Leserbrief zur Ansiedlung eines Discounters in Niederbieber
Muss das wirklich sein?
Soll jetzt wirklich diese kleine grüne Lunge und Vogelparadies am Ortseingang von Niederbieber einem weiteren Discounter geopfert werden? Warum sollen hier einmal mehr zahllose Bäume gefällt werden und wo bitte soll die Ausgleichsfläche hin? Uns hier am Ortseingang von Niederbieber wird eine Ausgleichsfläche irgendwo kaum helfen. Wir sind hier täglich Opfer von Straßenlärm und Verkehr, soll das wirklich noch mehr werden? Und wer will das? Für wen bitte soll dieser Markt gut sein und was bedeutet hier: „Zentrale Lage“? Die Rede ist vom absoluten Ortsanfang, von Neuwied aus betrachtet. Das ist keinesfalls „zentral“. Und falls mit „zentral“ nicht Niederbieber gemeint ist, sondern Neuwied: Warum bitte wird dann der Markt nicht auf den ohnehin schon brachliegenden Teilen des riesigen Rasselstein Areals errichtet, keine 50 m entfernt? Besonders gut hat mir die Stelle gefallen, in der von fußläufiger Erreichbarkeit die Rede war. Für wen denn, bitte? Höchstens für die Anwohner der Rasselsteiner Kolonie (wie viele sind das, und wollen sie wirklich einen eigenen Markt?). Die Anwohner der anderen Seite können jedenfalls nicht gemeint sein, denn die kommen unbeladen schon nur unter Einsatz ihres Lebens über die Wiedbachstraße, aber bestimmt nicht mit vollen Taschen. Oder bekommen wir dann einen Fußgängerüberweg, den wir schon seit Jahrzehnten gerne hätten, für den es aber angeblich nie „genug Fußgängerverkehr“ gab? Wir glauben auch nicht, dass die Anwohner des Weißen Berges ihre Einkäufe den Moogsberg oder die Schleth hochschleppen wollen.
Bliebe also der Straßenverkehr. Ein Discounter ist ja wohl auch sicher vom Prinzip her eher für den großen Wochenendeinkauf gedacht, als für den kleinen Einkauf zwischendurch. Schön wäre natürlich die Vorstellung, die Herein- und Herausraser könnten durch eine Marktein- und Ausfahrt abgebremst werden, wahrscheinlich ist das nicht. Wahrscheinlich werden einfach mehr Unfälle stattfinden. Die vielen Fußgänger, Radfahrer und Läufer, die den Fuß-und Radfahrweg zwischen Neuwied und Niederbieber täglich nutzen, werden sicher auch ihre helle Freude an der Ein-und Ausfahrt haben, von den Einkäufern ganz zu schweigen, denn gerade in Höhe der geplanten Ein- und Ausfahrt sieht man in Richtung Ortsmitte bedingt durch die Kurve nahezu nichts. Wie wäre es, einfach mal etwas für die Bürger zu tun, etwas, das diese auch wollen und brauchen, anstatt eine Holding aus dem fernen Regensburg zu protegieren.
Susanne Schnorr, Neuwied
