Gemeinderat Swisttal beriet über Sportanlage Buschhoven
Linksabbiegerspur soll zunächst nicht gebaut werden
Swisttal. Mit großer Mehrheit ging der Swisttaler Gemeinderat den nächsten Schritt auf dem Weg zur neuen Sportanlage in Buschhoven. Nach der Abwägung der vorgetragenen Anregungen und Hinweise aus der Bevölkerung und von den Trägen öffentlicher Belange im Rahmen der vorgezogenen Bürgerbeteiligung wurde der Rechtsplan in Auftrag gegeben. Der soll allerdings zusammen mit seiner Begründung dem Planungsausschuss noch einmal zur Beratung vorgelegt werden.
Die Sozialdemokraten nutzten dabei die Gelegenheit, noch einmal auf ihre Ablehnung des gesamten Projekts aufmerksam zu machen, für das es nach ihrer Ansicht keine Notwendigkeit gebe. Aber wenn schon, dann müsse man zumindest eine Linksabbiegerspur auf der Landstraße L493 zwischen Morenhoven und Buschhoven an der Abzweigung zum Sportplatz hin einrichten, wie es auch der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen in seiner Stellungnahme gefordert hatte. Die Begründung der Gemeinde, warum man die Linksabbiegerspur nicht brauche, sei jedenfalls „hanebüchen“.
Gemeinde: Abbiegen gefahrlos möglich
Die hatte argumentiert, das Verkehrsaufkommen sei gering und bestehe überwiegend aus Ortskundigen. Weiterhin sei im Kurvenbereich vor der Sportanlage Tempo 70 vorgeschrieben. Zudem werde die Sportanlage überwiegend von Schülern aus Buschhoven und Morenhoven genutzt und daher meist mit Fahrrädern angefahren. „Eltern, die ihre Kinder bringen, kennen die Einfahrtsituation nach kurzer Zeit und fahren die Einmündung verlangsamt an, wenn Gegenverkehr besteht. Ein Abbiegen ist daher gefahrlos und ohne Beeinträchtigung des Gegenverkehrs möglich“, heißt es weiter.
Der weitere Vorschlag der Gemeinde, erst einmal abzuwarten, wie sich die Sache entwickle, und dann bei Bedarf doch noch anders zu entscheiden, könne er jedenfalls nicht nachvollziehen, so Ostermann. „Wir können doch nicht warten, bis etwas passiert ist“, schüttelte er den Kopf. „Erst will man Millionen für ein Projekt ausgeben, für die es keinen Bedarf gibt da - und dann fängt man kleinlich an, an der Sicherheit zu sparen“, zeigte der Sozialdemokraten Unverständnis. Er bat die CDU, noch einmal in sich zu gehen und ihre Einstellung zu der Sache zu überdenken.
Bau einer Linksabbiegerspur nicht ganz billig
Die Erste Beigeordnete Petra Kalkbrenner hingegen wies darauf hin, dass es in Swisttal eine Vielzahl vergleichbarer Verkehrssituationen gebe, wo ebenfalls keine Linksabbiegerspur vorhanden sei. Abgesehen davon sei der Bau einer Linksabbiegerspur nicht ganz billig, man müsse mit Baukosten von 80.000 Euro und noch einmal 80.000 Euro als Ablösesumme für künftige Unterhaltungsmaßnahmen rechnen. Jürgen Pump (CDU) machte zudem deutlich, dass Kinder auf Fahrrädern ohnehin nicht über die Landstraße fahren würden, sondern sicher auf dem ausgebauten Radweg zwischen Morenhoven und Buschhoven. Auch Bürgermeister Eckhard Maack fand es falsch, schon vorab vor den Wünschen des Landesbetriebes zu kapitulieren, und Gertrud Klein (CDU) konnte die ganze Aufregung ohnehin nicht verstehen: „Da hat die SPD etwas gefunden, auf dem sie rumreiten kann. Dabei sind ihre Argumente an den Haaren herbeigezogen.“
Auf Nachfrage von Dr. Karl-Heinz Lamberty (FDP), der sich ebenfalls für eine Linksabbiegerspur aus Sicherheitsgründen aussprach, räumte Kalkbrenner allerdings ein: „Es kann passieren, dass wir die Baugenehmigung für den Sportplatz nur bekommen, wenn wir eine Linksabbiegerspur bauen.“ Doch das müsse man abwarten.
Maack berichtete dem Rat außerdem von einem Schreiben der Deutschen Post vom 24. Juli, wonach die Postfiliale in Buschhoven zum 31. Oktober geschlossen werde. Allerdings sei man auf der Suche nach einer neuen Filiale und bitte auch um die Mithilfe der Kommunalpolitik. Wenn man fündig geworden sei, gebe es weitere Informationen.
Ehrenurkunde für Bürgermeister Lefebvre
Der „Motor der Partnerschaft“ zwischen der Gemeinde Swisttal und dem französischen Quesnoy-sur-Deûle, der französische Bürgermeister Roger Lefebvre, werde Anfang nächsten Jahres in den Ruhestand gehen, so Maack weiter.
Anlässlich einer Feierstunde werde eine Delegation aus der Gemeinde Swisttal in die Partnerstadt fahren, um ihm zum Erhalt der französischen Verdienstmedaille zu gratulieren. Außerdem soll Maack ihm eine Urkunde überreichen, in der Lefebvre für seine langjährige Unterstützung der Partnerschaft gedankt werden soll. Seine unermüdlichen Bemühungen um ein brüderliches Verhältnis zwischen den Gemeinden hätten maßgeblich dazu beigetragen, eine bessere gegenseitige Verständigung zu erreichen und die europäische Idee der Zusammengehörigkeit zu vertiefen.
