Politik | 17.02.2026

Naturdenkmal Bausenberg: geschützt - und trotzdem bedroht?

Vor 25 Jahren wurde durch engagierte Bürgerinitiativen die geplante Mülldeponie „Auf dem Scheid“ verhindert. Stattdessen entstand als Kompromiss ein Abfallwirtschaftszentrum, das sich seither als Abfallsammel- und -verwertungsstelle ökologisch wie ökonomisch bewährt hat.

Doch schon damals war klar: Das Gebiet „Auf dem Scheid“ würde aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage immer wieder ins Visier wirtschaftlicher Interessen geraten. Genau das erleben wir nun erneut.

Die Denkmalfachbehörde, die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) in Mainz, hat kürzlich den auf dem Gebiet des Scheids gelegenen Bausenberg mit seinem Lavastrom als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Die GDKE stellt dazu fest, dass es sich bei dem Bausenberg um einen einzigartigen Schlackenvulkan handelt, der ein herausragendes Zeugnis unserer Erdgeschichte darstellt. Der Bausenberg ist der am besten erhaltene Schlackenkegel Deutschlands. Bereits 2003 wies der Gemeinderat Waldorf in einer Bürgerinformation auf diese besondere Bedeutung hin. Der rund 3,5 Kilometer lange Lavastrom erstreckt sich über die Gemarkungen Niederzissen, Waldorf und Gönnersdorf - damit ist dieser Teil des Gebiets „Auf dem Scheid“ ein geschütztes Naturdenkmal.

Und dennoch beabsichtigt der Waldorfer Gemeinderat ausgerechnet hier ein interkommunales Gewerbegebiet zu errichten. Nun frage ich mich, was geht in den Köpfen der Verantwortlichen vor? Wie kann man angesichts dieser geologischen Einzigartigkeit ernsthaft darüber nachdenken, ein solches Naturdenkmal zu zerstören, weil man sich kurzfristige Gewerbesteuereinnahmen erhofft? Natur- und Denkmalschutz sind keine lästigen Hindernisse, die man beiseiteschiebt, wenn es opportun erscheint. Sie sind Ausdruck von Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.

Bereits im vergangenen Jahr stellte Michael Schäfer von der Abteilung Raumplanung des Kreises Ahrweiler klar, dass eine Umwidmung schützenswerter Flächen als Gewerbegebiete nicht in Betracht komme (Blick aktuell 06/2025). Diese Aussage sollte Maßstab und Verpflichtung sein.

Stattdessen sollte geprüft werden, ob ein Geolehrpfad angelegt werden kann. Eine solche Lösung würde das Naturdenkmal erlebbar machen und zugleich die regionale Identität stärken, ohne irreversible Zerstörung.

Der Bausenberg mit seinem Lavastrom ist kein Verhandlungsobjekt, er muss bewahrt bleiben - konsequent und ohne Hintertür.

Peter Baltes, Gönnersdorf

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