neuanfang ist es, was unsere Rheinbacher CDU definitiv braucht.“ Deshalb müsse man es schaffen, am Ende der Veranstaltung aus der Halle zu gehen mit dem gemeinsamen klaren Ziel, gegen die Phalanx der vier verbündeten Gegenparteien zusammenzustehen.

In seiner Vision sei kein Verwaltungsfachmann an der Spitze der Stadt notwendig, denn im Rathaus gebe es schon unheimlich viele gute und motivierte Fachleute. Es gelte vielmehr, alle Kompetenzen zu bündeln für ein gemeinsames Ziel. „Ich werde mit Sicherheit viel lernen müssen, und ich bin bereit dazu“, betonte Wolf und wies zugleich darauf hin, dass er als langjähriger Unternehmer in erster Linie ein Macher sei, das habe er bereits in zahlreichen Projekten in Rheinbach gezeigt.

Kinder sind sein wichtigstes Thema

Wichtigstes Thema für ihn seien die Kinder, „denn die sind unsere Zukunft“, so der Vater zweier Kinder im Vorschulalter. Es müsse alles daran gesetzt werden, denen eine lebenswerte Welt und ein liebenswertes Rheinbach zu hinterlassen. Leider habe die CDU das Thema „Umwelt“ über viele Jahre hinweg vernachlässigt, deshalb gelte es jetzt umso mehr, das Thema entschieden anzupacken. „Die Sauberkeit der Innenstadt ist eine Visitenkarte für Rheinbach“, erklärte Wolf unter dem tosenden Beifall der Christdemokraten und versprach, sich dafür besonders einzusetzen. Dazu gehöre auch, den Leerstand im Einzelhandel in der Innenstadt anzupacken, denn das könne sich zu einem großen Problem entwickeln. Als Vorsitzender des Rheinbacher Gewerbevereins wünscht er sich, dass man die Gewerbetreibenden stärker unterstütze und ihnen helfe, Lösungen für ihre Probleme zu finden.

Die desolate Finanzlage der Glasmetropole will Wolf, der seit seinem 16. Lebensjahr ein Unternehmen für Veranstaltungstechnik leitet, auf unternehmerische Art in den Griff bekommen. „Wir werden auch hierfür Lösungen finden und gestärkt aus der Krise hervorgehen“, sagte er voraus. Denn gerade in der Zeit der Corona-Pandemie brauche es Menschen, die wirtschaftlich denken könnten, um die Finanzen der Stadt zu konsolidieren. „Ich freue mich schon auf die Aufgabe, die da auf mich zukommt, und Gegenwind wird mich beflügeln.“

Die Wahlkreiskandidaten der CDU

Für die CDU treten in den einzelnen Wahlbezirken folgende Kandidaten an: Wahlbezirk 010 (Aachener Straße, Kolpingstraße): Oliver Wolf (Stellvertreterin Dorothee Götte).

Wahlbezirk 020 (Am Blümlingspfad): Bruno Weber (Uwe Federholzner).

Wahlbezirk 030 (Heeg, Römerkanal, Kriegerstraße): Karin Schulze (Dirk Barbian).

Wahlbezirk 040 (Weilerfeld): Thomas Burke (Christian Schürmann).

Wahlbezirk 050 (Gartenviertel, Stadtpark): Joachim Schneider (Gereon Schulte-Beckhausen).

Wahlbezirk 060 (Eichendorffweg, Ölmühlenweg): Markus Pütz (Jessica Thielen).

Wahlbezirk 070 (Musikerviertel, Dederichsgraben): Jan Knott (Lina Metternich).

Wahlbezirk 080 (Innenstadt): Ferdinand Pfahl (Hans Henrich).

Wahlbezirk 090 (Münstereifeler Straße, Rodderfeld I): Mathias Hell (Bernd Beißel).

Wahlbezirk 100 (Rodderfeld II): Ulrich Sander (Peter Willers).

Wahlbezirk 110 (Flerzheim 1): Andreas Heppner (Rudolf Ley).

Wahlbezirk 120 (Ramershoven, Peppenhoven, Flerzheim 2):Thomas Bayer (Marc Funken).

Wahlbezirk 130 (Oberdrees, Niederdrees): Kurt Brozio (Peter Mahlberg).

Wahlbezirk 140 (Merzbach): Heike Schneider (Markus Witsch).

Wahlbezirk 150 (Neukirchen, Hilberath) Georg Schragen (Rene Diestelrath).

Wahlbezirk 160 (Queckenberg, Loch, Todenfeld): Ilka Rick (Ralf Richard).

Wahlbezirk 170 (Wormersdorf 1): Dr. Maureen Thielen (Sebastian Pütz).

Wahlbezirk 180 (Wormersdorf 2): Dr. Timo Wilhelm-Buchstab (Marie-Sophie Pütz).

Für den Kreistag kandidieren Marc Funken und Ralf Richard.

JOST

Oliver Wolf wurde mit großer Mehrheit zum Bürgermeisterkandidaten der Rheinbacher CDU gewählt.

Oliver Wolf wurde mit großer Mehrheit zum Bürgermeisterkandidaten der Rheinbacher CDU gewählt. Foto: Volker Jost

Mehr als 300 Christdemokraten bevölkerten die Tennishalle am Sportpark bei der denkwürdigen Wahlversammlung der Rheinbacher CDU. Fotos: Jost Foto: Volker Jost

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