Politik | 05.04.2017, 08:45 Uhr

Leserbrief

Massive Bedenken gegen dieses Vorhaben

Offener Brief von „Remagen mag ich“ an den Bürgermeister der Stadt Sinzig zum geplanten Nahversorgungszentrum in der Barbarossastadt

Sehr geehrter

Herr Bürgermeister Kroeger

Mit zunehmender Besorgnis hat „Remagen-mag-ich“ die Pläne der Stadt Sinzig zur Einrichtung eines „Nahversorgungszentrums“ auf dem ehemaligen Rickgelände verfolgt. Wir sehen nun den Zeitpunkt gekommen, Ihnen unsere massiven Bedenken gegen dieses Vorhaben mitzuteilen. Gegen eine Umsiedelung von Edeka und Aldi ist grundsätzlich erst einmal nichts einzuwenden. Die Erweiterung der Verkaufsflächen wohl auch mit innenstadtrelevanten Sortimenten ist jedoch nicht hinzunehmen. Schon diese Bezeichnung „Nahversorgungszentrum“ sagt alles aus über die dahinterstehenden Absichten. Die dafür notwendige Kaufkraft muss irgendwo herkommen, sie wird anderswo abgezogen und dafür reicht Sinzig alleine nicht aus. Daher sehen wir auch die Einzelhandelsgeschäfte unserer Innenstadt in Gefahr. Insbesondere die mobilen Konsumenten aus der Remagener Südstadt und Kripp stehen ganz sicher im Focus dieses geplanten Nahversorgungszentrums. Das von der Stadt Sinzig in Auftrag gegeben Gutachten sieht das anders. Es ist aber unseres Erachtens nach unbrauchbar, da es massive methodische Mängel (z.B. bei der Definierung des Einzugsgebietes) aufweist. Wir können nicht erkennen, dass hier die tatsächlich möglichen Auswirkungen seriös analysiert wurden.

Der große Widerstand aus der Sinziger Bevölkerung (3000 Unterschriften) ist berechtigt und sollte sehr ernst genommen werden. Für die Sinziger Innenstadt wird das der endgültige Todesstoß. Aber auch wir in Remagen haben größte Befürchtungen, dass solch ein Zentrum, das etwa 30 Prozent der Verkaufsfläche von Remagen beträgt und quasi eine Vollversorgung gewährleistet sehr schädliche Auswirkung auf unsere noch intakte Geschäftswelt hat. Eine solche Schädigung der Geschäftswelt in unseren Innenstädten würde zwangsläufig größere Kreise ziehen, wie z.B. auf die auf die Versorgung nicht mobiler Menschen und die Immobilienentwicklung. Die politisch Verantwortlichen in Sinzig sollten sich sehr gut überlegen, ob sie die geschäftlichen Interessen einiger weniger über das Wohl und die Existenz zahlreicher Geschäftsleute und der Wohnbevölkerung stellt. In dem Zusammenhang müssen wir uns ernsthaft fragen, wie ernst es die Stadt Sinzig mit der immer wieder publikumswirksam dargestellten Zusammenarbeit und Solidarität innerhalb der Rhein-Meile-aktiv bestellt ist. Wir werden die Entwicklung sehr genau beobachten. Wir sehen uns aber jetzt schon gezwungen, dazu auch öffentlich unmissverständlich Stellung zu nehmen und entsprechende Aktivitäten zu entwickeln.

Remagen mag ich

1. Vorsitzende Petra Pellenz

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