Bildungschancen fördern
Konsequenzen aus der Pisa-Studie: ‚Was brauchen Kinder heute, um gut zu lernen?‘
aus Sinzig
Rheinland-Pfalz. Die aktuellen Ergebnisse der PISA-Studie 2025 zeigen:
Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland sind in Mathematik und Lesekompetenz gegenüber 2022 erneut zurückgegangen, in den Naturwissenschaften blieben sie etwa auf dem Niveau von 2022.
Im längerfristigen Vergleich liegen die Ergebnisse in allen drei Kompetenzbereichen auf dem niedrigsten Stand, der für Deutschland bislang bei PISA gemessen wurde.
Für Susanne Müller, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz und lokale Landtagsabgeordnete, ist deshalb klar: Es braucht grundlegende Veränderungen beim Lernen und bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen.
„Wir müssen uns fragen, was Kinder heute brauchen, damit sie gut lernen können. Schule muss stärker Raum für unterschiedliche Lernwege, selbstständiges und gemeinsames Lernen und neue Formen der Leistungsbewertung schaffen“, so Müller.
Konkrete Vorschläge für eine solche Neuausrichtung liegen vor. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt unter anderem individuellere Lernwege, flexible Lerngruppen und eine kontinuierliche Begleitung der Lernfortschritte. Portfolios, Lerntagebücher oder digitale Formate können klassische Prüfungen ergänzen. Dafür brauchen Schulen mehr pädagogische Spielräume, ausreichend Personal und multiprofessionelle Teams. Auch die Lehrkräfteaus- und -fortbildung muss entsprechend weiterentwickelt werden.
Bildungserfolg darf nicht von der Herkunft abhängen
Die PISA-Ergebnisse zeigen erneut, dass der Bildungserfolg in Deutschland stark mit der sozialen Herkunft zusammenhängt. „Es darf nicht entscheidend sein, in welche Familie ein Kind hineingeboren wird. Wer Leistung erwartet, muss auch dafür sorgen, dass jedes Kind die Chance bekommt, diese Leistung zu erbringen.“
Das erlebt Müller auch in ihrem Wahlkreis: „Bei meinen Gesprächen mit Schulen, Eltern und pädagogischen Fachkräften im Kreis Ahrweiler erlebe ich immer wieder, wie unterschiedlich die Voraussetzungen sind, mit denen Kinder in die Schule kommen. Deshalb müssen wir Schulen so ausstatten, dass sie diese Unterschiede auffangen und jedes Kind bestmöglich unterstützen können. Das gilt besonders auch für Kinder mit besonderem Förderbedarf oder Kinder, die anders lernen und Informationen anders verarbeiten.“
Chancengerechtigkeit beginnt bereits vor der Einschulung. Gute Kitas, ausreichend Personal und Sprachförderung legen wichtige Grundlagen. In der Schule müssen Schwierigkeiten früh erkannt und Kinder gezielt unterstützt werden. Auch längeres gemeinsames Lernen müsse stärker in den Blick genommen werden.
„Gute Bildung braucht gute Bedingungen: ausreichend Personal, gezielte Förderung und gute Ganztagsangebote. Jedes Kind soll unabhängig von seiner Herkunft die Chance bekommen, seine Fähigkeiten zu entwickeln. Dafür setze ich mich gemeinsam mit der SPD-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz ein und das werden wir gemäß den Vereinbarungen aus unserem Koalitionsvertrag in den nächsten Monaten besprechen und Weichen setzen.
Pressemitteilung Susanne Müller MdL
MdL Susanne Müller. Foto: Daniel Hammelstein