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Anteil an Sonnenenergie, Biomasse und Windkraft im Kreis Ahrweiler kontinuierlich ausgeweitet

Kreis liegt deutlich hinter seinem Plansoll zurück

15.11.2016 - 11:40

Kreis Ahrweiler. „Es ist mühsam, aber wir sind auf dem richtigen Weg – wenn auch unter erschwerten Bedingungen“, freute sich Landrat Dr. Jürgen Pföhler (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Kreis- und Umweltausschusses, dass die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien im Kreis Ahrweiler kontinuierlich ansteige. Es handele sich dabei hauptsächlich um Solarenergie, Biomasse und Windkraft, das geht aus dem Statusbericht zur „Energiewende im Kreis Ahrweiler“ für das Jahr 2016 hervor, den das Gremium zur Kenntnis nahm.

Demnach lag der Anteil der erneuerbaren Energien 2015 bei 73,3 Millionen Kilowattstunden, was 12,7 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aller Privathaushalte und Betriebe ausmachte. Obwohl der gesamte Stromverbrauch leicht gestiegen sei, betrage damit der Anteil der erneuerbaren Energien 0,7 Prozent mehr als 2014, als der Anteil der erneuerbaren Energien noch bei 67,1 Millionen kWh lag.


Dann müssen wir jetzt Gas geben


Zum Hintergrund: Der Kreistag hatte 2011 beschlossen, auch der Kreis müsse seinen Beitrag zur Energiewende leisten. Die benötigte Energie soll daher langfristig vollständig aus regenerativen Quellen gewonnen werden. Das erste Ziel lautet, den Strombedarf bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken. Pföhler musste allerdings auch zugeben, dass man hinter dem Plansoll weit zurückliege, denn um dieses Ziel zu erreichen, müsste der Stromverbrauch 2015 bereits zu 25 Prozent aus erneuerbaren Energien abgedeckt worden sein – gerade mal die Hälfte wurde aber tatsächlich erreicht. Lorenz Denn (SPD) machte folgerichtig klar: „Wenn wir das Ziel noch erreichen wollen, müssen wir jetzt Gas geben.“

In dieser Hinsicht setzen Pföhler und der ganze Ausschuss große Hoffnungen auf das Forschungsprojekt EnAHRgie. Das bundesweite Modellvorhaben untersucht die Umsetzung der Energiewende in der Region und erarbeitet mit allen regionalen Akteuren unter wissenschaftlicher Begleitung ein speziell auf den Kreis zugeschnittenes Energiekonzept. Die unterschiedlichen Interessen werden dabei in großen Runden Tischen gebündelt, um eine möglichst breite Akzeptanz und gleichzeitig eine fundierte Wissensbasis zu schaffen. Erfreulich sei, „dass die vielen Maßnahmen von Privaten, Kommunen und dem Kreis greifen“, sagte Pföhler. „Wir kommen gut voran, wobei noch ein langer Weg vor uns liegt, weil wir die großen Rahmenbedingungen von EU, Bund und Land nicht beeinflussen können.“


Windkraft leistet den größten Beitrag


Größte Fortschritte gebe es bei der Solarenergie und der Biomasse. Die Erträge aus Solarenergie stiegen seit 2007 glatt um das 8,5-Fache. Die kreisweite Sonnenstromproduktion betrug im vergangenen Jahr 28,9 Millionen kWh, kreisweit werden rund 2500 Solaranlagen nach den EE-Gesetz betrieben. Bei der Verstromung von Biomasse weist die Statistik 13,7 Millionen Kilowattstunden für 2015 aus, 2007 waren es gerade mal 500.000 Kilowattstunden. Den größten Anteil leistet allerdings die Windenergie mit 30,3 Millionen Kilowattstunden in 2015, das sind auch etwa neunmal so viel wie 2007. Untergeordnete Rollen in der erneuerbaren-Energien-Statistik des Kreises spielen Deponiegas mit 0,23 und Wasserkraft mit 0,14 Millionen Kilowattstunden.

Aktuell seien im Kreis Ahrweiler neun Windenergieanlagen am Netz, davon acht in Weibern und eine in Lind, das geht aus dem Bericht hervor. Weitere Windparks und Einzelanlagen seien vor allem in den Verbandsgemeinden Brohltal und Adenau in Planung, konkrete Anträge auf raumordnerische Prüfung lägen allerdings noch nicht vor. Auf der Ebene der Flächennutzungsplanung sei derzeit die Kreisstadt dabei, die Ausweisung von Konzentrationszonen für die Windenergie vorzunehmen, und befindet sich damit im laufenden Planungsprozess.


Der Kreis setzt auf eine Doppelstrategie


Der Kreis selbst setze bei seinen eigenen Gebäuden, etwa den Schulen in Trägerschaft des Kreises sowie den Gebäuden der Kreisverwaltung, auf eine Doppelstrategie: Ausbau der erneuerbaren Energien einerseits und Energieeinsparung andererseits. So senke die LED-Beleuchtung mittlerweile den Stromverbrauch in einigen Gebäuden. Beispielsweise habe man in diesem Jahr die Sporthalle des Peter-Joerres-Gymnasiums auf LED umgerüstet und damit den Trend des steigenden Stromverbrauchs nachhaltig gestoppt.

An den kreiseigenen Schulen würden seit mehreren Jahren wärmedämmende Fassaden und Fenster sowie energiesparende Heizungen eingebaut, so Pföhler weiter. Die Folge: Der durchschnittliche Heizenergieverbrauch lag 2015 bei 65 Kilowattstunden pro Quadratmeter – „das ist der niedrigste Wert seit Einführung des Energiecontrollings im Jahr 2001.“ Das Förderprogramm des Kreises für den Ländlichen Raum schließe auch Energiesparmaßnahmen ein. 2016 wurden zwei weitere Projekte bezuschusst: die Straßenbeleuchtungen der Ortsgemeinden Dankerath und Meuspath.


Hochgesteckte Ziele von Anfang an unrealistisch


Bereits 2005 hatte der Kreis die Dächer von zehn Schulen und der Kreisverwaltung mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Seither wurden bilanziell 36 Prozent des Strombedarfs selbst und regenerativ erzeugt. Mithilfe des Solardachkatasters unter www.solarkataster-ahrweiler.de könnten sich Bürger und Betriebe über die Eignung sämtlicher 127.000 Dächer im Kreisgebiet für Photovoltaik informieren.

Christina Steinhausen (FDP) sah das Thema nicht ganz so optimistisch: „Wir haben die hochgesteckten Ziele schon von Anfang an für unrealistisch gehalten und sehen uns jetzt bestätigt.“ Schließlich könne der Kreis seinen Bürgern nicht vorschreiben, woher sie ihren Strom beziehen. Pföhler hielt entgegen: „Wir wollen sie ja gar nicht zu etwas zwingen, sondern sie nur motivieren und gehen daher mit gutem Beispiel voran.“ Auch Denn fand, man solle es trotz aller Unwägbarkeiten angehen – „und wir stellen uns nicht gegen Windräder wie die FDP.“ Wobei Wolfgang Schlagwein (Grüne) ergänzte, dass es nach wie vor darum gehe, die Vollversorgung aus eigenen Quellen zu erreichen – und nicht etwa mit Überschüssen von Nachbarkommunen zu verrechnen. Das habe der Kreis mit der Charta der 100 Prozent-Erneuerbare-Energie-Region unterzeichnet.

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Kommentare
Uwe Klasen:
Eine Studie der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien ist, wie viele weitere, neuere, Studien, zu dem Schluss gekommen, dass für glyphosathältige Pflanzenschutzmittel (Zitat) „kein erhöhtes Risiko für diesen Wirkstoff im Vergleich zu anderen zugelassenen Herbiziden“ abgeleitet werden könne. Es gebe auch „keine gesicherten Belege dafür, dass Glyphosat die Artenvielfalt stärker beeinflusst als andere Maßnahmen zur Unkrautregulation.“ Rückstandsdaten von Lebensmittelproben hätten gezeigt, dass von den untersuchten Produkten „keine Gefahr für die menschliche Gesundheit “ ausgehe.
juergen mueller:
Beendet?Nein, ist sie nicht.Die europäische Richtlinie gibt konkrete Vorgaben zum Ort und Abstand verkehrsnaher Messstationen zur nächsten Kreuzung.Fahrbahnrand,zu Gebäuden oder in der Nähe von Hindernissen vor.Vor allem ältere Messstationen weichen von den vorgegebenen Kriterien häufig ab,da diese bereits lange vor der jetzigen neueren Rechtsprechung aufgestellt wurden.Eine Versetzung der Altstationen ist nicht zielführend.Im übrigen weist der TÜV selbst auf "kleine" Abweichungen der Stationierung hin - und "klein" ist ja relativ.Desweiteren war der TÜV-Auftrag von vorneherein limitiert.so wurde die Vorgabe,nicht zu "kleinräumig" zu messen nicht geprüft.So hat der TÜV festgelegt,dass,was so nirgendwo in Verordnungen/Gesetzen geschrieben steht "einige Meter Abstand - gleich 2 Meter Abstand zu Hindernissen" sind,also eine im Sinne einer guten Durchmischung ungünstigsten Interpretation,die nur der POLITIK zugute kommt.Und das,Frau Höfken,nennen SIE Schutz der menschlichen Gesundheit?
juergen mueller:
Nein Frau Höfken,nichts ist beendet.Sie polarisieren,geben Ihre eigene Meinung wieder,die in nicht wenigen Punkten ganz einfach nicht der Wahrheit entsprechen,einer Wahrheit,die Sie ebenfalls nach Gutdünken als solche missbrauchen.Schutz der menschlichen Gesundheit.Diese Formulierung ist genauso missbrauchsbehaftet wie der Wortgebrauch "korrekt u.repräsentativ".Alternativ die Luft in den Städten verbessern?Atmen Sie mal tief durch in Koblenz,Mainz,Ludwigshafen,Stuttgart etc.Hier in KO-RÜBENACH soll ein Gewerbe-/Industriegebiet erweitert u.damit ein Kalt-Frischluftgebiet zerstört werden,dass gerade für die STADT Koblenz von immens wichtiger Bedeutung ist (auch wenn das durch Gutachten minimalisiert wird).Und MAINZ?Ihre Tatsachenverfälschung zieht auch hier nicht.Und ausserdem,Sie haben als Politikerin,den langjährigen Betrug z.B.der Autoindustrie genauso mitzutragen - entziehen Sie sich nicht Ihrer Verantwortung,die Sie gegenüber der Bevölkerung haben.
S. Granzow:
Sehr geehrter Herr Klasen, ich finde es schade, daß Sie sich mit Ihrer Meinung nicht an Fakten orientieren. Tatsache ist, daß jegliches kommunalpolitisches Engagement freiwillig, als Ehrenamt neben Arbeit, Ausbildung oder Schule geleistet wird. Es handelt sich um einen nicht unerheblichen Zeitaufwand, der leider nur selten gewürdigt wird. Ich finde es bewundernswert, daß sich junge Leute dafür einsetzen, die Zukunft mitzugestalten. Es ist immer leicht, irgendwo 'dagegen zu sein' oder Kritik zu äußern - freiwillig in der raren Freizeit neben Ausbildung oder Beruf nach Lösungen zu suchen ist nach meiner Meinung schon lobenswert.
Sabine Granzow:
Sehr geehrter Herr Klasen, es wäre schön, wenn Sie auf Basis von Fakten urteilen würden. Das kommunalpolitische Engagement findet neben der Arbeit oder Ausbildung statt - häufig abends oder an Wochenenden. Ich rechne es allen hoch an, die neben der beruflichen oder schulischen Belastung auch noch bereit sind, Weichen für die Zukunft zu stellen, und die Zukunft so mitzugestalten.
Uwe Klasen:
„Wir wollen unsere Zukunft selbst gestalten“ --- Na denn, geht Arbeiten und entrichtet eure Steuern und Abgaben wie alle Arbeitnehmer, mit dem Rest könnt ihr eure Zukunft nach Lust und Laune gestalten!
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