Politik | 09.03.2026

FDP: Fähre zum Schwimmunterricht zeigt strukturelles Problem

Kreis braucht mehr Schwimmbäder

Die FDP setzt sich seit Längerem für zusätzliche Schwimmbadkapazitäten im Kreis Ahrweiler ein – hier im Gespräch mit der DLRG im Remagener Schwimmbad.Foto: privat

Remagen. Weil das Remagener Freizeitbad derzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossen ist, organisiert die DLRG Remagen ein ungewöhnliches Ausweichangebot: Ehrenamtliche bringen Kinder und Jugendliche mit der Rheinfähre zum Hallenbad in Unkel, damit das Schwimmtraining weiter stattfinden kann. Für die FDP im Kreis Ahrweiler ist diese Lösung zugleich beeindruckend und ein deutliches Warnsignal.

„Wenn Kinder zum Schwimmkurs mit der Fähre und sogar in einen anderen Landkreis fahren müssen, zeigt das vor allem eines: Wir haben zu wenig Schwimmflächen für Schulen und Vereine“, sagt Christina Steinhausen, stellvertretende Kreisvorsitzende der FDP und Fraktionsvorsitzende im Remagener Stadtrat. „Das Engagement der DLRG ist großartig. Eigentlich müsste es aber selbstverständlich sein, dass Kinder wohnortnah schwimmen lernen können.“

Schwimmen sei keine Freizeitoption, sondern eine grundlegende Fähigkeit, betont Steinhausen: „Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben, sicher schwimmen zu lernen. Dafür brauchen wir ausreichend Schwimmbäder und verlässliche Kapazitäten für Schulen und Vereine.“

Die FDP fordert deshalb seit längerem ein kreisweites Schwimmbadkonzept. Dieses soll erstmals systematisch erfassen, welche Wasserflächen im Kreis vorhanden sind, wie hoch die tatsächliche Auslastung ist und wo zusätzliche Kapazitäten benötigt werden.

„Im Moment plant jede Kommune für sich“, sagt Ulrich van Bebber, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion. „Das wird der Situation nicht mehr gerecht. Wir brauchen eine koordinierte Planung für den gesamten Kreis, die Schulen, Vereine und Schwimmausbildung gemeinsam in den Blick nimmt.“

Auch die Kreisverwaltung sieht die FDP stärker in der Verantwortung. „Die Initiative der DLRG verdient großen Respekt“, erklärt van Bebber. „Gleichzeitig zeigt der enorme organisatorische Aufwand sehr deutlich, dass wir im Kreis ein strukturelles Problem bei den Schwimmbadkapazitäten haben. Hier braucht es eine stärkere koordinierende Rolle des Kreises.“

Auch auf Landesebene sieht die FDP Handlungsbedarf. Im Programm zur Landtagswahl fordert die Partei ein Sonderprogramm „Schwimmbad“, das Erhalt, Sanierung, Modernisierung und Neubau – insbesondere von Lehrschwimmbecken – gezielt unterstützt.

„Viele Kommunen wissen sehr genau, dass sie zusätzliche Schwimmflächen brauchen“, so Steinhausen. „Aber Bau und Betrieb von Schwimmbädern sind teuer. Deshalb ist es richtig, dass das Land die Kommunen stärker unterstützt und bessere Fördermöglichkeiten schafft.“

„Gerade im Ahrtal sehen wir, wie wichtig funktionierende Schwimmbäder für Kinder und Jugendliche sind“, ergänzt David Jacobs, Vorsitzender der FDP in Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Viele Familien haben ohnehin längere Wege zu Sport- und Freizeitangeboten. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Schwimmunterricht möglichst wohnortnah stattfinden kann.“

Van Bebber sieht im aktuellen Beispiel aus Remagen daher auch eine klare politische Botschaft: „Der Einsatz der DLRG zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Schwimmunterricht ist und wie groß das Engagement vor Ort ist. Aber Ehrenamt kann fehlende Infrastruktur nicht dauerhaft ersetzen. Wir brauchen mehr Schwimmbäder im Kreis – und eine klare Strategie, wie diese Kapazitäten aufgebaut werden.“

Pressemitteilung

FDP-Kreistagsfraktion

Die FDP setzt sich seit Längerem für zusätzliche Schwimmbadkapazitäten im Kreis Ahrweiler ein – hier im Gespräch mit der DLRG im Remagener Schwimmbad.Foto: privat

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