Politik | 21.07.2020

Leserbrief zur Kandidatur von Thomas Spitz als Bürgermeister für Rheinbach

„Landsturm und Rathauszinnen“ aus Sicht des Landsturms

In letzter Zeit ist wiederholt zu beobachten, dass sich einige Rheinbacher/innen dazu aufgerufen fühlen, die politischen Geschehnisse in unserer Heimatstadt aus ihrer persönlichen Sicht einem mehr oder weniger interessierten Leserkreis frei Haus zu liefern, ohne sich selbst jemals positioniert zu haben oder öffentlich in Erscheinung getreten zu sein.

Damit wir uns nicht gleich falsch verstehen: Die freie Meinungsäußerung ist ein wichtiger Stützpfeiler unserer Demokratie und zeichnet dieses hohe Gut in besonderem Maße aus. Der Rheinbacher Landsturm macht hiervon ja auch gerne und umfangreich Gebrauch!

Natürlich werden derzeit alle Bürgermeisterkandidaten daraufhin durchleuchtet und betrachtet, wie und wo sie mit ihren Aktivitäten im Stadtbild zu verorten sind. Weiterhin muss es den Kandidaten ausdrücklich nicht zum Nachteil gereichen, Mitglied in einem oder mehreren Vereinen oder anderen kulturellen Gremien und Zusammenschlüssen zu sein. Letztendlich wird die auf das Stadtgebiet begrenzte Kandidatur von den dort registrierten Wählerinnen und Wählern am Wahltag in einer Wahlkabine in Rheinbach entschieden. Für diese Entscheidung braucht es dann auch einiges an Input. Der Rheinbacher Landsturm, welcher in wechselnder, aber immer noch überschaubarerer Anzahl aller jemals registrierten Mitglieder seit mehr als 52 Jahren das Rheinbacher Geschehen auf die Bühne bringt und dort persifliert, war und wird zukünftig niemals als Steigbügelhalter für eine politische Partei oder einen als solchen erkennbaren Bewerber fungieren. Dass jetzt ein Kandidat für die Position des Bürgermeisters mit dem Rheinbacher Landsturm in Verbindung gebracht wird, mag nicht verwundern, bedarf aber aus unserer Sicht der deutlichen Klarstellung. Auf die im Kreise des Landsturmes vorgetragene Absicht eines Landstürmers zu seiner Bürgermeisterkandidatur folgte intern eine offene und intensive Diskussion mit einer ausführlichen Abwägung der damit verbundenen öffentlichen Reflexe. Die aus der Kandidatur als Bürgermeister zu erwartenden Interessenkonflikte und der ebenfalls zu sehenden Problematik der grundsätzlichen Unvereinbarkeit zwischen Landsturmbühne und Mandat hat die Landsturmmänner lange und nachhaltig beschäftigt; und tut es immer noch.

Man muss nicht zwangsläufig aus Vereinen oder ähnlichen Zusammenschlüssen austreten, wenn man für ein politisches Amt kandidiert. Der Spagat aber, zum einen Teil des politischen Geschehens in Rheinbach zu sein und gleichzeitig als ausführende Person auf der Bühne zu stehen, darf insgesamt als schwer vermittelbar betrachtet werden. In dem derzeit tobenden Wahlk(r)ampf kann man in der vorstehend beschriebenen Konstellation nur eine der genannten Seiten konsequent bedienen. Der unabhängige Bewerber weist durchgehend darauf hin, dass er sich als parteiloser Kandidat für das Amt des Bürgermeisters bewirbt. Insofern war sein Schritt, zunächst aus dem Rheinbacher Landsturm auszutreten, ebenfalls nur konsequent.

Alles andere würde auch der langen Tradition dieses losen Zusammenschlusses von Männern, die vorbehaltlos und ohne politische Beschwernisse jedes Jahr ein satirisch geprägtes Unterhaltungsprogramm auf die Rheinbacher Landsturmbühne bringen, nicht gerecht werden.

Für den Rheinbacher

Landsturm Peter Eich

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