Sieben Kommunen unterzeichnen Konsortialvertrag mit EVM
Neue Energie an der Rheinschiene
Gründung neuer Versorgungsgesellschaft für Strom
Koblenz/Region. Mit Unterschriften besiegelt ist seit Mittwoch (27. November) die strategische Partnerschaft von sieben Kommunen an der Rheinschiene mit der Energieversorgung Mittelrhein GmbH (EVM): Die Städte Remagen, Sinzig und Bad Breisig, die Gemeinde Grafschaft sowie die Ortsgemeinden Burgbrohl, Gönnersdorf und Brohl-Lützig hatten die Neuvergabe ihrer Stromkonzession an die Option geknüpft, sich an den Netzen beteiligen zu können. Die EVM setzte sich gegen mehrere Wettbewerber durch. Ihr Vorschlag überzeugte vor allem durch ein genau auf die Wünsche der Kommunen ausgerichtetes Angebot: Diese wollen die Energiezukunft ihrer Bürger selbst in die Hand nehmen und vor Ort gestalten sowie wirtschaftlich vom Netzbetrieb profitieren.
Der jetzt unterzeichnete Konsortialvertrag regelt die künftige Zusammenarbeit und das Vorgehen: Die EVM gründet zunächst eine neue Versorgungsgesellschaft. Parallel dazu übernimmt die EVM die Stromnetze von der RWE, dem bisherigen Konzessionsnehmer. Die EVM bringt die Stromnetze in die neue Gesellschaft ein. Ab diesem Zeitpunkt werden sich die Kommunen an der neuen Gesellschaft bis zu einem Anteil von insgesamt 74,9 Prozent beteiligen können.
Eigene Standorte in der Region
Neben dem Netzbetrieb soll die neue Gesellschaft auch Strom anbieten. Den Betrieb der Netze wird die EVM Netz GmbH übernehmen; an sie sollen die Stromnetze verpachtet werden. Für den sicheren Betrieb werden an der Rheinschiene eigene Standorte aufgebaut werden. Dazu gehört auch ein Kunden- und Vertriebszentrum. „Wo genau der Vertrieb angesiedelt sein wird und welche Produkte die neue Gesellschaft anbieten wird, ist aber noch offen“, sagte Achim Juchem, Bürgermeister der Grafschaft. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der EVM, weil ich sicher bin, dass wir mit ihr einen idealen Partner für unsere Vorstellungen von Rekommunalisierung der Stromversorgung gefunden haben.“ Man brauche das Wissen und die Erfahrung eines erfahrenen Energieversorgers, um die Herausforderungen der Zukunft technisch wie wirtschaftlich meistern zu können, betonte er weiter. Josef Rönz, Vorsitzender der Geschäftsführung der EVM, freut sich über das Vertrauen der Kommunen und die neue Partnerschaft: „Wir haben uns inzwischen auch als Stromversorger in der Region etabliert. Nach der Stadt Cochem und der Kooperation mit den Stadtwerken Andernach in Andernach unterstützen wir nun als fachkundiger Partner sieben weitere Kommunen bei der Neuausrichtung der Stromversorgung“, sagte er.
Die Heimat stärken
Josef Rönz begrüßt solche neue Formen der Beteiligung wie hier an der Rheinschiene: „Sie erlauben den Kommunen einerseits eine große Eigensteuerung bei der Energieversorgung und begrenzen durch unser Know-how andererseits ihre Risiken. Energie geht alle an. Von daher ist es gut, wenn sich Kommunen für die Ausgestaltung auch mitverantwortlich fühlen.“ Die EVM engagiert sich als Partner der Kommunen für eine sichere Energiezukunft und eine regionale Energiewende. „Wir sind in der Region tief verwurzelt, deshalb ist es uns wichtig, durch Aktivitäten, sichere Arbeitsplätze und Aufträge an heimische Unternehmen, die Lebensqualität und Wirtschaftskraft unserer Heimat zu stärken. Das geht nur gemeinsam.“
Die neue Gesellschaft wird rund 60.000 Menschen mit Strom versorgen. Ihr Leitungsnetz erstreckt sich über 176 Quadratkilometer. Die EVM ist zwar bereits im Besitz der Stromkonzession. Bis zur Übernahme der Stromnetze ist aber noch die RWE für den Betrieb verantwortlich.
Pressemitteilung
EVM Mittelrhein GmbH
Sieben Kommunen nehmen jetzt gemeinsam mit der EVM die Energiezukunft selbst in die Hand. Nach dem Unterzeichnen des Konsortialvertrages freuen sich die Bürgermeister der beteiligten Kommunen und Josef Rönz, Vorsitzender der EVM-Geschäftsführung (v.l.): Achim Juchem (Grafschaft), Josef Rönz, Martin Braun (Gönnersdorf), Bernd Weidenbach (Bad Breisig), Christel Ripoll (Brohl-Lützing), Wolfgang Kroeger (Sinzig).Nicht im Bild: Herbert Georgi (Remagen), Walter Schneider (Burgbrohl).Foto: privat
