Politik | 06.09.2019

Große Resonanz bei Archiven, Bibliotheken und Museen

Landesprogramm „Bestandserhaltung“ erfolgreich

Region. Das schriftliche kulturelle Erbe in Archiven, Bibliotheken und Museen ist durch viele Faktoren in seinem Bestand bedroht: Gestiegene Benutzerfrequenzen, schlechte Lagerungsbedingungen, mangelnde konservatorische Betreuung, Tintenfraß, Feuchtigkeit und Schimmel sind nur einige Stichworte. Das schriftliche Kulturgut im Original zu erhalten, ist auch in Rheinland-Pfalz eine dringende und zentrale Langzeitaufgabe. Dafür wurde erstmals ein landeseigenes Pilotprogramm „Bestandserhaltung in Archiven, Bibliotheken und Museen in Rheinland-Pfalz“ ins Leben gerufen, für das im Doppelhaushalt des Landes 2019/2020 jährlich 200.000 Euro zur Verfügung stehen. Insgesamt sind für das Förderprogramm 2019 33 Anträge ganz unterschiedlicher Institutionen eingegangen; vom Stadt- oder Gemeindearchiv, über kleinere und größere Bibliotheken bis hin zu einzelnen Museen. „Der Landesregierung ist die Sicherung der kulturellen Überlieferung ein wichtiges Anliegen. Schriftliche Überlieferungen enthalten wertvolle Informationen für die nach-folgenden Generationen und sind die Basis unserer Demokratie. Deshalb unterstützen wir mit unserem Förderprogramm die Archive, Bibliotheken und Museen im Land. Im Doppelhaushalt 2019/20 haben wir insgesamt 400.000 Euro für die ‚Bestandserhaltung‘ eingestellt. Die Resonanz auf unser Förderprogramm ist groß: von ganz unterschiedlichen Institutionen wie Stadt- oder Gemeindearchiv, kleinere und größere Bibliotheken bis hin zu einzelnen Museen konnten 14 Anträge mit einem Fördervolumen von rund 112.400 Euro positiv beschieden werden. Hierbei war es wichtig, dass alle drei Sparten, Archive, Bibliotheken und Museen, berücksichtigt werden konnten und insbesondere auch kleinere, sehr engagierte Institutionen“, betonte Kulturminister Konrad Wolf. Unter den 14 geförderten Institutionen befindet sich zum Beispiel die Abtei Marienstatt. Durch Restaurierung sollen zwei Bände des historischen Altbestandes der Bibliothek sowie eine Archivalie benutzbar gemacht und dauerhaft erhalten werden. Das Stadtarchiv Mainz hatte erfolgreich einen Antrag zur Restaurierung und Nutzbarmachung des „Großen Plans der Stadt und Festung Mainz 1734/35“ von Maximilian von Welsch gestellt und das Leutesdorfer Dorfmuseum e.V. konnte mit einem Antrag zur Restaurierung der Nachbarschaftsbücher Leutesdorf überzeugen. In den Büchern sind neben Eintragungen über Geburten, Hochzeiten und Sterbefällen auch allgemeine politische Geschehen sowie dörfliche Ereignisse aufgeführt. Dies macht sie zu geschichtlichen Quellen von großem Wert. Die Einbände und Seiten der Bücher aus den Jahren 1756, 1805 und 1824 sind durch viele Nutzungen sowie unsachgemäße Lagerung geknickt und beschädigt. Das Förderprogramm des Landes „Bestandserhaltung in Archiven, Bibliotheken und Museen in Rheinland-Pfalz“ sieht vor, dass der Antragsteller nur 10 Prozent der Antragssumme als Eigenanteil nachweisen muss, beim Bundesprogramm liegt dieser Eigenanteil deutlich höher und kann bis zu 50 Prozent betragen. Mit Ausnahme der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz und des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz, für die eigene Sondermittel für die Bestandserhaltung zur Verfügung stehen, können an diesem Pilotprogramm Museen, Archive und Bibliotheken kommunaler und kirchlicher Träger, aber auch Landeseinrichtungen (incl. Hochschulen und Universitäten) partizipieren, sofern sie schriftliches historisches Kulturgut bewahren. Mindestkriterien wie zum Beispiel der Nachweis, dass die Einrichtung der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, und ein Bestandserhaltungskonzept vorliegt, müssen erfüllt sein. Folgende Einrichtungen waren in der abgeschlossenen Antragsrunde erfolgreich: Heimat- und Bürgerverein Bad Bodendorf (1.370 Euro), Stadtarchiv Bad Kreuznach (17.991,80 Euro), Europäisches Burgeninstitut (4.000 Euro), Stadtarchiv Cochem (7.300 Euro), Leutesdorfer Dorfmuseum e.V. (4.010 Euro), Stadtarchiv Linz am Rhein (4.500 Euro), Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz (7.117,34 Euro), Stadtarchiv Mainz (4.500 Euro); Ortsgemeinde Ober-Olm (19.800 Euro), Historisches Museum der Pfalz (9.300 Euro), Vermögensverwaltungsgesellschaft Abtei Marienstatt mbH (17.473,37 Euro), Stadtbibliothek Weberbach Trier (3.609 Euro), Stadtbibliothek Worms (3.427 Euro), Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz (8.000 Euro). Weiterführende Informationen finden Interessierte auf der Seite „Landesstelle Bestandserhaltung Rheinland-Pfalz“: https://lbz.rlp.de/de/ueber-uns/landesstelle-bestandserhaltung-in-rheinland-pfalz:

Pressemitteilung des

Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur

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