Politik | 16.08.2016

60 Minuten SPD im Dialog:

Koblenz von Klimazielen weit entfernt

Detlev Pilger (v.li.n.re.), Martina Keller, Dr. Thomas Bernhard, Gertrud Block, David Langner, Hermann-Josef Schmidt, Dr. Margit Theis-Scholz und Dennis Feldmann. privat

Koblenz. Koblenz und der Klimawandel. Dieses Thema stand auf der Tagesordnung von 60 Minuten SPD im August. Dieses Mal begrüßten die Gastgeber Detlev Pilger, MdB, und David Langner, Staatssekretär und Vorsitzender der Koblenzer SPD, den Humanmediziner und stellvertretenden Vorsitzenden des BUND Koblenz Dr. Thomas Bernhard.

Umweltfragen betreffen uns alle und geraten dennoch häufig in Vergessenheit, erläutert Bernhard in seinem Eingangsstatement. Im Pariser Abkommen werde das Ziel manifestiert, in den kommenden Jahren maximal eine globale Klimaerwärmung von 1,5 Grad zu haben, doch selbst diese seien utopisch bei einer enorm hohen CO²- Freisetzung wie sie momentan vorhanden ist. Um dieses Klimaziel zu erreichen gehöre beispielsweise, dass bis spätestens 2035 der Individualverkehr elektrifiziert wäre und der Anteil des ÖPNV und Radverkehr am Gesamtverkehr erhöht werde. Hier sieht Bernhard für Koblenz derzeit keine Chance auf eine Realisierung. Insbesondere bei der Fahrradfreundlichkeit der Stadt gebe es erheblichen Nachholbedarf.

Auch im privaten Bereich kann man viel für den Klimaschutz tun

Während der Diskussion stellte sich heraus, dass die besten Möglichkeiten für den Klimaschutz kleine Verhaltensänderungen im persönlichen Bereich sind: Im Bereich Ernährung, Konsum und Wasserverbrauch lässt sich die Emission von klimaschädlichen Stoffen bereits eindämmen. Der Umstieg auf das Fahrrad, der Bezug von Ökostrom, die Einsparung von Wasser sind bereits kleine, realisierbare Dinge die auch Freude bereiten. Diese Freude war Bernhard wichtig, denn oftmals gelten Klimaschützer eher als „Spaßbremsen“, die Verbote aussprechen wollen. Er fordert, dass in Zukunft Architekten und Ingenieure, die für die Stadt arbeiten, zertifiziert sind im Bereich Umweltbau, sodass eine energetische Bauweise ermöglicht wird. Es gäbe in städtischen Gebäuden noch viele falsch eingebaute Heizungen und schlechte Dämmungen - beispielsweise in Schulen. Pilger bemängelt auch in diesem Zusammenhang den Eckwertebeschluss, da dieser Investitionen hemmen würde, obwohl die Kosten mittelfristig wieder erwirtschaftet würden.

Was kann die Kommune für den Ausbau der erneuerbaren Energien tun?

Für Bernhard ist es trotz schlechter gewordener Rahmenbedingungen möglich, den Ausbau von Solaranlagen auf städtischen Liegenschaften voranzutreiben. Überschüssige Energie muss dann auch in Batterien oder in Form von Wasserstoff gespeichert werden, damit auch die spätere Nutzung möglich sei. Hier seien allerdings als erste Schritte Subventionen und Anreizen durch Umlagen für eine Markteinführung notwendig, um eine kostengünstige Produktion zu ermöglichen. Für Koblenz wäre ein erster Schritt, dass es eine Unterstützung durch die EVM gäbe, wünscht sich Bernhard. Die Passivhaussiedlung auf dem Asterstein kann der Naturschutz sich auch an anderen Standorten in Koblenz vorstellen.

Pressemitteilung

SPD Koblenz

Detlev Pilger (v.li.n.re.), Martina Keller, Dr. Thomas Bernhard, Gertrud Block, David Langner, Hermann-Josef Schmidt, Dr. Margit Theis-Scholz und Dennis Feldmann. Foto: privat

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22.08.201614:31 Uhr
juergen mueller

Sozialdemokrat? Warum anonym?
Der menschgemachte CO2-Ausstoß ist nicht ursächlich? Stimmt - aber mitursächlich, berücksichtigt man, was tagtäglich "weltweit" ungefiltert in die Athmosphäre geblasen wird. Was ist mit den unverantwortlichen Rodungen der Wälder durch rigoroses Abbrennen (nicht nur im Amazonasgebiet/Regenwald), wie lange noch wird Strom aus Kohle produziert, darf es noch Diesel- u. Benzinmotore geben (u. es gibt noch weit mehr Ursachen)..
Ursache für den Klimawandel muss NICHT GLOBAL sein, das ist ebenso Unsinn wie mit einer prozentualen Verniedlichung diese massiven Änderungen/Ursachen kleinzureden. Das ist politischer Hickhack, der mit dazu beigetragen hat (und weiter dazu beiträgt), dass es soweit gekommen ist. Wirtschaft ist eine WELTMACHT, bei der der Politik nur das (ZER)REDEN verbleibt. Den CO2 Ausstoß als "lediglich" zu bezeichnen ist typisch dafür. Gottseidank scheinen Sie kein Physiker/Geologe/Meterologe zu sein. Dann würden Sie sich selbst u. andere belügen.

20.08.201612:09 Uhr
Sozialdemokrat

ja, die Förderung und der Ausbau erneuerbarer Energien ist gut und wichtig. Warum die Förderungsprogramme für private Solar-Anlagen massiv reduziert und damit uninteressant wurden, ist absolut nicht nachvollziehbar. Die viel diskutierte „globale Klimaerwärmung“ ist eine Tatsache. Was leider oft und aus unterschiedlichsten Beweggründen falsch dargelegt wird sind deren Ursachen. Das sog. „Klima“ ist ein hochdynamisches System, dass sich seit seiner Entstehung vor ca. 4 Milliarden Jahren ständig verändert. Was sicher NICHT ursächlich für die derzeitige Warmzeit ist, ist das anthropogene CO2. Dieses macht nämlich ledig 0,00046% der Erdatmosphäre aus und man muss kein Physiker oder Meteorologe sein und logisch abzuleiten, dass diese geringe Menge (die selbstverständlich nur dort entsteht, wo Menschen die Erde bewohnen = 4% der Erdoberfläche) nicht diese global, also auf den gesamten 100% der Erdoberfläche incl. der 96% die nicht bewohnt sind passierende massiven Änderungen bewirken können.

19.08.201612:53 Uhr
kuergen mueller

Klimawandel - Man sollte sich nicht nur auf Klimafragen konzentrieren. In Deutschland liegt der Flächenneuverbrauch bei etwa 70 Ha "pro Tag", mehr als doppelt so hoch wie das von der Bundesregierung für 2020 anvisierte Ziel. Hier spielt die Flächenbebauung durch Gewerbe und Industrie neben der immer weiter fortschreitenden industrialisierten Landwirt-/Forstwirtschaft eine gewichtige Rolle mit Folgen für Natur u. Umwelt, sprich Artenvielfalt. Die Aufrechterhaltung einer intakten Flora u. Fauna können Gefahren durch den Klimawandel entschärfen. In der Gemarkung RÜBENACH sind Vogelarten wie Kiebitz, Feldlerche, Fasan komplett verschwunden, ebenso Hase, Kaninchen, Feldhamster, Rehe sowie Schmetterlinge und Wildbienen.
Was macht die zuständige Politik? spricht sich für eine großflächige Erweiterung des hier ansässigen Gewerbe-/Industriegebietes aus.
Hier werden keine Prioritäten gesetzt.
Klimawandel, Schutz von Natur u. Umwelt ist keine wissenschaftliche, sondern "politische" Frage.

16.08.201615:23 Uhr
juergen mueller

Umweltfragen betreffen uns alle, geraten aber häufig in Vergessenheit. Das sollten sich vor allem unsere Politiker aber auch Leute hinter die Ohren schreiben, die immer noch der Meinung sind, der Klimawandel basiere nicht auf einem Versculden der Menschheit. Nicht nur der 2private Bereich" kann etwas für den Klimaschutz tun, sondern vor allem die Politik, eng verbandelt mit der Wirtschaft. Wenn hier in RÜBENACH ein Gewerbe-/Industriegebiet unverantwortlich vergrößert wird, dann geht das auch zu Lasten des Klimaschutzes. Mit verantwortlich für diese Entscheidung ist gerade die SPD-Stadtratsfraktion Koblenz, die hoffentlich an diesem Dialog teilgenommen hat. Verhaltensänderungen im "Kleinen" wie "auf das Fahrrad umsteigen - Wasserverbrauch - Konsum etc." sind kleine Fische. Im "Großen" liegt die Verantwortung bei der Politik, die das jedoch gerne verdrängt und ihre unverantwortlichen Entscheidungen mit wirtschaftlichem Aufschwung und Arbeitsplätze schaffen begründet.

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