Rhein-Sieg-Kreis
Kreisförderschulen brauchen mehr Platz
Auch qualifizierte Nachmittagsbetreuung ist nötig
Rhein-Sieg-Kreis. „Die Schülerzahlen an unseren Förderschulen steigen nach wie vor. Dies betrifft vor allem die Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung“, diese angespannte Situation schilderte Thomas Wagner, Schuldezernent des Rhein-Sieg-Kreises, im jüngsten Ausschuss für Schule und Bildungskoordinierung des Kreises.
So verzeichnete die Schulaufsicht in Vorbereitung auf das Schuljahr 2017/2018 insgesamt 798 Erstverfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs – und damit 96 Verfahren mehr als im Vorjahr.
Die wachsenden Schülerzahlen an den Förderschulen gehen mit Handlungsbedarf einher. Einerseits ist abzusehen, dass der Bedarf an Plätzen in den kreiseigenen Einrichtungen weiterhin hoch bleibt beziehungsweise noch ansteigt, andererseits sind die räumlichen Kapazitäten an den Schulstandorten bereits jetzt voll ausgeschöpft. Um der Nachfrage entsprechen zu können, sucht der Rhein-Sieg-Kreis nach zusätzlichen geeigneten Unterrichtsräumen.
Es kommt hinzu, dass Eltern ihren Beruf nicht aufgeben können oder wollen und deshalb auch für die Nachmittagsstunden eine Betreuung oder besser noch, eine Förderung ihrer Kinder benötigen. Das führt zur deutlich steigenden Nachfrage nach Plätzen in der so genannten Fördernden offenen Ganztagsschule (FOGS). Um diesem Bedarf nachzukommen hatte der Kreisausschuss bereits zum Schuljahr 2017/2018 die Einrichtung jeweils einer zusätzlichen FOGS-Gruppe an den Förderschulen für Sprache in Alfter-Gielsdorf (Schule an der Wicke) und in Siegburg-Brückberg (Rudolf-Dreikurs-Schule) beschlossen. Außerdem wurde der Einrichtung einer Übermittagsbetreuung für 16 Schüler und Schülerinnen an der Waldschule in Alfter-Witterschlick, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, zugestimmt. Um einen Überblick über die Situation an den Förderschulen des Kreises zu bekommen, haben die Ausschussmitglieder die Kreisverwaltung jetzt darum gebeten, den Gesamtbedarf an qualifizierter Ganztagsbetreuung nach dem Schulunterricht, die dafür notwendigen Räumlichkeiten und die hierzu erforderlichen Finanzmittel zu ermitteln.
Bereits die Ermittlung des vorliegenden Bedarfs an Unterrichtsplätzen in den Förderschulen gestaltet sich nicht einfach.
„Eine verlässliche Jahresplanung ist aufgrund von zahlreichen Schulaufnahmen innerhalb des laufenden Schuljahres schwierig und erfordert zudem ein hohes Maß an Flexibilität von den Schulleitungen und Lehrkräften“, berichtete Hans Clasen, Leiter des Amtes für Schule und Bildungskoordinierung. So wechselten 85 Kinder zum Teil noch weit nach Schuljahresbeginn 2016/2017 an die Förderschulen des Rhein-Sieg-Kreises für Sprache sowie für emotionale und soziale Entwicklung.
Kurzfristig konnten für die Richard-Schirrmann-Schule in Hennef-Bröl, Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, zwei zusätzliche Klassenräume am Teilstandort in Siegburg-Zange gefunden werden. Es fehlen allerdings zusätzliche Differenzierungsräume.
Darüber hinaus können seit Beginn des Schuljahres 2017/2018 zwei große Klassenräume und ein Besprechungszimmer an der ehemaligen Albert-Schweitzer-Förderschule in Rheinbach zur räumlichen Unterstützung der Waldschule in Alfter-Witterschlick angeboten werden.
Kooperationsbereitschaft und Flexibilität
„Dank der vorbildlichen Kooperationsbereitschaft und Flexibilität aller Beteiligten, insbesondere der Stadtverwaltung Rheinbach, war diese kurzfristige Lösung möglich“, zeigte sich Hans Clasen erfreut. Dies könne freilich keine Dauerlösung sein, so Hans Clasen. Schließlich sei in den nächsten Jahren weder mit einem wesentlichen Rückgang der Schülerzahlen an Grundschulen, noch an den Förderschulen zu rechnen.
„Wir prüfen weiterhin Möglichkeiten, ausreichende Raumkapazitäten und die Versorgung mit Personal für die nächsten Jahre zur Verfügung zu stellen“, sagte Hans Clasen im Ausschuss für Schule und Bildungskoordinierung.
Pressemitteilung
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