Zunehmende Lärmbelästigung durch den Straßenverkehr
Lärmmessungen in der Innenstadt
Neuwied. Die Bürger Initiative ich tu’s e.V. wurde in der näheren Vergangenheit von Neuwieder Bürgern angesprochen, welche sich über eine deutlich zunehmende Lärmbelästigung durch den Straßenverkehr beschwerten. Die Bürgerinitiative ist auf dieses Problem eingegangen und hat beschlossen, diesen Beschwerden nachzugehen und eigene Messungen durchzuführen.
In den vergangenen Monaten wurden deshalb an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet Lärmmessungen durchgeführt. Alle Messungen erfolgten mit einem kalibrieten aber nicht geeichten Messgerät.
Die Messungen wurden immer unter identischen Bedingungen zu den unterschiedlichsten Tages-/Nachtzeiten durchgeführt. Messpunkte wurden an neuralgischen Stellen in Neuwied festgelegt. Das Hauptaugenmerk lag mit der Kirch-, Markt-, Herrmann- und Bahnhofstraße auf stark frequentierten und dicht bebauten innerstädtischen Straßen.
Generell kann festgestellt werden, dass im Innenstadtbereich mit relativ engen Häuserschluchten und einer zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h signifikant höhere Werte festgestellt wurden als in Bereichen mit einer zugelassenen Geschwindigkeit von 30 km/h.
Am Beispiel der Kirchstraße lässt sich die Diskrepanz der Lärmpegel bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten gut darstellen:
Im Kreuzungsbereich Kirchstraße / Mittelstraße (Geschwindigkeit 50 km/h) war der gemessene Wert allgemein 10dB höher als im Bereich Kirchstraße/ Friedrichstraße (Geschwindigkeit 30km/h). Diese Tendenz konnte an allen Messstellen bestätigt werden. Da wo eine Sollgeschwindigkeit von 50 km/h vorgegebenen ist, ist die Lärmbelastung von gemessenen 65dB etwa 10 dB höher als in Bereichen mit erlaubter Geschwindigkeit von 30 km/h. Hier liegen die durchschnittlich gemessene Werte mit 55 dB deutlich niedriger.
Auch wenn Lautstärke subjektiv wahrgenommen wird, so lautet die Faustregel, dass eine Steigerung von 10 dB in etwa einer Verdoppelung der (gefühlten) empfundenen Lautstärke entspricht.
Jede Lärmmessung ging mit einer Zählung der vorbeifahrenden Fahrzeuge einher. Innerhalb der jeweils gemessenen Stunde wurden bis zu 1.200 Fahrzeuge (PKW, LKW, Busse, Motorräder) registriert.
Daraus lässt sich folgern, dass die Lärmbelastung durch Straßenverkehr ausschließlich über eine Reduzierung der Sollgeschwindigkeit effektiv gesenkt werden kann. Dies ist insbesondere für den Innenstadtbereich und dessen Bewohner bedeutend. Bedingt durch die dichte Bebauung und die engen Häuserschluchten kommt es hier zu besonders belasteten Situationen.
Die durch die Stadtverwaltung für das Jahr 2025 angekündigten Lärmmessungen für den Innenstadtbereich sind bis heute entweder nicht durchgeführt worden oder aber wurden bisher nicht bekannt gemacht. Die Beispiele aus benachbarten Kommunen zeigen, dass es aus Lärmschutzgründen möglich ist, die Höchstgeschwindigkeit auch auf Haupt- und Durchgangsstraßen zu senken.
Die Bürgerinitiative ich tu’s fordert daher die Stadtverwaltung auf, für den Innenstadtbereich die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h zu begrenzen, so wie es der bereits in 2023 vom Stadtrat beschlossene Verkehrsentwicklungsplan vorsieht. Nur so wäre eine schnelle, unbürokratische und kostengünstige Maßnahme gegeben, die Wohnsituation und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern.
Pressemitteilung
Bürger Initiative ich tu’s e.V.
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