Politik | 29.01.2024, 10:08 Uhr

„Liebe Politik, wir und unsere 13.000 Mitarbeitenden möchten die Krankenhausreform unbesorgt erleben!“

 Quelle: Marienhaus-Gruppe
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Waldbreitbach. Seit langem ist die Zeit reif für eine Reform des Gesundheitswesens und seit langem wissen wir alle, dass es einer Reform bedarf. Nur, wann kommt sie? Wird sie bedarfsorientiert sein – für Städter genauso wie für die Menschen auf dem Land? Und wird sie die gesetzlich verankerte Trägervielfalt berücksichtigen?

Seit Monaten haben wir nur ernüchternde Erkenntnisse: Dass über, aber nicht miteinander gesprochen wird. Dass bewusst die notwendige Bereinigung des Überangebots an stationärer Versorgung durch ungesteuerte Insolvenzen in Kauf genommen wird. Dass eine zunehmende Ambulantisierung gefordert wird, ohne über die notwendigen Nachsorgestrukturen zu sprechen. Dass aus politischem Kalkül heraus, bedarfsferne Versorgungsstrukturen auf kommunalen oder städtischen Ebenen über Subventionierungen künstlich am Leben erhalten werden.

Auf der anderen Seite sehen wir erschöpfte, überlastete und verunsicherte Mitarbeitende, einen zunehmenden Personalrückgang durch Ausstieg oder Renteneintritt. Und wir sehen den Kostendruck insbesondere bei nicht subventionierten privaten und freigemeinnützigen Trägern ohne ausreichende Gegenfinanzierung, eine bewusste Gefährdung der Überlebensfähigkeit vieler Träger und damit einen indirekten Eingriff in die Trägervielfalt.

Seit 160 Jahren widmet sich die Marienhaus-Gruppe als christlicher Träger von Kliniken, Senioreneinrichtungen, Hospizen sowie Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und an 365 Tagen der Versorgung von rund 500.000 Menschen im Jahr. Dies wollen wir bedarfsgerecht und im Dialog mit Politik, anderen Trägern und den Kassen auch in Zukunft leisten.

• Wir haben uns entschlossen, zu sprechen. Wir stehen bereit für jeden Dialog. Wir geben gerne Auskunft über das, was uns bewegt und wie wir die Zukunft eines modernen und den Menschen in allen Regionen unseres Landes zugewandten Gesundheitssystems sehen.

• Wir brauchen sofortige Übergangshilfen, um die massiv gestiegenen Kosten, an denen wir unsere Patientinnen und Patienten nicht beteiligen können, auszugleichen.

• Wir wollen an einer durchdachten, bedarfsgerechten Transformation des Gesundheitswesens mitwirken.

• Wir brauchen echte Entbürokratisierung, um mehr Zeit in Medizin und Pflege zu verwenden und damit auch dem Fachkräftemangel effektiv entgegenzuwirken.

• Wir benötigen verlässliche Investitionsmittel zur Sicherung von Behandlungsqualität, Innovation und Umweltschutz.

• Wir brauchen eine umgehende Erstattung der Behandlungskosten zu denen im Vorfeld festgelegten und vertraglich fixierten Sätzen.

Wir als Marienhaus-Gruppe und damit alle unsere 13.000 Mitarbeitenden müssen die Reform erleben und mitgestalten dürfen. Darüber wollen wir reden!

Pressemitteilung

der Marienhaus-Gruppe

Quelle: Marienhaus-Gruppe

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