Politik | 18.05.2016

Wählervereinigung Bürger für Meckenheim bewertet polizeiliche Kriminalitätsstatistik

Licht, Schatten und offene Fragen

Meckenheim. Meckenheim soll eine sichere Stadt werden: Darum kümmert sich dankenswerterweise die überparteiliche Bürgerprojektgruppe Sicherheit (BPS). Sie steht dazu unter anderem in Kontakt mit der Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa. Diese hat jetzt in einem Schreiben an die BPS die für Meckenheim relevanten Zahlen zur polizeilichen Kriminalstatistik 2015 übermittelt. Da die Zahlen für Wohnungseinbruchdiebstahl im Vorjahr mit 125 sehr hoch lagen, fällt die Reduzierung auf 85 Einbrüche beziehungsweise Einbruchsversuche ins Auge.

Die Polizeipräsidentin betont, dass die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs Handlungsschwerpunkt ist und auch bleibt. Der Erfolg dieser polizeilichen Maßnahmen ist offenkundig und zu begrüßen. Zu den Maßnahmen gehörten auch die Ansprache der Bürger und die Beratung zur Sicherung ihres Eigentums. Das haben viele Bürger auch umgesetzt und entsprechend „aufgerüstet“, wie bei einem Gang durch Meckenheim festgestellt werden kann. Gitter, Bewegungsmelder, einbruchssichere Türen und Fenster sind reichlich installiert worden. Insofern ist ein Teil des Erfolgs auch auf Kosten - im finanziellen Sinn - der Bürger zu verbuchen. Aber immer noch wurde nahezu jeden vierten Tag in Meckenheim eingebrochen. Daran kann sich niemand gewöhnen. Ein Punkt, der in der öffentlichen Diskussion noch wenig Beachtung gefunden hat, ist die Straßenkriminalität. 390 Delikte dieser Kategorie in 365 Tagen sind eine erschreckend hohe Zahl. 19 verschiedene Arten von Straftaten fallen in diese Rubrik. Dazu gehören die 126 Autoaufbrüche, die verzeichnet werden mussten. Auch wenn die Zahl im Vergleich zum Vorjahr (160) sank, bedeutet das immer noch, dass ungefähr jeden dritten Tag eine solche Straftat in Meckenheim stattfand. Wer sind die Täter und woher kommen sie? Dies geht aus den Zahlen für Meckenheim nicht hervor. Für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Bonn können Angaben dazu von der Homepage der Polizei abgerufen werden. Was geschieht eigentlich mit den ermittelten Tatverdächtigen? Die Polizei gibt ihre Ermittlungsergebnisse an die Staatsanwaltschaft weiter. Der weitere Verlauf in der Justiz geht aus der Polizeistatistik naturgemäß nicht hervor. Werden die Täter auch verurteilt? Zu dieser Frage herrscht große Besorgnis bei den Bürgern. Öffentliche Statistiken sind nicht bekannt.

Es kursieren Informationen über Untersuchungen in beispielhaft ausgewählten Städten, nach denen sich die Zahl von Verurteilungen in Bezug auf Einbrüche („Verurteilungsquote“) im einstelligen Prozentbereich bewegt. Der bekannte Kriminologe Professor Dr. Christian Pfeiffer äußerte sich wie folgt: „Bundesweit liegt die Verurteilungsquote bei angezeigten Einbrüchen bei 2,6 Prozent. 97,4 Prozent der Täter können also mit der Beute abziehen.“

Hier muss die Politik die Justiz in die Pflicht nehmen, um Verbesserungen zu erzielen, Transparenz herzustellen und Misstrauen abzubauen. Das ist in Meckenheim ein Fall für den kriminalpräventiven Rat. Dieser soll ja bekanntlich unter Führung der Stadtspitze die Zusammenarbeit mit Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichten und anderen Institutionen zur Reduzierung der Kriminalität gewährleisten. Dabei fällt auf, dass die Polizeipräsidentin diese Institution mit keinem Wort erwähnt. Hat er keinen Beitrag zur Senkung der Kriminalität geleistet? Auch diese Frage wäre zu klären.

Pressemitteilung der

Wählervereinigung

Bürger für Meckenheim

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