Politik | 19.09.2014

Kreis- und Umweltausschuss behandelte Probleme der Ahrtalbahn

Landrat will wegen Bahnsteigen moderieren

Wolfgang Schlagwein: Die Leute haben gelernt, vorher zu protestieren

Stephan Pauly (hinten, links) referierte im KUA. wite

Ahrweiler/Kreuzberg/Dernau. Auf Initiative von Landrat Dr. Jürgen Pföhler wurde jetzt im Kreis- und Umweltausschuss (KUA) das Thema „Beförderungsleistung Ahrtalbahn“ öffentlich behandelt. Vom Zweckverband SchienenPersonenNahVerkehr (SPNV) Nord Rheinland-Pfalz konnte aus Termingründen kein Vertreter an der Sitzung teilnehmen. So nahm Stephan Pauly, Geschäftsführer des SPNV Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM), zu der zuletzt immer lauter und heftiger gewordenen Kritik wegen Zugkürzungen, Zugverspätungen- und Ausfällen sowie Problemen mit den Bahnsteigen Stellung. Hierbei kritisierte Pauly in einem Rundumschlag Medienberichte und Leserbriefschreiber der letzten Wochen. Dabei seien an den Herbst-Wochenenden nur vier Zugpaare weggefallen. Den Wegfall dieser Zusatzzüge begründete Pauly mit deren Auslastung von Kreuzberg ahrabwärts mit etwa „fünf Prozent.“ Die breite Kritik ist für Stephan Pauly daher ungerecht. Vor allem, weil derzeit auf der Ahrtalbahnstrecke so viele Kilometer wie noch an Fahrleistung angeboten würden, hauptsächlich durch die Ausweitung des „Dernauer Taktes“ (Dernau - Remagen - Dernau) von bislang Montag bis Freitag auf die ganze Woche.

Platzkapazität

Zudem stellte der SPNV-Geschäftsführer die erhöhte Platzkapazität in den neuen Triebwagen auf dieser Strecke heraus. Die immer wieder aufflammende Fahrgast-Kritik wegen Zugverspätungen- und Ausfällen sei ärgerlich, aber bei neuen Zügen eben nicht auszuschließen. Auch zur Kritik wegen der Einstiegshöhe, insbesondere am Haltepunkt Ahrweiler Markt und am Bahnhof Rech, bezog Pauly Stellung. Auf dem großen Streckenbereich des „Kölner Dieselnetzes“ lasse sich dies - bei völlig unterschiedlichen Bahnsteighöhen - nun einmal nicht immer verhindern. An diesen beiden Halten an der Ahrtalbahn liegt der Bahnstieg bei nur etwa zwölf Zentimetern über Gleishöhe. Hierfür werde jedoch nach Lösungen gesucht. Die öffentliche Kritik an den Zu- und Ausstiegsproblemen am Haltepunkt Ahrweiler Markt hält Pauly für überzogen. „Wir werden dies mit den betroffenen Kommunen und den Verantwortlichen sowie im Arbeitskreis ÖPNV beraten,“ will Landrat Dr. Jürgen Pföhler moderieren und sich um die Beseitigung dieser Zustände kümmern. Er habe nach den Hinweisen auf die Zugausfälle auch direkt reagiert - und es sei auch etwas passiert. So werden an den Winzerfesten in Rech und Dernau wieder Zusatzzüge verkehren. Noch am 20. August hatte der SPNV Nord hierzu auf Anfrage mitgeteilt: „Wir werden gemeinsam mit unseren Vertragspartnern von DB Regio NRW beobachten, ob der neue Fahrplan von den angebotenen Kapazitäten auch im oberen Abschnitt der Ahrtalbahn ausreicht.“ Nun haben die Verantwortlichen doch schnell gehandelt. Nach Information von Blick aktuell verkehrt bereits ab dem 20. September, jeweils Samstag und Sonntag, sowie am 3. Oktober jeweils ein Zusatzzug in jede Richtung in den Haupt- An/Abreisezeiten:

Remagen ab 10:27 Uhr; Kreuzberg an 11:04 Uhr

Kreuzberg ab 15:52 Uhr; Remagen an 16:32 Uhr.

Zudem wurden am Wochenende des Recher Luzia Marktes (06./07. Dezember) demnach nun doch wieder Zusatzzüge fahren. Ein Grund für die Zugausfälle sei, so Dr. Jürgen Pföhler, wohl auch fehlender Dieseltreibstoff am Bahnhof Remagen gewesen.

Nur Verbesserungen angesprochen

Ingrid Näkel-Surges (CDU) widersprach der Pauly-Schelte an der öffentlichen Kritik sehr deutlich. „Uns gegenüber wurden immer nur die Verbesserungen angesprochen.“ Von Zugkürzungen hingegen sei hierbei nie die Rede gewesen. Dabei hätten diese zusätzlichen Zugverbindungen in den Herbstmonaten touristisch eine hohe Bedeutung. Auch die von Stephan Pauly genannte geringe Auslastung mancher Züge zu nur fünf Prozent stellte sie, durch eigene Beobachtungen gestützt, infrage. Pauly musste eingestehen, „dass es in der Kommunikation das ein oder andere gegeben habe.“ Wolfgang Schlagwein (Bündnis 90/Die Grünen) verwies in seinen Ausführungen auf die mangelnde und immer mehr zurückgebaute Infrastruktur an der Ahrtalbahnstrecke. So den Abbau des zweiten Gleises am Bahnhof Walporzheim Mitte der 90er Jahre. Und zu Paulys Tadel an der breiten öffentlichen Kritik: „Damals gab es keine Proteste. Hieraus haben die Leute gelernt und tun dies jetzt vorher.“ Zu den Verspätungen und Ausfällen äußerte er sich ebenfalls. Bei der Deutschen Bahn reiche ein einziger Zug, um den Fahrplan einen ganzen Tag aus dem Takt zu bringen, so Schlagwein. „Die Fahrgäste sind sauer.“ Auch die von Stephan Pauly genannte Zugauslastung zu nur fünf Prozent griff Wolfgang Schlagwein auf. „Fahrgastzählungen werden nur dann genannt, wenn sie als Begründung für Kürzungen bei Bahnen und Bussen dienen.“ Wilhelm Busch (CDU) beklagte in seiner Darstellung die Zug- und Fahrpreisausfälle.

Stephan Pauly (hinten, links) referierte im KUA. Foto: wite

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