Politik | 03.05.2014

In Weißenthurm demonstrierten Aktivisten gegen den krankmachenden Bahnlärm

Mahnwache forderte „Ruhe“ im Rheintal

Zahlreiche Bürgermeister und Ratsmitglieder der Rheinschiene nahmen an der Mahnwache gegen den Bahnlärm teil Foto: Hep

Weißenthurm. „Ruhe“ stand auf den roten T-Shirts, die vor dem Weißenthurmer VG-Rathaus kostenlos verteilt wurden. Grund war eine etwa 40köpfige Mahnwache gegen Bahnlärm im Mittelrheintal am Internationalen Tag des Lärms. An mehr als 20 Stellen wiesen Aktivisten zwischen Linz und Rüdesheim mit Mahnwachen auf die Lärmbelastung im Rheintal hin, wozu die Bürgerinitiative Pro Rheintal aufgerufen hatte. 

Eine davon war in Weißenthurm, organisiert von der örtlichen Bürgerinitiative „Wir gegen Bahnlärm“ mit Unterstützung der Verbandsgemeindeverwaltung Weißenthurm. Bürgermeister Georg Hollmann freute sich, dass auch zahlreiche Bürgermeister wie Michael Mahlert  (VG Bad Hönningen), Bernd Weidenbach (VG Bad Breisig), Gerd Heim (Stadt Weißenthurm), Vertreter der Stadt Neuwied, der Landrat des Kreises Neuwied Rainer Kaul,  Beigeordnete und zahlreiche Bürgeraktivisten (u.a. aus Neuwied und Leutesdorf) an dieser Mahnwache teilnahmen und mit Transparenten und Schildern ihren Forderungen nach mehr Ruhe im Rheingraben Nachdruck verliehen. „Wir spüren eine gewisse Bewegung in der Politik, dennoch müssen wir weiter Lösungsvorschläge machen und den Druck aufrecht erhalten“, erklärte Hollmann. Er wies darauf hin, dass Bahnlärm zu Herz-Kreislauferkrankungen führen kann und laut Untersuchungen etwa 4000 Herzinfarkte auf Lärm zurückzuführen sind. „Daher fordern wir die leisen Sohlen für die Güterzüge und für die, die das nicht haben im Rheintal Geschwindigkeitsbegrenzungen und Nachfahrverbote“, führte der VG-Bürgermeister aus. Denn, wenn 2016/17 der Schweizer Gotthardtunnel öffnet, würde die Zahl der Güterzüge im Rheintal erheblich steigen, meinte Hollmann. Daher müssten viele Dinge geändert werden, „..damit wir im Rheintal nicht im Lärm versinken und den Kommunen, so wie im oberen Mittelrheintal, die Bürger weglaufen“, betonte Georg Hollmann.  

„Am Tag des Lärms machen wir Lärm, damit die Verantwortlichen merken und erfahren, dass wir ihren Ankündigungen nicht so recht trauen“, sagte der Neuwieder Landrat Rainer Kaul, „und daher bin ich froh über die Initiativen und Mahnwachen an vielen Orten.“

Rolf Papen, Vorsitzender der 116 Mitglieder starken Weißenthurmer Bürgerinitiative „Wir gegen Bahnlärm“, ging mit der Bahn AG hart ins Gericht: „Es war ein Fehler, den Personenverkehr aus dem engen Mittelrheintal zwischen Rüdesheim und Bonn herauszunehmen und den Güterverkehr drin zu lassen. Wir brauchen Ausweichstrecken über Trier und Geißen, die bereits vorhanden sind, aber für den Güterverkehr noch ertüchtigt werden müssen oder einen Neubau. Wir favorisieren langfristig die Tunnellösung. In China bauen deutsche Firmen unter Wasser einen 120 km langen Tunnel, dann dürfte doch in Deutschland ein 110 km langer Tunnel durch Westerwald und Taunus kein Problem sein“, konstatierte Rolf Papen. Schließlich würde durch leisere Laufwerke, Bremsen und Schallschutzwände der Lärm von 106 Dezibel (vergleichbar mit Kettensäge oder Disco-Lautsprecher in einem Meter Entfernung) auf maximal 80 Dezibel (Verkehrsstraße in fünf Metern Entfernung) reduziert, was laut Papen immer noch viel zu viel ist. „Wir leben ja mit der Lärmbelastung, die bereits jetzt schon zu hoch ist, aber keinesfalls weiter steigen darf“, unterstrich Rolf Papen.       –hep-   

Zahlreiche Bürgermeister und Ratsmitglieder der Rheinschiene nahmen an der Mahnwache gegen den Bahnlärm teil Foto: Hep

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