Politik | 06.05.2025

Starkes Bürgerinteresse am Bebauungsplan „Auf der Bleth“

Kritische Stimmen bei Informationsveranstaltung in Stromberg

Ein Teil der derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Wiese „Auf der Bleth“. Foto: privat

Stromberg. Bei einer gut besuchten Informationsveranstaltung zum geplanten Baugebiet „Auf der Bleth“ in Stromberg wurde deutlich: Viele Bürgerinnen und Bürger stehen dem Vorhaben skeptisch gegenüber. Auch Vertreter der Grünen-Stadtratsfraktion, darunter Fraktionsvorsitzender Ferhat Yalcinkaya und Ratsmitglied Elke Sodemann-Müller, zeigten sich überrascht von der Vielzahl kritischer Nachfragen.

Ein zentrales Thema der Diskussion war die prognostizierte Verkehrszunahme: Rund 431 zusätzliche Autofahrten pro Tag würde das neue Baugebiet verursachen – ein Großteil davon müsste über die bereits stark belastete Schulstraße abgewickelt werden. Viele Anwesende äußerten Zweifel daran, ob diese zusätzliche Belastung für die Anwohner zumutbar sei.

Darüber hinaus wurde angemerkt, dass in Stromberg derzeit noch 60 bis 70 voll erschlossene, unbebaute Baugrundstücke zur Verfügung stehen. Die Forderung lautete daher, diese Flächen zunächst zu nutzen, bevor neue Baugebiete mit hohem Kostenaufwand erschlossen werden.

Auch ökologische und landwirtschaftliche Aspekte spielten eine Rolle: Die für das Baugebiet vorgesehenen Flächen werden aktuell noch landwirtschaftlich genutzt. Sollte das Baugebiet realisiert werden, würden Bewirtschaftung und Zugang zu den verbleibenden Flächen für den ansässigen Landwirt erheblich erschwert. Zudem müsste die Stadt Ausgleichsflächen bereitstellen und langfristig deren Pflege finanzieren.

Zum Abschluss der Veranstaltung bezog Ferhat Yalcinkaya klar Stellung: „Wir Grünen haben das Baugebiet von Anfang an abgelehnt – gemeinsam mit einigen SPD-Ratsmitgliedern. Aus unserer Sicht sollten zunächst die bereits vorhandenen, baureifen Grundstücke bebaut werden, bevor neue Flächen ausgewiesen werden.“

Als mögliches Steuerungsinstrument nannte Yalcinkaya die Grundsteuerreform, durch die Kommunen künftig eine sogenannte „Grundsteuer C“ erheben können. Diese würde unbebaute, baureife Grundstücke höher besteuern – ein Anreiz für Eigentümer, ihre Grundstücke zu bebauen oder zu verkaufen.

Kritisch bewerteten die Grünen auch die langfristige Stadtplanung: Laut Prognosen wird die Einwohnerzahl in Bendorf bis 2040 etwa auf dem heutigen Stand bleiben. „Trotzdem müssten dann mehr Straßen und Infrastruktur unterhalten werden – in einer Zeit, in der Baukosten massiv gestiegen sind“, so Yalcinkaya.

Die Veranstaltung machte deutlich: Die Diskussion um das Baugebiet „Auf der Bleth“ ist noch lange nicht abgeschlossen – und das Interesse der Bürger an einer nachhaltigen und ausgewogenen Stadtentwicklung ist groß.

Pressemitteilung Bündnis 90/DIE GRÜNEN Bendorf

Ein Teil der derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Wiese „Auf der Bleth“. Foto: privat

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