Politik | 06.02.2026

Kreistagsfraktion und Partei drängen auf klare Entscheidung

CDU fordert verlässliche Nachtluftrettung für den Landkreis Cochem-Zell

Kreis Cochem-Zell. Die Diskussion um die Luftrettung im Landkreis Cochem-Zell zeigt, wie dringend eine sachliche und realistische Auseinandersetzung mit der Notfallversorgung im ländlichen Raum notwendig ist.

Für den CDU-Landtagsabgeordneten Jens Münster steht dabei eines im Mittelpunkt: eine schnelle und verlässliche Hilfe für die Menschen – unabhängig von politischen Zuständigkeiten oder Parteigrenzen.

„Es geht hier nicht um Schlagworte, sondern um konkrete Versorgungsrealitäten im ländlichen Raum bei uns an der Mosel, in der Eifel und im Hunsrück“, betont Münster. Gerade nach dem Wegfall des Krankenhauses in Zell seien die Wege zur nächsten geeigneten Klinik deutlich länger geworden.

Unter den topografischen Bedingungen im Landkreis Cochem-Zell sei eine Einhaltung der vorgeschriebenen Hilfsfristen ohne eine leistungsfähige Luftrettung insbesondere nachts kaum realistisch.

Diese Einschätzung wird ausdrücklich durch die CDU-Kreistagsfraktion mit ihrer Vorsitzenden Stephanie Balthasar-Schäfer geteilt. In einem Schreiben vom 28. Januar 2026 an Landrätin Anke Beilstein macht die Fraktion deutlich, dass eine 24/7-Absicherung des Rettungsdienstes im Zeller Raum ohne einen nachtflugtauglichen Rettungshubschrauber nicht gewährleistet werden kann. Wörtlich wird darauf hingewiesen, dass andernfalls die zulässige Zeitspanne von 35 Minuten in der Rettungskette nicht einzuhalten sei. Die CDU-Kreistagsfraktion fordert daher einen Sachstandsbericht sowie – falls bislang keine positive Rückmeldung des Landes vorliegt – eine offene Beratung und Beschlussfassung im Kreistag.

„Dieses Schreiben zeigt: Die Forderung nach einer besseren Luftrettung kommt nicht aus dem Wahlkampf, sondern aus der kommunalen Verantwortung für die Menschen vor Ort“, so Münster. Es handele sich um ein gemeinsames Anliegen aus Kreistag, Verwaltung und Bevölkerung.

Zugleich macht Münster deutlich, dass der Landkreis Cochem-Zell mit dieser Forderung keineswegs alleinsteht. Auch in anderen ländlich geprägten Regionen von Rheinland-Pfalz wird seit Monaten auf vergleichbare Defizite hingewiesen. So haben zuletzt unter anderem drei Landräte aus dem Westerwald öffentlich einen nachtflugtauglichen Rettungshubschrauber für ihre Region gefordert. Dies unterstreiche, dass es sich um ein strukturelles Problem des ländlichen Raums handle – und nicht um eine Einzelmeinung.

Zur aktuellen politischen Debatte erklärt Münster: „Ich habe nie behauptet, dass Lösungen kostenfrei oder über Nacht umzusetzen sind. Aber es ist legitim und notwendig, auf bestehende Versorgungsdefizite hinzuweisen und Verbesserungen einzufordern.“ Der Hinweis auf Kosten und Personalbedarf dürfe kein Argument sein, dringend notwendige Schritte auf unbestimmte Zeit zu vertagen.

Aus Sicht der CDU greift es zudem zu kurz, den Nachtflugbetrieb ausschließlich an einem Randstandort des Landes im Mainz zu konzentrieren. Zentralere und weitere Standorte könnten große Teile von Eifel, Mosel und Hunsrück deutlich schneller erreichen und damit Leben retten. Diese Frage müsse offen, fachlich und datenbasiert diskutiert werden.

Pressemitteilung CDU Cochem-Zell

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Kommentare
10.02.202614:45 Uhr
FrankH

Dieses Thema wurde seitens der Politik schon häufig aufgegriffen, nach der Wahl lässt das Interesse dann regelmäßig stark nach. Auch weil es ganz einfach zu kurz greift. Ein Rettungshubschrauber kann kein Krankenhaus ersetzen. Die Luftrettung ist durch das Wetter begrenzt, in der Nacht noch mehr wie am Tag. Sorgen Sie für genügend und v.a. gut ausgebildete Notfallsanitäter. Sorgen Sie für sinnvolle medizinische Anlaufstellen. Das wäre sicherlich sinnvoller, als der simple Rufe nach Luftrettung als Lösung aller Probleme.

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