Politik | 06.05.2016

CDU Andernach

Kulturelles Erbe wahren

Dr. Peter Henrich, Leiter der Außenstelle Koblenz der Landesarchäologie, zeigte, wie man sich die Häuser vor der Stadtmauer vorstellen muss.privat

Andernach. Für eine Sicherung der aufsehenerregenden neuen Funde aus der Römerzeit in Andernach im Bereich Agrippastraße/Kirchhofsweg hat sich die CDU-Fraktion mit ihrem Vorsitzenden Gerhard Masberg ausgesprochen. Dort haben Archäologen überraschend die Überreste einer Siedlung aus dem ersten Jahrhundert ausgegraben, die bis ins dritte Jahrhundert bewohnt war. Im Zuge der Germanenangriffe hatten dann die Römer die Siedlung aufgegeben, die Mauern niedergerissen, um freies Schussfeld für die Verteidiger auf der Stadtmauer zu haben.

Seitdem blieb dieses Gelände ungenutzt, die Reste der Siedlung im Boden unzerstört. Das erklärt, so die Forscher vor Ort, dass im Gegensatz etwa zu den Funden auf dem sogenannten Weissheimer-Gelände hervorragend erhaltene Funde zu bewundern seien, wie sie in Rheinland-Pfalz schon einmalig sind.

Diese Funde gelte es zu sichern, so CDU-Kultursprecher Hans-Georg Hansen. Beeindruckend seien etwa neben den Fundamenten auch vollständig erhaltene Mauern, die nur flach niedergelegt worden seien. „Hier kann man sogar noch große Flächen der bunten Wandbemalung bewundern.“ Auch eine Rekonstruktion und Erhaltung dieser Malereien sei vorstellbar. „Hier wird die Geschichte unserer Stadt um ein bisher unbekanntes Kapitel erweitert, und es zeigt sich, dass Andernacher in Römerzeiten viel größer war als bisher bekannt.“

Daher soll, so Gerhard Masberg, auf jeden Fall den Archäologen genügend Zeit gelassen werden, die Funde zu sichern. Ob dann noch das dort geplante Parkdeck so gebaut werden könne wie ursprünglich geplant, sei mehr als fraglich. Jedenfalls könne sich die CDU durchaus vorstellen, nach alternativen Standorten zu suchen. Jedenfalls müsse nun eine Gesamtkonzeption erstellt werden, in die auch die mittelalterlichen und römischen Funde auf dem Weissheimer-Gelände mit einbezogen werden.

Nach Meinung der CDU-Vorsitzenden Mechthild Heil (MdB) solle man sich jetzt keineswegs unter Zeitdruck setzen und ein Parkdeck nur deshalb unter Inkaufnahme der Zerstörung des ältesten Vororts von Andernach bauen, um Zuschüsse nicht zu gefährden. Um den jetzt schon abzusehenden Parkdruck in der Altstadt abzumildern, spricht sich Heil dafür aus, die freie Fläche in der Konrad-Adenauer-Allee an der Ecke zur Kirchstraße als provisorischen Parkplatz freizugeben. „So lange da noch kein Hotel gebaut wird und so lange am Kirchhofsweg die Ausgrabungen noch andauern, sollte dieses Grundstück Anwohnern der Altstadt und Besuchern der Mittelrhein-Halle als Parkplatz zur Verfügung stehen.“

Pressemitteilung

der CDU Andernach

Dr. Peter Henrich, Leiter der Außenstelle Koblenz der Landesarchäologie, zeigte, wie man sich die Häuser vor der Stadtmauer vorstellen muss.Foto: privat

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