Politik | 03.03.2017

Andernacher Oberbürgermeister Achim Hütten stellt sich zur Wiederwahl

„Mach’s noch einmal Achim!“

SPD-Kandidat möchte sich nach drei Amtszeiten weitere acht Jahre in den Dienst der Stadt Andernach stellen

Auf einer Pressekonferenz erläuterte Achim Hütten seine Beweggründe für eine erneute Kandidatur. UBU

Andernach. Achim Hütten (SPD), Andernachs ehemals jüngster Oberbürgermeister, stellt sich nach 24 Jahren Amtszeit der Wiederwahl. Damit folgt er der bereits auf einem Plakat verewigten Aufforderung der Andernacher SPD „Mach’s noch einmal Achim!“. „Er hat Andernach in den letzten Jahrzehnten geprägt wie kein anderer“, stellte Marc Ruland, Stadtverbandsvorsitzender der Andernacher SPD, Oberbürgermeister Achim Hütten vor, der sich bei der OB-Wahl am 19. November um eine vierte Amtszeit bewirbt. Anlässlich einer Pressekonferenz kürzlich im Parkhotel präsentierte der 59-jährige Amtsinhaber eine Fülle von Argumenten, die ihn zum Weitermachen veranlassen. Als Beispiel nannte er das bereits angeschobene Leitbildprojekt, in dem es darum geht, die Stadt so zu gestalten, dass sich die Bürgerinnen und Bürger auch in zehn bis 15 Jahren noch in Andernach wohlfühlen. „Um der Vervollständigung dieses Leitbildes nachzugehen werde ich in den nächsten acht Jahren noch einmal alles mobilisieren, was zu mobilisieren ist“, verweist der Stadtchef auf seine langjährigen Erfahrungen im kommunalen politischen Bereich. Gleiches gelte auch für Wiedereinstieg in den sozialen Wohnungsbau, den es zuletzt Anfang der 60er Jahre in Andernach gegeben habe.

Weitere laufende Projekte seien die Sanierung der historischen Altstadt West, wie beispielsweise die Entwicklung des Weissheimer Geländes. Noch im März soll der Sieger des Ideenwettbewerbs für die Bebauung des Grundstücks an der Rheinfront ermittelt werden. Auch die Ausweisung neuer Gewerbeflächen soll vorangetrieben werden, um Leben und Arbeiten in Andernach zu realisieren. Das sind nur einige der bereits angelaufenen Projekte, die es noch zu realisieren gilt, betont der OB, dem es fern liege dem Beispiel anderer Spitzenpolitiker zu folgen und aufzuhören, um sich ganz einem Hobby zu widmen. Achim Hütten verwies auf einen Kasseler Amtskollegen, der das Bergwandern einer weiteren Kandidatur vorgezogen habe.

Natur als Ausgleich, aber nicht als Beruf

„Ich ziehe die Betätigung in der Natur als Ausgleich zum Beruf und nicht als einen solchen vor“, betont Achim Hütten, der sich in Vollbesitz seiner Kräfte fühle, die er für weitere acht Jahre in den Dienst seiner Heimatstadt stellen wolle. Dabei betonte er, dass es durchaus weniger anstrengende Tätigkeiten gebe, als die eines Oberbürgermeisters in einer Stadt wie Andernach. Dennoch habe er die Entscheidung für eine weitere Kandidatur im Einvernehmen mit seiner Familie getroffen. Einzig seine Tochter meinte: „Papa, lass es sein, du bist alt genug“, zitierte der Familienvater.

Auf eine entsprechende Nachfrage betonte Achim Hütten, dass er nach einer Wiederwahl die volle Amtszeit anstrebe und einen vorzeitigen Abschied nicht in Betracht ziehe. „Nur die Wähler oder der liebe Gott können mich aus diesem Amt abberufen“, wiederholte der Rathauschef seine Worte aus einer vorausgegangenen Wahl. Klar war für Achim Hütten auch, dass er nur als Kandidat seiner eigenen Partei, der SPD antrete. „Ich habe bereits in den vergangenen Jahren immer versucht, mein Amt überparteilich über die Fraktionsgrenzen hinweg auszuüben. Dass sich alle im Bestreben wiederfinden konnten, das Beste für die Stadt und die Bürger zu erreichen, ist der Schlüssel zum Erfolg gewesen“, verweist der OB auf Spitzenpositionen, die Andernach sich in einigen Bereichen erarbeitet habe und auf die es jetzt aufzubauen gelte.

Politischen Nachwuchs fördern

Auf die Frage, wie die Andernacher SPD nach Hüttens Amtszeit, die 2026 aufgrund der Altersbeschränkung definitiv beendet sein wird, personell aufgestellt sein werde, betonte Achim Hütten, dass es eine Aufgabe für die SPD und ihn selbst sei, den politischen Nachwuchs zu fördern. In großer Sorge schien er diesbezüglich nicht zu sein. „Es gibt genug junge Leute in der SPD“, verwies er nicht nur auf den Stadtverbandsvorsitzenden Marc Ruland (35), der bereits über umfangreiche politische Erfahrung verfüge, sondern auch auf die anwesenden Nachwuchskräfte Benedikt Mediger (27), Stadtratsmitglied und Pressesprecher der SPD Andernach, und Benjamin Kastner (27), Ortsvereinsvorsitzender der SPD Kruft. Die zwei zuletzt genannten seien dann schon älter als Hütten zu dem Zeitpunkt als er Bürgermeister wurde, so der Stadtchef.

„Ich ziehe die Möglichkeit in Betracht, dass ich, wie schon vor acht Jahren, der einzige Kandidat um das Amt des Andernacher Oberbürgermeisters sein könnte“, beantwortet Achim Hütten die Frage von „Blick aktuell“ nach möglichen Mitbewerbern. Diese Position bewertet er im Hinblick auf die Wahlkampfstimmung, für die dann alleine gesorgt werden müsse, nicht nur positiv. „Gerade in Zeiten der vielfältigen Angriffe auf die Demokratie ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen“, hofft Achim Hütten auf eine hohe Wahlbeteiligung.

Bei der letzten OB-Wahl im Jahre 2009 erreichte Hütten ein Ergebnis von 90,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 27,3 Prozent.

„Mach’s noch einmal Achim!“

„Mach’s noch einmal Achim!“

Auf einer Pressekonferenz erläuterte Achim Hütten seine Beweggründe für eine erneute Kandidatur. Fotos: UBU

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