Politik | 19.07.2023

BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus

„Letzte Generation“: Legitimer Protest oder gefährlicher Radikalismus?

In Koblenz klebten sich Mitglieder der „Letzten Generation“ auf dem Friedrich-Ebert-Ring fest.  Foto: Sarah Pischke

Koblenz. Unter der Rubrik „BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus“ betrachten wir regelmäßig das Für und Wider von Themen, die uns alle bewegen. Dieses Mal geht es um die Klimaproteste der „Letzten Generation“.

Auch in Koblenz kam es kürzlich zu einer Sitzblockade durch die Klimaaktivisten: Mehrere Mitglieder der „Letzten Generation“ klebten sich auf dem Friedrich-Ebert-Ring fest, um, wie es in einer zeitgleich versendeten Pressemitteilung hieß, auf den „unzureichenden Schutz der Bevölkerung vor den lebensbedrohlichen Gefahren durch die Klimakrise“ aufmerksam zu machen. Der Protest wurde von der Koblenzer Polizei aufgelöst; die Beteiligten erwartet nun ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Nötigung.

Aber wie sind solche Protestformen zu bewerten? Stellen sie noch ein angemessenes Mittel im demokratischen Diskurs dar oder gehen die Klimaaktivisten mit ihren Aktionen schon zu weit?

Pro: „Ziviler Ungehorsam ist durchaus angebracht“

Die Protestformen der „Letzten Generation“ sind radikal, aber eben auch notwendig, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und Politik auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes zu lenken. Sie rufen dazu auf, unsere kollektive Ignoranz gegenüber den drohenden Auswirkungen des Klimawandels endlich zu überwinden und aktiv zu werden!

Verkehrsblockaden oder Vandalismus sind Ausdruck der Frustration und Angst einer jungen Generation, die weiß, dass ihr die Zeit davonrennt – eine Erkenntnis, die viele Ältere noch überhaupt nicht erreicht zu haben scheint. In Anbetracht der Gefahren, die die Klimakrise für die Menschheit birgt, ist ein wenig ziviler Ungehorsam dabei durchaus angebracht.

Contra: Die Proteste verfehlen ihr Ziel

Die Methoden der „Letzten Generation“ sind nicht nur moralisch fragwürdig, sie sind vor allen Dingen auch: gesetzeswidrig. Keine Vereinigung, egal, welch hehre Ziele sie sich auf die Fahnen schreibt, steht über dem Gesetz!

Und dabei ist es nicht einmal so, dass die Mitglieder der „Letzten Generation“ ihr Ziel, Aufmerksamkeit auf den Klimawandel zu lenken, mit ihren zweifelhaften Maßnahmen auch tatsächlich erreichen würden. Ist es nicht vielmehr so, dass nach Aktionen wie der in Koblenz alle über den Protest an sich diskutieren und der Klimaschutz dabei vollkommen in den Hintergrund rückt? Die Protestaktionen sind also nicht nur gefährlich, sie machen auch gar keinen Sinn.

Wie ist Euer BLICKwinkel?

Und nun sind unsere BLICK aktuell-Leser gefragt: Wie ist Euer BLICKwinkel auf die Protestaktionen der „Letzten Generation“? Lasst uns Eure Meinung wissen – auf unseren Social Media-Kanälen, unserem Webportal www.blick-aktuell.de oder mit einem Leserbrief unter Nennung des vollen Namens und Wohnorts per E-Mail an blickwinkel@kruppverlag.de.

BA

In Koblenz klebten sich Mitglieder der „Letzten Generation“ auf dem Friedrich-Ebert-Ring fest. Foto: Sarah Pischke

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Kommentare
02.08.202308:16 Uhr
Amir Samed

Scheinbar eine neue "Aktion" der LG, zumindest ist das Drohschreiben damit unterzeichnet, denn nachdem der Stadtrat in Mülheim (NRW) die Stilllegung einer Straßenbahnlinie beschließt, erreicht die Politiker ein solches Drohschreiben. Die Verfasser kündigen Schäden in Millionenhöhe an. Selbst die Familien der Stadträte werden bedroht. Zumindest hier wurde nun der Staatsschutz eingeschaltet, jetzt sind auch Politiker betroffen.

01.08.202318:36 Uhr
juergen mueller

Diese Art von Aufmerksamkeit ist schon lange mit Recht in Unverständnis u. Ablehnung umgeschlagen u. das ist gut so, weil Radikalisierung in Verbindung mit Beschädigung u. Zerstörung keine Lösung beinhaltet. Fridays of Future hat zumindest auf friedlichem Wege erreicht, dass in der Politik der Klimawandel mit seinen Folgen zumindest wieder Beachtung findet. Grundlegend hat sich garnichts bis wenig geändert, bis jetzt. 32 durch komplette Ignoranz u. Missachtung geführte CDU-Jahre, in denen NICHTS passierte, führen jetzt dazu, dass man die Ampel für ihr Bemühen mit der, zugegebenermaßen, Holzhammermethode, etwas in einer (zu)kurzen Zeit zu (ver)ändern in allem verteufelt, ein Bemühen i. V. auch mit den Folgen des Ukraine-Krieges. GRÜN ist immer noch Vorreiter für eine Politik, ausgerichtet auf den Schutz unseres Planeten u. eine Zukunft für künftige Generationen, was man von den anderen Parteien nicht behaupten kann. Viele wollen dass alles gut wird/bleibt, bis es einen selbst trifft.

01.08.202315:16 Uhr
Thomas Brandt

Direkt befürworten tue ich diese Aktionen nicht.
Aber es zeigt doch das dadurch Aufmerksamkeit erzeugt wird.
Wieviel Jahrzehnte wird über den Klimawandel gesprochen?
Wieviel Jahrzehnte treffen sich Politiker zu einen „Klimagipfel?
Was ist aus der grünen Partei geworden, Baerbock ist mehr in der Luft als auf dem Boden, wieviel Geld wird an andere Länder „gespendet“ , bei uns werden Heizungen verboten, der einzelne kann sich nicht wehren, die Autoindustrie schon, sie bestimmt das Verkehrsministerium.
Die Wirtschaft muss wachsen, da muss das Klima hinten anstehen.
Diese Klimaaktivisten werden durch Propaganda als Kriminelle, Terroristen abgestempelt.
Es gibt das Sprichwort= Es soll regnen, aber ich darf nicht nass werden.
Können mir die Gegner dieser Demonstranten mal sagen was sie seit 30/40 Jahren am Klima verbessert hat? Was unsere Politiker aus Versprechungen, Betroffenheit, Ziele mal produktiv erreicht haben? NULL.
Wir müssen ja mit dem Auto fahren, wollen den Kühlschrank mit billigem Fleisch voll haben, brauchen unseren Urlaub in ferne Länder usw.
Täglich kommen Berichte über Klimakleber, ist das Gehirn von uns so vernebelt durch die Medien die sich an der Politik orientieren das wir nicht mal nachfragen was jetzt passiert, was die Politik verbessern will?

31.07.202321:12 Uhr
Elisabeth Große

Mit ihren gesetzeswidrigen Aktionen nimmt die "Letzte Generation" in Kauf, Menschenleben zu gefährden. Es handelt sich um Sachbeschädigungen und Nötigung und das "eigentliche" Ziel, auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, wird komplett verfehlt. Polizeikräfte können ihren eigentlich Aufgaben nicht nachkommen, wenn ständig "Klimakleber" von der Straße gelöst werden müssen. So werden vermeidbare Kosten verursacht, auch für Schäden an Straßen oder Gebäuden. Menschen, die zur Arbeit fahren wollen oder auch zu einem anderen wichtigen Termin (z. B. Krankenhaus) müssen, werden genötigt und behindert.
Außerdem ist die "Letzte Generation" auch unglaubwürdig: sie fahren mit Autos zu den Protesten und fliegen zwischendurch in Urlaub - das verursacht auch einen erhöhten CO2-Ausstoß.
Niemand diskutiert wegen ihrer Maßnahmen über Klimaschutz. Somit sind die Maßnahmen der "Letzten Generation" sinnlos, unwirksam und unnötig und belasten die Umwelt letztendlich noch mehr.

26.07.202308:22 Uhr
Amir Samed

Es gibt kein "Pro" mehr, nachdem nun Chatprotokolle die schon terroristischen Tendenzen dieser kriminellen Organisation aufzeigen, welche die Masse an bereits begangenen Straftaten bei weitem übertrifft.

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