Politik | 09.06.2023, 14:32 Uhr

Leserbrief um Blickwinkel „Windkraft: Klimaretter oder Vogelkiller?“

Mehr Demut gegenüber unseren Wäldern

Wenn wir zulassen, dass Windräder in unsere Wälder gebaut werden, dann zerstören wir damit nicht nur unwiederbringlich einen einzigartigen Lebensraum zahlloser Tier- und Pflanzenarten, wir entwässern nicht nur nachhaltig zahlreiche Feuchtbiotope und wertvolle Wasserspeicher, sondern verursachen durch die Produktion, den Aufbau und den Rückbau der Windkraftanlagen mehr schädliches CO2, als das der Wald während deren Laufzeit hätte aufnehmen können. Und wofür? Nicht zum Klimaschutz, wie uns ja ständig von unserer Politik plausibel gemacht wird, sondern um „windige“ Eigeninteressen diverser Lobbyisten über unseren und der Köpfe nachkommender Generationen zu wahren. Schlussendlich geht es nur um den Profit, der durch die nachlassende Windhöfigkeit im Zeichen des Klimawandels in unserer Region doch stark anzuzweifeln ist.

Erneuerbare Energien werden benötigt, dem möchte ich auch bestimmt nicht widersprechen, aber bitte nicht ohne Sinn und Verstand. Denn wir können noch so viele Windparks bauen und PV-Anlagen flächenweit errichten, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, dann bleiben unsere Haushalte ohne Strom und auch kein E-Auto fährt mehr.

Aber wenn das der Fall sein sollte, können wir ja immer noch auf den Atomstrom zugreifen aus Frankreich und Belgien, wo weiterhin Atomkraftwerke gebaut werden und einige „Altlasten“ betrieben werden, die drohen, uns alsbald um die Ohren zu fliegen.

Lasst unsere Wälder, die als CO2- und Wasserspeicher dringend von Nöten sind, nicht irreversibel zerstören, denn wenn wir uns auf jeden Eifelhügel einen Windpark bauen und nachhaltig Flächen versiegeln, dann wird das nächste Starkregenereignis, die armen traumatisierten Menschen an der Ahr, die sich wahrscheinlich nie wieder von dem Schrecken des 14.07.2021 erholen, wieder treffen und dann vielleicht sogar noch schlimmer. Silke Koll,

Barweiler

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