Stadtrat Meckenheim: Streamingtest für Ratssitzungen mehrheitlich beschlossen
Mehr Schatten für spielende Kinder
Stadt und Ratsleute plädieren für Entlastung bei Betreuungskosten
Meckenheim. Rund um eine geplante Testphase für das Streaming von Ratssitzungen drehte sich eine der Debatten der letzten Ratssitzung in Meckenheim. Weitere Themen waren der Wunsch nach einer Entlastung der Eltern bei den OGS-Beiträgen im Rahmen der Pandemie, ein nachgeholter Jahresabschluss und die Beschattung von Spielplätzen in der Apfelstadt.
Mehr politische Teilhabe und das Streben, die jüngere Generation für die Beteiligung an der Politik zu gewinnen, führten die Befürworter des Streamings von Ratssitzungen über das Internet als Argumente an. Für eine Testphase nach der Sommerpause sprach sich eine deutliche Mehrheit der Ratsmitglieder in der letzten Sitzung aus. Dazu müssten allerdings alle Beteiligten ihr Einverständnis erklären, in Bild und Ton ins Internet übertragen zu werden. Doch das empfand nicht jeder als Vorteil. Klaus-Jürgen Pusch von der BfM zeigte die steigenden Zahlen von Übergriffen auf Politiker auf. Laut einer Forsa-Umfrage wurden 57 Prozent der Bürgermeister schon einmal beleidigt, bedroht oder tätlich angegriffen, sagte Klaus-Jürgen Pusch. Er sorgte sich, dass ein Streaming Aggressionen verstärken könnte. Zudem sei die Möglichkeit, gestreamte Inhalte mitzuschneiden, zu verändern und anschließend wieder ins Netz zu stellen, nicht auszuschließen. „Das Netz vergisst nichts“, mahnte er. Weiterhin gebe es Testphasen bereits in drei Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises, sodass ein weiterer Test seiner Meinung nach nicht notwendig sei.
Einstimmig sprachen sich die Ratsleute für die Möglichkeit aus, bei einer hälftigen Beteiligung des Landes für weitere Monate der Pandemie Kinderbetreuungskosten für die OGS zu übernehmen. Nach der Möglichkeit, Spielplätze angesichts der heißer werdenden Sommer mit passenden Bäumen zu beschatten, hatten die Grünen bei der Verwaltung gefragt. Alle Spielplätze habe man in den Blick genommen, sagte der technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt. Auf den Spielplätzen im Ruhrfeld, am Küferring und im Merler Winkel könnten jeweils zwei Bäume in heißen Sommern für einen günstigen Schattenwurf sorgen, sagte er. Wegen der großen zu bedeckenden Fläche auf dem Spielplatz am Merler Keil könnte ein zusätzliches Sonnensegel für mehr Schatten sorgen. Zu klären wären noch die Kostenfrage und welche Bäume geeignet sind, führte der technische Beigeordnete aus. Dass die Bäume schon für diesen Sommer gepflanzt werden könnten, sei jedoch nicht möglich. „Solche Bäume pflanzt man im Herbst“, erklärte Heinz-Peter Witt.
