Höhr-Grenzhausen auf dem Weg zur Wohlfühlstadt
„Mit einem Lächeln auf der Straße fängt es an“
Verbandsgemeinde reagiert auf die Ergebnisse der Umfrage vom letzten Herbst
Höhr-Grenzhausen. Es ist wie so oft im Leben. Gemeinsam kann man mehr erreichen. Gemeinsam macht Arbeiten mehr Spaß und man kommt vor allen Dingen schneller zum Ziel. An einem Strang zu ziehen bedeutet Mitmenschen, Partner und Freunde zu haben, die die gleichen Interessen verfolgen wie man selbst. In ihrem Kreis fühlt man sich wohl, verstanden und wird durch sie gestärkt. Doch was hat das alles mit Höhr-Grenzhausen zu tun? Seit Jahren machen sich die Verbandsgemeindeverwaltung, Kommunalpolitiker, Geschäftstreibende, Vereine und Privatleute für die Zukunft der Kannenbäckerstadt stark.
Dass man hierbei bereits auf einem sehr guten Weg ist, beweist das sich ständig wandelnde Bild der Innenstadt. Die integrierte Standortentwicklung ist in aller Munde und steht auch in diesem Jahr weiterhin im Fokus. Wie Verbandsbürgermeister Thilo Becker dies sieht, mit welchen Partnern die Verbandsgemeindeverwaltung an einem Strang zieht und ziehen möchte und wie er das gesteckte Ziel „15.000 Einwohner bis 2025“ erreichen möchte, schilderte er im Interview mit BLICK aktuell.
Repräsentativität versus Aussagekraft
BLICK aktuell: Herr Becker, die Ergebnisse der Online-Umfrage des letzten Jahres zeigen, wo die Bevölkerung der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen Handlungsbedarf sieht bzw. was die Menschen, die hier leben und arbeiten, sich wünschen. Gut 1.300 Bürgerinnen und Bürger haben an der Umfrage teilgenommen. Ist das Ergebnis Ihrer Meinung nach repräsentativ?
Thilo Becker: Ich finde, die Antworten sind sehr aussagekräftig. Es haben etwa 11,5 Prozent unserer Bevölkerung zwischen 16 und 80 Jahren bei der Umfrage mitgemacht. Das ist laut der Universität Siegen eine hohe Beteiligung und zeigt mir das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an dem Leben in unserer Verbandsgemeinde. Gemessen an der jeweiligen Einwohnerzahl haben aber zum Beispiel zu viele Frauen zwischen 30 und 39 Jahren und zu wenige Frauen zwischen 70 und 79 Jahren mitgemacht, um von einer wirklichen statistischen Repräsentativität sprechen zu können. Es gab also Personengruppen, die eher unter- oder überrepräsentiert waren. Aber was genau bedeutet die statistische Repräsentativität für uns und unsere Bevölkerung? Zur Orientierung: Laut der Universität Siegen wird selbst die Aussagekraft der Ergebnisse bei Bundestags-, Landtags- und Gemeinderatswahlen nicht davon abhängig gemacht, ob sie statistisch repräsentativ sind. Wir müssen bei der Interpretation meines Erachtens nach eher genau hinsehen, welche Personengruppen mitgemacht haben und wo Einschränkungen vorhanden waren. So lag die Umfrage beispielsweise nur in deutscher Sprache vor. Es war leider nicht realisierbar, sie noch in weiteren Sprachen anzubieten. Auch waren viele Eltern dabei oder viele Menschen, die in den letzten Jahren neu zu uns in die Verbandsgemeinde gezogen sind. Diese Personengruppen haben eine ganz bestimmte Perspektive auf ihren Wohnort und ihr Lebensumfeld. Die Auswertung macht es aber möglich zu unterscheiden: Was haben Familien mit Kindern wie bewertet? Wie wurde dasselbe Merkmal von Personen ohne Kinder bewertet? Welche Unterschiede gab es bei den Teilnehmenden aus den verschiedenen Gemeinden? So können wir zielgruppenspezifisch einzelne Punkte betrachten. Wir haben mehr als 1.300 anonyme Meinungen erhalten, die wir sonst nie erfahren hätten. Jede ist wichtig. Ich würde also sagen: statistisch repräsentativ – nein; aussagekräftig – ja.
Vernetzung und Austausch mit Partnern wichtig
BLICK aktuell: Welche Denkanstöße haben Sie und die Verantwortlichen im letzten Herbst nach der Veröffentlichung der Befragungsergebnisse aus der Aktionswoche und im direkten Austausch mit Firmen, Einrichtungen und der Bevölkerung mitgenommen?
Thilo Becker: Vieles ist gut. Vieles kann aber auch verbessert werden. In der Umfrage hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, uns in der Kommentarfunktion anonym weitere Anregungen zu senden. Mehr als 3.000 waren es letztlich an der Zahl. Dort sind viele Denkanstöße formuliert worden. Die Veranstaltungswoche hat auf diese Anregungen aufgebaut. Mir stellt sich bei dem Begriff „verantwortlich“ allerdings die Frage, ob das Wort „handlungsfähig“ es nicht genauer trifft. Die Verwaltung kann dies nur bedingt sein. Deshalb haben wir in der Veranstaltungswoche versucht, handlungsfähige Partner zusammenzubringen. Das ist uns zum Teil gut gelungen, zum Teil nicht.
Wir mussten die Erfahrung machen, dass gerade die Veranstaltungen wenig besucht waren, von denen wir aufgrund der Umfrageergebnisse dachten, dass sie für unsere Bürgerinnen und Bürger von großem Interesse seien. Themen waren da Innenstadtbelebung, Sicherheitsgefühl oder das Miteinander. Veranstaltungen, die sich an ein ganz bestimmtes Fachpublikum wandten, waren gut besucht und werden auch effektiv weiter ausgebaut. Insbesondere bei diesen Veranstaltungen haben wir immer wieder herausgehört, dass den Akteuren der Punkt „Vernetzung und Austausch“ wichtig ist. Damit war auch die Verwaltung als Ansprechpartner gemeint.
Leben und Wohlfühlen in Höhr-Grenzhausen
BLICK aktuell: Haben Sie aus den Umfrageergebnissen konkrete Ziele formuliert und bereits Maßnahmen abgeleitet bzw. in Angriff genommen?
Thilo Becker: Die Umfrageergebnisse waren ein maßgeblicher Faktor, um das Ziel der integrierten Standortentwicklung zu formulieren: „15.000 Einwohner bis 2025“ soll die Richtung sein. Das bedeutet im Klartext: Wir möchten rund 1.000 Einwohner mehr gewinnen und die Menschen, die hier bei uns leben, auch hier halten. Das heißt, wir versuchen, ein dementsprechendes Lebensumfeld in der Stadt Höhr-Grenzhausen sowie in den Ortsgemeinden Hillscheid, Hilgert und Kammerforst zu schaffen. So gibt es seit der Veranstaltungswoche ein regelmäßiges Zusammentreffen der Akteure im Bereich Kinderbetreuung. Wir widmen uns verstärkt dem Thema ärztliche Versorgung und arbeiten eng mit der Kassenärztlichen Vereinigung RLP zusammen. Wir prüfen Möglichkeiten, neuen Wohnraum zu schaffen. Wir haben neue Online-Servicemaßnahmen auf der Internetseite der Verbandsgemeindeverwaltung etabliert.
Wir möchten Menschen, die neu in unsere Verbandsgemeinde ziehen, herzlich willkommen heißen und verstärkt Orientierung bieten, um sich möglichst bald in der neuen Umgebung Zuhause zu fühlen. Denn darum geht es letztendlich: sich wohl und zu Hause zu fühlen. Nur dann bleiben Menschen auch in unserer Verbandsgemeinde.
Grundstückseigentümer als Mitstreiter unumgänglich
BLICK aktuell: Worauf liegt der Fokus im gerade begonnen Jahr 2019?
Thilo Becker: Viele von den angesprochenen Aspekten sind schon seit geraumer Zeit Thema in unserer Verwaltung – insbesondere die weitere Gestaltung unserer Innenstadt und Wohnraum. Bei allen Themen suchen wir verstärkt engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Jetzt, wo die Richtung feststeht und die Analysephase abgeschlossen ist, können wir diesbezüglich gezielter vorgehen. Die Innenstadt attraktiver zu machen, liegt auch 2019 weiter im Fokus. Das Areal der ehemaligen Fruchtsaftkelterei Weber wird einer neuen Nutzung zugeführt. Wir wollen mehr Frequenz in die Innenstadt rund um den Alexanderplatz bringen. Die Sanierung im Stadtteil Höhr ist mit der Umsetzung des Projekts „Areal Weber“ fast abgeschlossen.
Der öffentliche Bereich wurde deutlich aufgewertet. Leider ist es uns nur teilweise gelungen, die privaten Grundstückseigentümer zu aktivieren. Aber genau diesen Personenkreis benötigen wir als Mitstreiter für eine attraktive Innenstadt, auch dies wird ein Handlungsschwerpunkt in diesem und kommenden Jahr sein. Neben den Ergebnissen der Umfrage haben wir natürlich noch andere Themen auf dem Tisch, zum Beispiel die Neustrukturierung der Holzvermarktung in Rheinland-Pfalz, organisiert als GmbH in rein kommunaler Trägerschaft. Der Sitz ist hier bei uns in Höhr-Grenzhausen.
Und für die Verbandsgemeinde natürlich besonders wichtig, die Sanierung des Schwimmbads Linderhohl. Das wird für die Verbandsgemeinde, neben den vielen Projekten in den Ortsgemeinden und der Stadt das Schwerpunktthema sein.
Menschen, Häuser und ihre (zukünftigen) Geschichten
BLICK aktuell: Die Innenstadtbelebung Höhr-Grenzhausens ist also weiterhin ein großes Thema. Mit der Etablierung des Wochenmarktes und der Gewinnung der Metzgerei Braun am Alexanderplatz sind wichtige Schritte in diese Richtung gemacht worden. Wie sieht die Planung der Verbandsgemeinde zu diesem Punkt aus?
Thilo Becker: Zum Teil habe ich die Frage schon vorstehend beantwortet. Viele Aktionen wurden seitens der Stadt bereits ins Leben gerufen: Die Sanierung des öffentlichen Raums im Innenstadtbereich inklusive des Töpferplatzes, aktuell der Aufbau eines Mehrgenerationenplatzes an der Rathausstraße vor der Goethe-Schule, in naher Zukunft die Entwicklungen der Fruchtsaftkelterei Weber in der Mittelstraße zu einem Kultur- und Bürgerzentrum für Menschen jeden Alters – alles größtenteils finanziert aus Fördermitteln. Seit rund einem Jahr gibt es zudem den Arbeitskreis Innenstadt, der sich regelmäßig trifft. Mit dabei sind Bürgerinnen und Bürger, Eigentümer, Gewerbetreibende und Mitarbeiter der Verwaltung. Jeder ist herzlich eingeladen, sich in diesen Arbeitskreis einzubringen. Dort sprechen wir über Ideen, die Innenstadt gemeinsam zu beleben. Der Wochenmarkt ist ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit. Es kann aber dabei nicht nur um Veranstaltungen oder einzelne Aktionen gehen, wir müssen weitreichender denken.
Das heißt, wir müssen uns mit Gebäudesubstanz und Entwicklungsmöglichkeiten jedes einzelnen Gebäudes befassen. Dabei spielen eine ganze Reihe Akteure außerhalb der Verwaltung eine Rolle – insbesondere die Eigentümer. Neben der wirtschaftlichen Perspektive stehen hinter vielen dieser Häuser ja auch Geschichten, Menschen und individuelle Vorstellungen. Die Verwaltung und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft stehen im Austausch mit vielen Besitzern und Inhabern. Wir freuen uns über jeden weiteren Eigentümer, der mit uns Kontakt aufnimmt. Denn losgelöst von den Vorstellungen der Grundstückseigentümer ist eine Planung schier nicht möglich und die besten Ideen nur schwer umsetzbar. Ich möchte an dieser Stelle nochmals betonen, alleine können wir dies nicht bewältigen. Die Eigentümer sind da mit im Boot.
Zukunft liegt nicht im reinen Handel
BLICK aktuell: Der Bau des Rastal-Einkaufszentrums soll unter anderem verhindern, dass die Kaufkraft aus Höhr-Grenzhausen abfließt, und Höhr-Grenzhausen als Mittelzentrum stärken. Glauben Sie nicht, dass die Errichtung des Einkaufszentrums der Innenstadtbelebung kontraproduktiv entgegenwirkt?
Thilo Becker: In erster Linie geht es uns um die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger. Realistischerweise muss auch das Einkaufsverhalten jedes Einzelnen von uns mitbedacht werden, ebenso wie die Konzepte der Unternehmen und Anbieter. Dies hat sich einfach in den letzten Jahrzehnten geändert: Parkmöglichkeiten in ausreichender Zahl nahe am Eingang, kurze Wege zwischen Angeboten für den täglichen Bedarf, große Verkaufs- und entsprechende Lagerflächen – und dies möglichst schnell und unkompliziert. Unsere Innenstadt ist dafür einfach nicht ausgelegt. Die bestehenden Immobilien geben die Verkaufsflächen nicht her, um das Einkaufsverhalten der Kunden abzubilden. Gleichzeitig scheuen die Eigentümer teilweise die notwendigen hohen Investitionen, um das bestehende Ladenlokal modern und zeitgemäß zu sanieren.
Bei unseren ursprünglichen Überlegungen sind wir in der Verwaltung davon ausgegangen, bestimmte Sortimente der Innenstadt vorzubehalten. Im Dialog mit den Gewerbetreibenden vor Ort wurden wir mit deren wirtschaftlichen Zwängen konfrontiert. Es wurde mehrfach gewünscht, auch diese Betriebe in dem Fachmarktzentrum zuzulassen, um das Überleben zu sichern. Ich glaube aber kaum, dass die Zukunft unserer Innenstadt im reinen Handel zu finden ist. Auch externe Berater haben uns in dieser Annahme immer wieder bestätigt. Gerade mit Blick auf die Entwicklung, dass Innenstädte immer mehr aussterben, versuchen wir, verträgliche Nutzungen für unsere Innenstadt zu entwickeln. Gemeinsam mit anderen Akteuren sind wir dabei, die Innenstadt „innovativ zu denken“. Sie steht immer wieder im Fokus unserer Überlegungen und wird in den politischen Gremien sowie im Gespräch mit Eigentümern und Händlern diskutiert.
Charme und alles, was man sonst zum Leben braucht
BLICK aktuell: Zum Thema „Bevölkerungsrückgang“ haben Sie im letzten Jahr ein Szenario entworfen, welches bei fortschreitend sinkenden Bevölkerungszahlen deutlich macht, dass dadurch zwangsläufig beispielsweise die Pro-Kopf-Kosten steigen und die Kaufkraft dauerhaft sinkt. Ihr Ziel ist es bis zum Jahr 2025 die Einwohnerzahl der Verbandsgemeinde auf 15.000 Einwohner zu steigern. Wie wollen Sie dies umsetzen? Welche gezielten Maßnahmen sind dazu erforderlich? Wessen Hilfe benötigt die Verbandsgemeinde dazu?
Thilo Becker: Wir haben lange überlegt, welches Ziel wir mit der integrierten Standortentwicklung verfolgen wollen. Was unsere Bürgerinnen und Bürger von einer attraktiven Verbandsgemeinde erwarten, haben sie uns in der Umfrage gesagt. Ich glaube, wenn wir uns diese Anmerkungen zu Herzen nehmen, dann kann es gelingen, die 15.000 zu erreichen.
In der Umfrage wurde oft positiv erwähnt, dass in unserer Verbandsgemeinde alles überschaubar sei, persönliche Kontakte und gegenseitige Unterstützung wichtig seien und funktionierten, alles da sei, was man zum Leben bräuchte und die Natur in Verbindung mit der schnellen Autobahnanbindung unschlagbar sei. 15.000 Einwohner ist eine stabile Größe, die aber diese Vorteile – und letztlich auch den Charme, den das Leben bei uns ausmacht – nicht gefährdet. Es sind viele Aspekte dabei, bei denen die Verwaltung nur bedingt handeln kann. Wir können dort Initiator sein, Vermittler, bei der einen oder anderen Stelle Wegbereiter, Gesprächspartner, können Informationsanbieter sein, Fördermittel akquirieren – in vielen wirtschaftlichen Punkten oder Eigentumsverhältnissen sind uns aber die Hände gebunden. Natürlich sind auch unsere Kommunalpolitikerinnen und -politiker gefragt, eine gute Zusammenarbeit in den Räten, fruchtbringende Diskussionen und überlegte Entscheidungen. Ich glaube, jeder vor Ort muss sich seiner Verantwortung bewusst sein, was mit seiner Umgebung passiert.
Jeder trägt die Verantwortung mit. Das fängt bei einem Lächeln auf der Straße an, geht über Vandalismus auf Spielplätzen, den Zustand des eigenen Vorgartens oder Hausfassade, das Engagement in Vereinen. Das sind Dinge, auf die wir als Verwaltung keinen Einfluss haben. Letztlich brauchen wir die Unterstützung von allen. Der intensive Austausch mit unseren Bürgerinnen und Bürgern und solche, die es werden wollen, hat mir aber gezeigt: Das Interesse an unserer Verbandsgemeinde ist groß. Im Übrigen: Die Einwohnerzahl war zur Jahrtausendwende schon in greifbarer Nähe. Dann kam es zu einem deutlichen Rückgang der Bevölkerung. Ich wurde auch schon ein wenig belächelt ob des ausgerufenen Ziels. Es würde ja schon fast reichen, wenn wir die Einwohnerzahlen stabil halten, aber auch das wird nur gelingen, wenn wir die zuvor genannten Themen gemeinsam bearbeiten und umsetzen wollen.
Auf bestem Weg zu mehr Klimafreundlichkeit
BLICK aktuell: Herr Becker, nun kommen wir zu einem ganz anderen Thema. Die globale Erderwärmung und der Klimawandel sind in aller Munde. In einigen Großstädten herrscht bereits ein Fahrverbot für Euro-4- und Euro-5-Dieselfahrzeuge. Doch nicht der Ausstoß von Treibhausgasen allein ist verantwortlich für die Erderwärmung. So stellt sich die Frage, ob und welche Maßnahmen die Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen ergreifen kann oder bereits ergriffen hat, um ihren Beitrag zur Klimapolitik zu leisten.
Thilo Becker: Als Verwaltung selbst haben wir in den letzten Monaten viele Maßnahmen ergriffen, die dem Klima- und Umweltschutz zugutekommen und den CO2-Ausstoß erheblich senken. Auf dem Dach des Rathauses gibt es eine Photovoltaikanlage, über die wir den Strom, den wir für die Verwaltungsarbeiten benötigen, beziehen. Eine neue, umweltfreundliche Heizungsanlage sorgt dafür, dass keine Wärme in den Büros verschwendet wird. Auch die Fenster wurden erneuert. Weitergehend wurde die Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgerüstet. In der Stadt Höhr-Grenzhausen sparen wir so ca. 200 Tonnen CO2-Belastung pro Jahr ein. Außerdem sind wir mit vielen digitalen Entwicklungen auf dem Weg zu einer möglichst papierlosen Verwaltung. So haben wir zum Beispiel die eRechnungen eingeführt, was für eine Verwaltung unserer Größe so ungewöhnlich ist, dass wir dafür sogar einen Innovationspreis der Firma Axians Infoma erhalten haben. Auch gemeinsam mit den Ortsgemeinden haben wir die energetische Sanierung einzelner Immobilien vorangetrieben. Doch auch hier gilt wieder, ein gutes Klima in unserer Verbandsgemeinde kann nicht die Verwaltung allein schaffen. Hauseigentümer, Gewerbetreibende und Unternehmen müssen sich dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe stellen.
BLICK aktuell: Herr Becker, wir danken für dieses ausführliche Interview.
Das hier entstehende Rastal-Einkaufscenter soll die Versorgung Bürger bedarfsgerecht sichern.
