Politik | 02.07.2021

Klimawandel ist eines der dringlichsten Probleme und größten Herausforderungen

Klimacheck für Lahnstein

In der Stadtratssitzung am 15. Juli will die Fraktion Bündnis 90/die Grünen einen Antrag zum Klimacheck einbringen

Waldsterben im Lahnsteiner Stadtwald Anfang des Jahres gemacht/Rundweg ums Kurzentrum.Foto: Jutta Niel

Lahnstein. Es ist Zeit zu handeln: Der Mensch hat bereits einen Klimawandel mit irreversiblen Folgen verursacht, welche weltweit zu spüren sind. Die globalen Temperaturen sind gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter um 1 Grad Celsius gestiegen. Um eine unkontrollierbare globale Erwärmung mit nicht absehbaren Folgen zu verhindern, ist es unerlässlich, die Treibhausgasemissionen schnellstmöglich massiv zu reduzieren. Bereits 1,5 Grad Celsius Erderwärmung führt unter anderem dazu, dass der steigende Meeresspiegel riesige Küstengebiete unbewohnbar machen wird. Die Weltbank schätzt, dass in den kommenden 30 Jahren die Zahl der Klimaflüchtlinge auf über 140 Millionen Menschen ansteigen wird.

Auch hier im Rhein-Lahn-Kreis ist der Klimawandel bereits zu spüren. Landwirtschaft und Flussauen sind von den Folgen direkt betroffen. Erst in den letzten Tagen waren alle Zeugen von einem sehr starken Unwetter und es gab Schäden in ganz Lahnstein an Häusern und Straßen.

Der Klimawandel ist also nicht bloß ein Klimaproblem: Er ist ein Wirtschafts-, Sicherheits-, Tierschutz-, Gesundheits- und Friedensproblem. Es kann und soll nicht erwartet werden, dass die Lösung dieses Problems alleine durch Eigenverantwortung und von Einzelpersonen erreicht wird. Es braucht jetzt auf kommunaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene konkrete Maßnahmen, um dieser drohenden Katastrophe entgegenzuwirken. Die aktuellen Pläne und Maßnahmen reichen nicht aus, um die Erwärmung bis 2050 auf die angestrebten 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Deshalb ist es jetzt wichtiger denn je, schnell zu handeln.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gibt mit der Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten im kommunalen Umfeld auch Kommunen, die finanziell nicht so gut gestellt sind, Möglichkeiten tätig zu werden. „Mit dieser Richtlinie als Arbeitsgrundlage können wir uns viele Maßnahmen und Projekte auch im Hinblick auf die Buga 2029 vorstellen,“ stellt Jutta Niel, Fraktionssprecherin der Grünen im Lahnsteiner Stadtrat fest.

Deshalb wünschen sich die Grünen bei allen Entscheidungen der Verwaltung für die Stadt einen zukünftigen Klimacheck derselben auf Klimaverträglichkeit und natürlich auch gezielte Projekte für eine klimaneutrale Kommune.

Das klingt zunächst sehr theoretisch, meint Ulrich Merkelbach, kann aber sehr konkret sein, zB. beim Pflanzen von Bäumen, wie es die Stadt jetzt schon praktiziert und zu Baumspenden aufruft, bei dem Verbot von Schottergärten, beim Aufhängen und Aufstellen von Nistkästen und Insektenhotels, beim Säen von Grünstreifen, bei der Installation von PV Anlagen auf öffentlichen Gebäuden, dem Vermeiden des Zurückschneidens der blühenden Sträucher im Sommer und natürlich auch der Verbesserung der Radwegeinfrastruktur in der Stadt, die mit der Weiterentwicklung des Mobilitätskonzeptes leider zur Zeit komplett ruht.

„Um sich gemeinsam als Stadt auf den Weg zu machen, haben wir Grüne diesen Antrag gestellt“,so das Stadtratsmitglied, David Niel. „Es geht nicht darum morgen die perfekte ökologische und klimaneutrale Stadt zu sein, obwohl wir das natürlich begrüßen würden, sondern sich bewusst auf einen Prozess einzulassen und die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen“, so Jutta Niel ergänzend. „Dazu könnten wir als Stadtrat die Expertise der Energieagentur Rheinland Pfalz anfragen, „,wünscht sich die Grüne Fraktion unisono und hofft, dass sie auf offene Ohren unter den Mandatskollegen und Kolleginnen trifft.

Pressemitteilung der

Fraktion Bündnis 90/die Grünen

Waldsterben im Lahnsteiner Stadtwald Anfang des Jahres gemacht/Rundweg ums Kurzentrum.Foto: Jutta Niel

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Kommentare
03.07.202100:56 Uhr
juergen mueller

Grüner Klima-Check.
Was für die ganz Doofen.
Dann macht Euch mal auf den Weg.
Klimaverträglich, Klimaneutral - große Worte, die mittlerweile bereits Rost u. Moos angesetzt haben.
Lasst Euch mal etwas Neues einfallen bzw. nicht zuviel reden, sondern handeln u. umsetzen, was allerdings problembehaftet ist, da grüne Entscheidungsfreiheit aufgrund grüner Abhängigkeit von der Zustimmung der anderen Parteien abhängig ist, ohne die NIX geht.
Aber, checkt mal weiter u. hofft auf offene Ohren, auf die ihr immer werdet angewiesen sein.
Baerbock ist das Paradebeispiel dafür, warum man grünen Beteuerungen u. Versprechen keinen Glauben schenken sollte, wie der Politik im Allgemeinen..

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