Europa-Union, Kreisverband Ahrweiler
Niederzissen stellte sich vor
Niederzissen. Die Ortsgemeinde Niederzissen war das Ziel des Infotages der Europa-Union des Kreises Ahrweiler. Eingangs begrüßte Ortsbürgermeister Rolf Hans die Gruppe und stellte seine Gemeinde vor. Niederzissen ist seit der Verwaltungsreform im Jahr 1970 Sitz der Verbandsgemeinde Brohltal. Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahrzehnten einen gewaltigen Umbruch erlebt. Wenn es in den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Landwirtschaft war, die überwog, so sind es heute kleine und mittelständige Betriebe, die in Niederzissen ansässig geworden sind. Mit der Fertigstellung der Autobahn A 61 Mitte der siebziger Jahre konnte die Gemeinde durch Ausweisungen von Neubaugebieten die Einwohnerzahl stetig erhöhen. Heute hat sie 2620 Einwohner.
Hierbei spielte die unmittelbare Nähe an die alte Bundeshauptstadt Bonn eine große Rolle. Denn das Bauland war im Verhältnis zu Bonn in der Brohltal-Region erschwinglicher. Ein gut funktionierendes Vereinswesen sorgt dafür, dass die rheinische Lebensweise nicht zu kurz kommt. Damit gerade die älteren Mitbürger im Sommer einen Platz der Begegnung haben, wird der Marktplatz erneuert und mit Bänken bestückt.
Der zweite Abschnitt dieses Infotags fand in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen statt, die am 18. März 2012 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten als Erinnerungs- und Begegnungsstätte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Im Ausstellungsraum, der an die Synagoge angebaut ist, werden einige Funde der Genisa Niederzissen in Vitrinen präsentiert. Richard Keuler, der Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins Niederzissen, ließ dabei nochmals die Zeit des Planens und Finanzierens Revue passieren. Der Bund, das Land Rheinland-Pfalz und Fördermittel der Denkmalpflege haben geholfen, dieses Projekt erfolgreich zu Ende zu führen.
In der Gedenkstätte wird vielen jüdischen Mitbürgern durch die Namensliste und alten Fotos gedacht. Es bestehen Kontakte in die USA zu den heutigen Söhnen und Töchtern beziehungsweise Enkeln, der Väter und Mütter, die Deutschland Ende der dreißiger Jahre noch verlassen konnten. Sehr erfreut zeigte sich Keuler darüber, dass vor einigen Tagen eine Schulklasse in der Gedenkstätte eine Buchlesung abhielt.
Nicht unerwähnt bleiben soll, dass einige Konzerte in der Gedenkstätte guten Zuspruch erhalten haben. Abschließend sagte Keuler, dass er sich durch mehrere Besuche des Staates Israel mehr und mehr in die jüdische Kultur und das jüdische Leben einfinden konnte.Pressemitteilung
der Europa-Union,
Kreisverband Ahrweiler
