Politik | 02.02.2026

In den vergangenen Jahren sind die Kosten deutlich gestiegen - Große Projekte stehen trotzdem an

Niederzissen: Hohe Ausgaben sorgen für Bauchschmerzen

Im Heubachstadion in Niederzissen ist eine Sanierung des Spielfeldes sowie der Tartanbahn geplant.  Foto: Rolf Hans

Niederzissen. In seiner Sitzung am 26. Januar 2026 hat der Gemeinderat Niederzissen den Haushaltsplan für das Jahr 2026 einstimmig verabschiedet. Der Haushaltsentwurf war zuvor im Haupt- und Finanzausschuss beraten und dem Rat ebenfalls einstimmig zur Beschlussfassung empfohlen worden.

Trotz der Zustimmung sieht die Gemeinde ihre Finanzlage nicht unkritisch. In den vergangenen Jahren sind insbesondere die Personalaufwendungen, die Kosten für die Unterhaltung von Anlagen und Grünflächen sowie für die gemeindeeigenen Gebäude deutlich gestiegen. Diese Entwicklung führt zunehmend zu einem Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben. Ortsbürgermeister Rolf Hans sprach in seiner Haushaltsrede von einem „Warnsignal“ für die finanzielle Situation der Gemeinde.

Zwar verzeichnet Niederzissen steigende Einnahmen aus der Gewerbesteuer sowie aus dem Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, ein Großteil dieser Mehreinnahmen fließt jedoch infolge gestiegener Umlagen an den Kreis und die Verbandsgemeinde wieder ab – und das trotz unveränderter Hebesätze. Gleichzeitig belasten zusätzliche Ausgaben in mehreren Bereichen den Haushalt. Hinzu kommen kostenintensive Investitionsvorhaben wie der Neubau einer Kindertagesstätte, die Erschließung des Neubaugebietes „Oben im Joch“, die Sanierung des Sportplatzes sowie Straßenbaumaßnahmen in den Straßen Bächelsberg und „Im Vogelsang“.

Positiv hob der Ortsbürgermeister hervor, dass die Gemeinde auch zum Jahresende 2026 schuldenfrei bleiben wird, da die Investitionen aus vorhandenen Rücklagen finanziert werden können. Gleichwohl müsse die weitere Entwicklung der Ausgabenseite aufmerksam beobachtet werden.

Finanzlage bleibe dennoch stabil

CDU-Fraktionssprecher Tobias Schneider bezeichnete die Finanzlage der Gemeinde insgesamt als stabil. Oberste Priorität habe weiterhin die Sicherung und der Erhalt der gemeindlichen Infrastruktur. Sein Leitgedanke: „Zuerst erwirtschaften, dann investieren – Bewährtes erhalten und Neues mit Bedacht gestalten.“

Für die Wählergruppe Doll sprach Peter Zeller von einem gesunden finanziellen Fundament, auf dem die Gemeinde dank ihrer Rücklagen aufbauen könne. Auch er stellte den Neubau der Kindertagesstätte als vorrangiges Projekt heraus, mahnte jedoch an, die Haushaltsentwicklung der kommenden Jahre angesichts der anstehenden Investitionen genau im Blick zu behalten.

Die SPD-Fraktion wurde durch den stellvertretenden Fraktionssprecher Christopher Jeub vertreten. Er hob die Einrichtung der Kindertagesbetreuung in gemeindlicher Verantwortung als Pionierleistung im Landkreis hervor und sprach von einem „echten Meilenstein“ für Niederzissen. Zudem begrüßte er die positive Entwicklung im Gewerbegebiet Brohltal Ost.

Ausgleich möglich

Die abschließende Kommentierung erfolgte durch Bürgermeister Johannes Bell. Angesichts der Fehlbeträge von rund 966.000 Euro im Ergebnishaushalt sowie 666.000 Euro im Finanzhaushalt müsse die Haushaltslage im Blick behalten werden. Zwar könnten diese Defizite im laufenden Jahr durch liquide Mittel ausgeglichen werden, eine solche Entwicklung sei jedoch langfristig nicht gesund. Die Einschätzung des Ortsbürgermeisters, die Situation als Warnsignal zu verstehen, teile er. Aufgrund der aktuellen globalen Krisen sei zudem eine verlässliche Prognose zur wirtschaftlichen Entwicklung und zu den Gewerbesteuereinnahmen nur schwer möglich. Die im Haushalt vorgesehenen Investitionen seien jedoch nachvollziehbar und notwendig.

Darüber hinaus stimmte der Gemeinderat Nachtragsbeauftragungen für Planungsleistungen im Zusammenhang mit dem Kita-Neubau zu. Hintergrund sind ein Standortwechsel sowie eine Umplanung zu einem eingeschossigen Gebäude aus Brandschutzgründen. Beauftragt wurden zudem bauphysikalische Leistungen, um den Neubau als Effizienzgebäude im Standard EG 40 umzusetzen, was Energieeinsparungen von rund 15 Prozent ermöglicht.

Anhebung abgelehnt

Mehrheitlich abgelehnt wurde hingegen eine Anhebung der Mietpreisordnung für die Bausenberghalle, deren Mietsätze seit 14 Jahren unverändert sind, obwohl die Halle ein hohes Defizit aufweist. Zustimmung fand dagegen eine Erhöhung der Nutzungsentgelte für die Schutzhütte Marienköpfchen um zehn Prozent sowie die Einrichtung einer Grundwassermessstelle in der Gemarkung Niederzissen.

Zum Abschluss der Sitzung informierte Ortsbürgermeister Rolf Hans darüber, dass Niederzissen eine zusätzliche Poststation erhalten wird, die neben einer Packstation auch Briefdienstleistungen anbietet. Zudem entwickelte sich die im Oktober des vergangenen Jahres eröffnete Tagespflege für Kinder auf dem Marktplatz sehr positiv und wird ab März vollständig ausgelastet sein.

Im Heubachstadion in Niederzissen ist eine Sanierung des Spielfeldes sowie der Tartanbahn geplant. Foto: Rolf Hans

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