„Sollte innerorts Tempo 30 gelten?“ in BLICK aktuell 31/23
Klimaziele und Bedürfnis nach Ruhe vereinen
Ja unbedingt! Es ist nur gerecht, wenn alle Gemeinden innerorts Tempo 30 einführen. Es kann nicht sein, dass nur einige Auserwählte in den Genuss kommen und durch die anderen Orte weiterhin mit 50 und mehr durchgesaust wird.
Es gibt kein einziges vernünftiges Argument, um derartige Haarspaltereien zuzulassen. Alle Gemeinden z. B. hier auf dem Maifeld werden von Durchgangsstraßen gequert. Es ist also nur gerecht dass alle in den Genuss von etwas mehr Ruhe kommen. Es kann nicht sein, dass in verkehrsberuhigten Wohngebieten die Bewohner Schnappatmung bekommen, wenn Mitbewohner 15 km/h fahren, aber durch andere Gemeinden fährt man wie selbstverständlich mindestens 50 km/h. Warum nicht ein Pilotprojekt als gesamte Verbandsgemeinde beantragen? Das ist mit Abstand das günstigste Projekt, was es jemals gab. Es kostet nur die Schilder an den Straßen der Gemeinden und den öffentlichen Erlass. Warum nicht die erste Verbandsgemeinde sein, die Klimaziele und das Bedürfnis aller Bürger nach mehr Ruhe vereint?
Das lahme Argument, dass der Verkehr fließen soll, ist nicht nachvollziehbar. Wenn alle die gleiche ruhige Geschwindigkeit haben, fließt der Verkehr wunderbar. Und es wird zur Gewohnheit , weil es in jedem Ort gilt! Wer unbedingt seinen schnellen Flitzer oder SUV ausfahren will, hat dazu ganz in der Nähe die besten Anbindungen zur Autobahn.
Also was hindert uns noch daran? Das wäre mal ein Projekt, dass alle Gemeinden der Verbandsgemeinde verbindet, statt nur einzelne zu begünstigen Es hat schon wirklich ganz andere Bestrebungen gegeben, die auch funktioniert haben. Man denke an die Anschnallpflicht oder die Einführung des Katalysators. Lebenswerte Dörfer schafft man nur, indem man das Grundbedürfnis nach Ruhe allen Gemeinden ermöglicht. In diesem Sinne, packen wir’s an!Gabriele Kohnz, Kerben
