Jobcenter Landkreis Neuwied zieht Bilanz nach einem Jahr Corona - Pandemie

Mahlert: „Steigende Langzeitarbeitslosigkeit bereitet Sorgen“

15.04.2021 - 16:42

Kreis Neuwied. Wer im vergangenen Jahr erst einmal arbeitslos geworden ist, hat es schwer, wieder Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen. Nach zwölf Monaten Arbeitslosigkeit gilt eine Person als langzeitarbeitslos. Spätestens dann endet das Arbeitslosengeld I und die betroffenen Menschen werden vom Jobcenter betreut, erhalten Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch II.


Von März 2020 bis März 2021 ist die Zahl der Personen im Kreis Neuwied, die Leistungen nach dem SGB II erhalten, um 580 Personen auf 3.275 Personen gewachsen. Davon sind 1.681 Personen (51,3 Prozent) langzeitarbeitslos. Seit März 2020 ist diese Zahl um 544 Personen gewachsen – ein massiver Anstieg um 47,8 Prozent. „Die nachhaltigen Erfolge der letzten Jahre wurden mit der Pandemie quasi zunichte gemacht“, resümiert Frank Potthast, stellvertretender Leiter des Jobcenter Landkreis Neuwied. „Wir konnten seit 2016 jedes Jahr dank guter Arbeitsmarktlage, intensiver Integrationsarbeit und auch Maßnahmen wie dem Teilhabechancengesetz weniger Langzeitarbeitslose verzeichnen.“ Die Zahl konnte von 1.688 im März 2016 auf 1.137 im März 2.020 reduziert werden – heute, ein Jahr später, sind es wieder so viele Betroffene wie vor fünf Jahren.

„Hinzu kommt, dass die wirtschaftliche Situation eine völlig andere ist als noch vor fünf Jahren, als es eine Vielzahl von Jobs auch für geringqualifizierte Menschen gab“, sagt Michael Mahlert, Vorsitzender der Trägerversammlung. „Derzeit ist noch völlig unklar, wie die regionale Wirtschaft nach Corona aussehen wird, wie viele Unternehmen die Zeit gut überstehen und ob anschließend auch die Arbeitsmarktlage wieder in ihre alte Form zurückfindet. Und auch, wann die akute Phase der Pandemie hinter uns liegt. Das macht uns derzeit große Sorgen, denn es fehlen den Mitarbeitern im Jobcenter derzeit nicht nur die persönliche Nähe zu den Kund*Innen, sondern aktuell auch die entsprechenden Möglichkeiten, sie zu integrieren.“

Maßnahmen zur Qualifizierung finden derzeit nur in hybrider Form statt – für viele Kunden eine große Herausforderung, daran mit Erfolg teilzunehmen. „Bei arbeitsmarktfernen Kund*Innen kommen oft verschiedene Hemmnisse wie Suchtprobleme, Schulden oder Depressionen hinzu. Diese werden durch die Pandemie oft noch verstärkt. Seit einem Jahr ist auch die Kinderbetreuung rund um die Uhr ein Faktor, der für Menschen, die sich in einer Maßnahme befinden, vieles erschwert“, ergänzt Frank Potthast.

Dennoch sind die Mitarbeiter*Innen des Jobcenter Landkreis Neuwied bereits jetzt in den Vorbereitungen auf die „Zeit danach“ – wenn es heißt, die Menschen, die derzeit keine Aussicht auf eine Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, fit zu machen für eine langfristige Erwerbstätigkeit. „Wir arbeiten an Konzepten, stehen im Austausch mit den Bildungsträgern und sichten den Arbeitsmarkt“, sagt Michael Mahlert. „Die Kund*Innen mit derzeit schlechten Aussichten dürfen nun nicht die Hoffnung und Motivation verlieren – es wird definitiv daran gearbeitet, die Menschen, die in der Langzeitarbeitslosigkeit gelandet sind, wieder in Beschäftigung zu bringen.“

Pressemitteilung

Jobcenter Landkreis Neuwied

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Kommentare
Gabriele Friedrich:
Klar, den Kindern die Natur beibringen und wie Papier hergestellt wird, das der Regenwald schon abgegrast ist und man achtsam sein muss... und dann bunten Krempel und *bling*bling* aus China kaufen. Oder Fischstäbchen mit wenig Fisch und viel Panade in viel Verpackung. Hauptsache bunt... hört mir doch...
juergen mueller:
Da haben wir es wieder. Andere, wie hier Kinder, inspirieren zu wollen, mit einem tatsächlich wertvollen Material wie Papier sorgsam umzugehen, ihnen näherzubringen, woraus es eigentlich hergestellt wird u. sich selbst dessen ausgiebig u. verschwenderisch zu bedienen, weil man es für ein Festhalten...

„Gedanken...“

Gabriele Friedrich:
Ich kann da auch nichts mit anfangen, schon recht nicht wenn "Gott" genannt ist. Seelsorge -das ist ein Begriff, der die Tatsachen ausblendet, das der Mensch körperliche Leiden hat, existenzielle Sorgen, Probleme mit anderen oder eben einfach nur Hilfe sucht. Der Alltag sieht so aus, das man relativ...
juergen mueller:
Ich persönlich verzichte gerne auf solche Hilfe und das aus einem bestimmten Grund. Jeder, der das liest, sollte sich darüber im Klaren sein, dass das alles mit Realität nichts zu tun hat. Unter Seelsorge stelle ich mir etwas anderes vor - greifbar, der Realität entsprechend, kein Gelaber von etwas,...
Gabriele Friedrich:
[ Zitat ] „Die Stärke der SPD war es schon immer, zuzuhören und nah bei den Menschen zu sein“ [ Zitat Ende ] Das muss aber mindestens über 50 Jahre her sein,, wenn nicht länger....
juergen mueller:
Klar ist hier garnichts. In Kontakt mit den Bürger*innen zu treten, zuzuhören, nah bei den Menschen zu sein ist keine Stärke der SPD u. war es nie. Selbstlob stinkt nun einmal. 3 Kriterien, die jeder Politiker für sich ins Feld führt, weil sie einfach zum politischen Leben dazugehören, für ihn persönlich...
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