Politik | 23.06.2016

Bürgerversammlung zum Thema Römerthermen in Bad Breisigs Kulturbahnhof

„Man kann doch schwimmen, man kann sich wohlfühlen“

Von außen präsentieren sich die Römerthermen in makellosem Zustand.CF

Bad Breisig. Etwa 100 Bürger waren der Einladung der Stadt Bad Breisig zur Bürgerversammlung im Kulturbahnhof gefolgt. Thema der Veranstaltung waren die Römerthermen, eine nicht enden wollende Geschichte in einer von Geldnot und Schulden gepeinigten Stadt.

„Wir brauchen die Römerthermen“, so Bürgermeisterin Gabriele Hermann Lersch, „sie sind unser Trumpf als Kur- und Quellenstadt. Sie garantieren Arbeitsplätze und stärken die Wirtschaft.“

Dieser Argumentation wollten die Bürger zum Teil aber nicht folgen, denn sie monierten, dass zu heißes Wasser aus den Hähnen komme, die Fliesen im Becken sich ablösen und nicht zuletzt, dass der Eintrittspreis zu hoch sei. „Wir mussten in Anbetracht der wirtschaftlichen Situation die Preise anheben“, verteidigte Gabriele Hermann - Lersch den Beschluss des Stadtrates. „Aber nichtsdestotrotz kann man in den Römerthermen schwimmen und sich wohlfühlen.“

Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen

Sanierungsmaßnahmen

Zuvor waren die Bürger zwei Stunden lang von kompetenten Fachleuten über den neuesten Stand der Planungen informiert worden. „Das Facelifting ist gemacht“, so die Stadtbürgermeisterin in ihrer Begrüßung und meinte damit das Gebäude der Thermen, das sich von außen makellos präsentiert. „Aber die Technik ist veraltet und muss saniert werden. Dabei ist auf einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen zu achten. Die Idee ist, die Energie des Thermalwassers zu nutzen, und wir hoffen, dass dieses Projekt in angemessener Weise durch das Land und die EU unterstützt und gefördert wird“.

Mehrere Fachleute untermauerten diese Pläne. Dipl. Ing. Michael Münch von der TH Bingen informierte zunächst über den Status Quo: „Die Energiekosten der Thermen belaufen sich derzeit auf weit mehr als 400.000 Euro im Jahr. Das besondere Potenzial Bad Breisigs ist das Thermalwasser, das mit 30 Grad Celsius freiwillig aus der Erde sprudelt, ohne dass man danach bohren müsste. Heute läuft ein Großteil des Wassers in den Rhein.“ Es gilt also, diese Ressource anzuzapfen und seine Wärme zu nutzen. Klingt gut, bedeutet aber auch eine Erneuerung der Anlagen, damit ein kombinierter Einsatz von Blockheizkraftwerk, Wärmepumpe, und Brennwertkessel sowie Stromerzeugung aus Wärmerückgewinnung eine deutliche Senkung der Energiekosten mit sich bringt.

2,6 Mio Euro für die Sanierung

Die Kosten für die Sanierung von Heizung und Lüftung, Elektrik und Brandschutz belaufen sich insgesamt auf 2.6 Millionen Euro, von denen das Land über das IWB-EFRE-Programm eine Million Euro tragen soll.

B. Eng. Johannes Bott von der Firma HTP in Ettringen erläuterte den Zustand der Heizungs- und Lüftungsanlagen mit Impressionen aus dem Technikkeller: „Einen genauen Plan der verbauten Rohrleitungen haben wir nicht“, bemerkte er, aber auch: „Das Thermalwasser ist nicht nur ein Segen für die Wärmegewinnung. Der hohe Eisen- und Mangangehalt greift die Rohre an. In zwei bis fünf Jahren ist alles kaputt. Eine Sanierung ist also dringend erforderlich. Denn nicht zuletzt wollen wir zufriedene Gäste.“

Für die Wassertechnik sprach Marko Knorr von der Firma MAT aus Andernach. „Kleinere Reparaturen haben wir bereits durchgeführt, es steht aber noch die Erneuerung der Aktionspumpen, der Trinkwasserleitungen und der Warmwasserbereitung aus.“ Diese Kosten seien in der Gesamtsumme enthalten, meinte er auf Rückfrage.

Dipl. Ing. Stefan Kraus informierte dann zum Schluss über die auch für die Besucher der Thermen offensichtlichen „Baustellen“, nämlich sich ablösende Fliesen im Innenbecken und eine bereits erfolgte Teilsanierung. „Der Estrich unter dem Becken ist untauglich, es fehlen wesentliche Abdichtungen, das Innenbecken muss komplett saniert werden“, so der Sachverständige für Schwimmbadtechnik. Das kostet zusätzliche 500.000 Euro.

Nach soviel geballter Information konnten die Bürger nicht mehr viel einwenden. Dennoch kamen Fragen wie: „Wann werden sich die Römerthermen rechnen?“ oder: „Wie ist die Einnahmesituation nach der Erhöhung der Eintrittspreise?“

Hierzu äußerte sich Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann Lersch abschließend: „Ein Schwimmbad wird die Kommune immer Geld kosten, eine kostendeckende Führung ist nicht möglich. Aber es dient der Daseinsvorsorge und der Teilhabe. Die Eintrittspreise anderer Thermen sind zudem auch jetzt noch deutlich höher.“ Und: „Die Zahlen sind erschreckend hoch, aber diese Investition rechnet sich für die Stadt als Infrastrukturprojekt.-he-

Die Bürger wurden zunächst umfassend informiert.

Die Bürger wurden zunächst umfassend informiert.

Bürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch begrüßte Bürger und Experten zur Versammlung.

Bürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch begrüßte Bürger und Experten zur Versammlung.

Ein aktuelles Video zu diesem Thema finden Sie im Internet unter: www.blick-aktuell.tvReinschauen lohnt sich!

Ein aktuelles Video zu diesem Thema finden Sie im Internet unter: www.blick-aktuell.tv Reinschauen lohnt sich!

Von außen präsentieren sich die Römerthermen in makellosem Zustand.Fotos: CF

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
Dauerauftrag Imageanzeige
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Anlagenmechaniker
Tag der offenen Tür
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Dauerauftrag 2026
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
27

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
7

Astrologische Vorschau für die KW 17: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 20. bis 26. April 2026

Die Woche vom 20. bis 26. April fällt in eine Phase des spürbaren Übergangs. Der Frühling zeigt sich vielerorts bereits stabil, gleichzeitig wächst die Erwartung auf den Mai. Diese Mischung aus Aufbruch und Ungeduld prägt viele Entscheidungen. In Liebe, Gesundheit und Beruf entstehen Chancen, aber auch Momente der Unsicherheit. Kleine Veränderungen im Alltag können große Wirkung entfalten.

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Innovatives rund um Andernach
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Koblenz blüht
Osterangebot
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus
First Friday Anzeige März
Rund ums Haus
Stellenanzeige mehrere Stellen
Stellenanzeige
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Kita