Politik | 21.07.2021

Neuwieder Mieterbund Mittelrhein hält Kostenteilung für gerecht

Neue CO2-Steuer

Vermieter müssen an Umweltkosten beteiligt werden

Neuwied. Der Mieterbund Mittelrhein, Vertreter der Mieter im nördlichen Rheinland-Pfalz, ist enttäuscht, dass sich die CDU-Bundestagsfraktion gegen die ursprünglich vorgesehene Kostenverteilung der CO2-Steuer entschieden hat. Demnach sollten die Kosten dieser neuen Steuer, mit der ein sparsamerer Umgang mit Energie erreicht werden soll, zwischen Mieter und Vermieter geteilt werden. Nun aber hat die Bundesregierung aber doch entschieden, dass diese Steuer die Mieter allein tragen sollen. Das hält der Mieterbund Mittelrhein für ungerecht. „Es ist zwar richtig, dass der Heizungsverbrauch davon abhängt, wie sparsam der Verbraucher mit Energie umgeht“, erklärte der 1. Vorsitzende Dietrich G. Rühle der Presse, „aber es hängt genauso stark davon ab, ob veraltete oder moderne energiesparende Technik eingesetzt werde“. Auf letztere habe der Mieter aber keinen Einfluss, denn darüber entscheiden die Vermieter als Eigentümer ganz alleine. Der Mieter könne sparsam heizen wie er nur kann, mit einem veralteten Heizungssystem wird es nicht effektiv sein. „Warum, wenn zwei aus unterschiedlichen Gründen für den Umfang eines Verbrauchs ursächlich sind, nur einer von beiden von dieser Lenkungssteuer betroffen ist, ist weder energiepolitisch noch sozial zu begründen“, so Rühle. Richtig sei zwar, dass der Vermieter nicht verhindern könne, dass ein Mieter unrentabel heizt. Aber umgekehrt könne der Mieter so sparsam heizen wie er will, wenn der Vermieter eine veraltete Heizung in der Wohnung belässt, stiegen die Verbräuche trotzdem. Durch das Splitten der Umlage hätte auch ein Anreiz für den Vermieter geschaffen werden können, die Wohnung mit energiesparender Technik auszurüsten. Es sei auch kein Argument gegen die Beteiligung der Vermieter an der CO2-Umlage, dass Vermieter die Steuer auch dann zahlen müsste, wenn die Heizungsanlage auf dem neuesten Stand ist. Denn dieses Problem habe ja auch der Mieter, der die Steuer ja auch selbst dann zahlen muss, wenn er vorbildlich Energie einspart. Aber beide würden dann eben weniger bezahlen müssen. Auch sei es kein Argument, dass Umweltauflagen Investitionen in den Neubau von Wohnungen bremsen würden. „Bei jeder energiesparenden Auflage behaupten Eigentümer, das belaste den Wohnungsbau“, hält dem Rühle entgegen, „der Mangel an Wohnraum hat aber rein gar nichts mit Energiemaßnahmen zu tun.“ Denn dafür sein die mangelnde Bautätigkeit verantwortlich, wobei auch die Kommunen zu wenig dafür sorgten, dass bezahlbarer Wohnraum geschaffen werde. Es sei schon ärgerlich, wenn Kosten, deren Grund unzweifelhaft im Haben von Eigentum liegt, einseitig auf die Mieter abgewälzt würden. So müssten Mieter über die Nebenkosten z. B. auch die Grundsteuer B des Eigentümers zahlen, obwohl diese absolut nichts mit dem Bewohnen des Grundstücks, sondern alleine mit dem Eigentum daran zu tun habe. Aber Mieter hätten anders als die Eigentümer eben kaum eine politische Lobby, selbst die eher dem linken Lager zugerechneten Parteien trügen Entscheidungen zu Lasten der Mieter mit. Und das, obwohl die Mietpreise zurzeit explodieren, was Vermietern viel Geld in die Kasse spüle, während Wohnen für Mieter immer weniger bezahlbar wird. „Und ein nicht unerheblicher Grund für die Belastung der Mieter ist schließlich auch, dass diese anders als Eigentümer der Steuer nicht ausweichen kann, denn Mieter müssen ja wohnen und heizen“, resümiert der Vorsitzende des Mieterbundes Mittelrhein.

Pressemitteilung

Mieterbundes Mittelrhein.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 1

  • Rüdiger Knieps: Kesseling im Kreis Ahrweiler
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
Dauerauftrag Imageanzeige
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Lava Grill Buffet
Anzeige 35-jähriges Jubiläum
Praxis an neuem Standort
Kirmes Löhndorf
Titelanzeige
Maibaumstellen Heimersheim
Empfohlene Artikel
Der marode Zustand der L 83 ist in Kempenich Dauerthema.  Foto: Jochen Seifert
335

Der Artikel zeigt deutlich das Dilemma mit der Sanierung von Landes- und Kreisstraßen im Kreis Ahrweiler. Dem LBM ist der Zustand der L 83 von der K 18 bis nach Kempenich bekannt – das freut mich. Offensichtlich nicht bekannt ist der miserable und verkehrsgefährdende tatsächliche Zustand, denn dann hätte man die Straßen längst saniert. Der benannte Abschnitt der L 83 stand schon im Investitionsplan Landesstraßen der Landesregierung von 2019 – 2023 mit insgesamt 1,934 Millionen Euro.

Weiterlesen

Die CDU Rheinbreitbach freut sich auf viele Gäste beim Burgfest am 26. April.  Foto: Heinz-Werner Lamberz
24

Rheinbreitbach. Der CDU-Ortsverband Rheinbreitbach lädt ein zum Burgfest am Sonntag, 26.04.2026 ab 15:00 Uhr in und um die Obere Burg, Schulstraße 7a in Rheinbreitbach. Angeboten werden leckere, von Mitgliedern gebackene Kuchen, selbstverständlich auch Kaffee, Tee sowie andere alkoholische und alkoholfreie Getränke. Natürlich besteht Gelegenheit zu Gesprächen untereinander sowie mit Abgeordneten und Kommunalpolitikern.

Weiterlesen

Flutschäden im Juli 2021.  Foto: ROB
1057

Als Bürger dieses Landkreises fühle ich mich nicht gut beraten und auch nicht sonderlich beschützt, wenn man beim lesen des Artikels, in dem der Leiter der Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz im Kreis Ahrweiler Stellung bezieht. Man könnte den Eindruck erhalten, dass die PR-Maßnahme der Verwaltung auf jeden Fall eines bewirken soll – und zwar zu Beschwichtigen. In dem Artikel war besonders und in erstaunlicher Weise zu erfahren, was alles nicht geht oder länger dauern wird.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Restaurator Klaus Tenschert mit den zurückgekehrten Kunstwerken:  Foto: Stadtverwaltung / Franziska Düngen
13

Restaurator Klaus Tenschert hat der Kunst neues Leben eingehaucht

Flutgeschädigte Skulpturen kehren an die Ahr zurück

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Kurz vor Ostern war im städtischen Museumsdepot in der Niederhutstraße in Ahrweiler die Freude sehr groß, als sich Restaurator Klaus Tenschert aus Hirschaid (bei Bamberg) ankündigte, um der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler vier restaurierte Skulpturen zurückzugeben. Fast zwei Jahre lang haben sie sich in seinen fachkundigen Händen befunden, bevor sie in neuem Glanz die Rückreise an die Ahr antreten konnten.

Weiterlesen

Die Westumer Wehr in der 1930er Jahren.  Foto: privat
7

Westum. Die Freiwillige Feuerwehr Westum blickt in diesem Jahr auf ein ganz besonderes Jubiläum: ihr 100-jähriges Bestehen. Anlässlich dieser bedeutenden Feierlichkeiten möchten wir gemeinsam mit der Bevölkerung auf die bewegte Geschichte unserer Feuerwehr zurückschauen. Nun wendet sich die Wehr an die Öffentlichkeit:

Weiterlesen

Die derzeitige Brunnenkönigin Sophie I. mit ihrer Nachfolgerin Elisa I.
23

Warum wird in Bad Breisig einen Brunnenkönigin gewählt und wie kam es dazu?

Die Geschichte Brunnenkönigin der Quellenstadt Bad Breisig

Bad Breisig. Seit vielen Jahren wählt Bad Breisig eine Brunnenkönigin zum Brunnenfest. Dieser Brauch ist seit 1979 bereits zur Tradition geworden und findet jährlich zu Christi Himmelfahrt statt. Bereits 23 Brunnenköniginnen wurden in der Quellenstadt bis heute gekrönt. Den ersten Höhepunkt dieses Festes bildet ihre feierliche Ankunft, in einer festlich dekorierten Kutsche, im Kurpark.

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag 2025
neue Heizung?
Werksverkauf Anhausen
Rund ums Haus Daueranzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Schulhausmeister
Kirmes in Löhndorf
Kirmes in Löhndorf
Kirmes in Löhndorf
Anzeige Reinigungskraft
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Titelanzeige
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen in Heimersheim
Kirmes Polch