Politik | 03.08.2021

Umweltstaatssekretär übergibt Förderbescheid über 1,8 Millionen Euro für Renaturierung des Leimersdorfer Bachs im Landkreis Ahrweiler.

Manz: „Gewässer brauchen Raum: Hochwasserschutz mitdenken“

Region. „Rheinland-Pfalz ist in den vergangenen Tagen von einer Naturkatastrophe in einem bis dahin unvorstellbaren Ausmaß getroffen worden. Viele Opfer sind zu beklagen, Menschen müssen um Angehörige, Freunde und Nachbarn trauern. Neben den immensen Schäden an privatem Eigentum ist die gesamte Infrastruktur in der Region Ahr wie auch in Teilen der Eifel geschädigt oder sogar völlig zerstört. Die Folgen dieser sintflutartigen Niederschläge haben uns auf schreckliche Weise aufgezeigt, dass wir in allen Bereichen unsere Anstrengungen beim Klimaschutz wie auch bei den erforderlichen Maßnahmen zur Klimaanpassung deutlich erhöhen müssen, insbesondere im Bereich der Wasserwirtschaft. Mehr denn je gilt: Unsere Gewässer brauchen Raum. Nicht nur zur Entwicklung von Flora und Fauna, sondern auch zum Wasserrückhalt und zur Vermeidung von Hochwasserschäden“, sagte Umweltstaatssekretär Erwin Manz heute in Nierendorf, einem Ortsbezirk der verbandsfreien Gemeinde Grafschaft.

Dort übergab er einen Förderbescheid des Landes über 1,8 Millionen Euro für die Renaturierung des in der Vergangenheit stark verbauten und veränderten Leimersdorfer Bachs auf einer Länge von rund zwei Kilometern. Weiter konnte er einen Bescheid der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz überreichen. Diese unterstützt das Projekt mit weiteren 51.660 Euro, die aus Ersatzzahlungen aus dem naturschutzrechtlichen Instrument der Eingriffsregelung stammen.

Im Zuge der Renaturierung, die das Ziel verfolgt, den Bachlauf in den Bereich der ehemaligen Bachaue zurückzuverlegen, werden unter anderem Uferbefestigungen abgebaut, variierende Sohlbreiten und Sohlneigungen angelegt und ein natürlicher Gewässerlauf geschaffen. Auf diesem Weg wird auch die biologische Durchgängigkeit wiederhergestellt. Um den Hochwasserschutz vor Ort noch weiter zu optimieren, soll im Rahmen der Maßnahme eine weitere Rückhaltemöglichkeit in der Gewässeraue geschaffen werden. „Mit der Aktion Blau Plus setzt das Land Rheinland-Pfalz seit mehr als 20 Jahren auf die Verbesserung der Gewässerökologie in Verbindung mit vorbeugendem Hochwasserschutz durch Wasserrückhalt“, so der Staatssekretär.

Manz erinnerte an das Starkregenereignis im Juni 2016 bei dem in nur zwei Stunden bis zu 115 Millimeter Niederschlag gemessen worden seien. Die dadurch ausgelöste Sturzflut entlang des Leimersdorfer Baches habe zum Überlaufen des erst kurz zuvor fertiggestellten Regenrückhaltebeckens oberhalb von Nierendorf geführt und Schäden und Zerstörungen in mehreren Ortschaften verursacht. Auch aufgrund dieser Geschehnisse hätten die Kommunen bereits wichtige Maßnahmen zum Wasserrückhalt und für einen verbesserten Hochwasserabfluss umgesetzt. Mit Landesmitteln in Höhe von rund 4,2 Millionen Euro seien die drei Hochwasserrückhaltebecken Bengen, Gimmigen und Nierendorf mit insgesamt 400.000 Kubikmetern Rückhaltevolumen geschaffen und der Leimersdorfer Bach offengelegt sowie dessen Durchgängigkeit an anderer Stelle verbessert worden. Weiterhin habe man das Förderangebot des Landes angenommen und ab 2017 die Erstellung eines örtlichen Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzeptes beauftragt. Dieses befände sich aktuell in der Umsetzungsphase.

„Auch wenn wir Starkregenereignisse nicht verhindern können, müssen immense Anstrengungen auf allen möglichen Ebenen unternommen werden, um das Schadensausmaß so gering wie möglich zu halten. Neben den Maßnahmen zum Wasserrückhalt kommt der Hochwasservorsorge und dem Bewusstsein um die Gefahren eine besondere Bedeutung zu. Dies wird hier vor Ort in vorbildlicher Weise umgesetzt“, so der Staatssekretär abschließend.

Pressemitteilung Ministerium

für Klimaschutz, Umwelt,

Energie und Mobilität

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Kommentare
04.08.202112:57 Uhr
juergen mueller

Nicht zu fassen.
Die Politik, die über Jahrzehnte "mitdenken" vermissen ließ, die unverantwortliche Eingriffe in die Natur durch die Begradigung, Unterrohrung von Bächen, Flüssen u. deren Negativfolgen zu verantworten hat, getraut sich jetzt davon zu labern, dass Gewässer Raum brauchen.
Was man innerhalb von Jahrzehnten verbockt hat, versucht man nun mit sogen. Fördermitteln zu richten u. den Bürger*innen schmackhaft zu machen
Ich kann nur sagen, dass eigenständiges Mitdenken in der Politik genauso nichts bringt wie 500 PS im Oberarm, wenn im Kopf die Kupplung schleift.

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