Entwicklung der Gemeinde Swisttal in den kommenden 20 Jahren gesichert
Neue Flächennutzungspläne beschlossen
Mehr Gewerbe in Heimerzheim und Odendorf - Bauland für Dünstekoven und Buschhoven
Swisttal. Damit sich die Gemeinde Swisttal in den kommenden 20 Jahren weiterentwickeln kann, hat der Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung wichtige Entscheidungen getroffen. Vor allem in Sachen Gewerbeflächen müsse in Swisttal noch einiges passieren, darin war sich die Mehrheit einig. Deshalb hatte das Gremium die Neuausweisung von Gewerbeflächen in Odendorf und Heimerzheim sowie von Wohnbauflächen in Buschhoven und Dünstekoven auf den Weg gebracht.
Im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans sollen demnach im Norden von Heimerzheim künftig gleich zwei Gewerbestandorte entstehen. „Gerade in Heimerzheim sind praktisch keine Entwicklungsflächen mehr vorhanden“, begründete CDU-Sprecher Jürgen Pump dies.
Die beiden geplanten Gewerbegebiete liegen entlang der L 182 zwischen dem Autobahnanschluss und der Abfahrt Richtung Heimerzheim. Standort eins soll rund 10,18 Hektar groß werden und Platz für 68 bis 82 Grundstücke bieten.
Etwa halb so groß ist der Standort zwei, der stufenweise in zwei Bauabschnitten entwickelt werden könnte. Dort könnten bis zu 40 weitere Gewerbe-Grundstücke entstehen. Dafür soll im Gegenzug eine rund 2,1 Hektar große Fläche auf der anderen Seite der Landstraße, die bislang als Gewerbefläche ausgewiesen war, zurückgenommen werden.
Sozialdemokraten gegen Erweiterung in Odendorf
Diese neuen Gewerbeflächen in Heimerzheim befürwortete auch Ernst Ostermann (SPD), „denn dort werden noch Gewerbeflächen benötigt.“ Seiner Ansicht nach würde allerdings auch die Ausweisung des Standorts eins ausreichen.
Dafür lehnten die Sozialdemokraten die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets Odendorf rundweg ab. Schließlich seien dort noch 3,7 Hektar verfügbar, und man habe 15 Jahre gebraucht, um zwei Drittel der vorhandenen Fläche zu vermarkten.
Bürgermeister Eckhard Maack sah dies anders. „Es sieht sehr positiv aus für die weitere Vermarktung des Gewerbegebiets von Odendorf“, erklärte er und kündigte zugleich an, einen „ganz dicken Fisch“ an der Angel zu haben mit mehr als 6000 Quadratmetern Grundstücksfläche und 70 bis 80 Arbeitsplätzen. Darüber hinaus gebe es eine Warteliste mit weiteren Interessenten.
Auch optisch muss sich etwas tun
Immerhin habe die Gemeinde im vergangenen Jahr 900.000 Euro mehr an Gewerbesteuern eingenommen als 2011. Maack gab dennoch zu, in der Vergangenheit seien möglicherweise Fehler gemacht worden, indem man Swisttal zu lange als reine Wohngemeinde betrachtet habe. Doch mittlerweile hätten sich auch die finanziellen Rahmenbedingungen geändert. Deshalb müsse man stärker als bislang dafür sorgen, dass sich neue Gewerbebetriebe in der Gemeinde ansiedelten. Allerdings müsse sich auch optisch in absehbarer Zeit etwas tun im Gewerbegebiet Odendorf, das nach außen keinen allzu positiven Eindruck erwecke.
So beschloss die Mehrheit von CDU und FDP die Erweiterung des Gewerbegebiets Odendorf um 6,9 Hektar bei vier Gegenstimmen von SPD und Grünen. 45 bis 55 Grundstücke will man in der Erweiterungsfläche unterbekommen. Die soll westlich des Regenrückhaltebeckens in Richtung Bundesstraße 56 mit einer Ringserschließung erfolgen.
50 neue Baugrundstücke möglich
Neue Baugrundstücke sollen in Dünstekoven im Anschluss an die Wohnbebauung „Zum Eisernen Mann“ entstehen. Das etwa 8400 Quadratmeter große Baugebiet könnte Platz für etwa 16 Grundstücke bieten. Außerdem soll in Buschhoven auf rund 2,2 Hektar Fläche „Am Wehrbusch“ 34 neue Wohneinheiten gebaut werden. Hier war es allerdings erforderlich, größere ökologische Grünpuffer vorzusehen zum Schutz des nahe gelegenen Landschaftsschutzgebietes „Wehrbusch“. Sowohl die Grünen als auch die FDP fanden dieses Baugebiet unnötig, was zu drei Gegenstimmen führte. Die demografische Entwicklung spreche einfach dagegen, argumentierte etwa Monika Goldammer-Dittrich (FDP).
Die Verwaltung wurde beauftragt, die Planungen bei der Bezirksregierung in Köln zur Genehmigung vorzulegen. Wenn es von dort grünes Licht gibt, sollen die Projekte weiter vorangetrieben werden.
