Ehemaliger Bundestagspräsident erkundet die Lage und spricht den Menschen Mut zu
Norbert Lammert besucht das Ahrtal
Kreis Ahrweiler. Als um Punkt 12.30 Uhr das Fahrzeug mit Norbert Lammert in Mayschoss ankam, war die Freude der wartenden Zuschauer groß. Altbundestagspräsident Prof. Dr. Lammert stieg aus und begrüßte die ersten Gäste mit einem Lächeln und schüttelte Hände. Der MIT Vorsitzende des Bezirks Koblenz-Montabaur, Detlef Odenkirchen und MIT-Kreisvorsitzender des Kreisverbands Ahrweiler, Elmar Lersch, als auch die CDU-Kreisvorsitzende Petra Schneider empfingen mit einigen Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft, Lammert mit freundlichen Worten. Das Zeitfenster ist kurz getaktet und das Besuchsprogramm vollgepackt, sodass der MIT-Bezirksvorsitzende, Detlef Odenkirchen, am Pult in einer kurzen öffentlichen Ansprache Herrn Lammert und alle teilnehmenden Gäste begrüßte. In seiner Rede dankte er Lammert, dass er sich die Zeit für die Menschen im Ahrtal genommen hat und dass sein Besuch ein wichtiges Signal an die Bewohner des Tals sei und schloss mit den Worten: „Herr Prof. Dr. Lammert, schön, dass Sie da sind“. Auch Elmar Lersch begrüßte den Ehrengast auf das herzlichste. Danach ergriff Lammert selbst das Wort und sprach zu den teilnehmenden Gästen, die mit Hochspannung auf die Rede Lammerts warteten. „Als ich von Ahrweiler kommend das Tal hier hinauffuhr, sah ich die Zerstörung. Ich sah aber auch, dass vieles schon wieder da ist. Das stimmte mich freudig. Das Tal hat sich sehr verändert und man sieht die Kraft, mit der die Naturgewalt zugelangt hat. Allerdings würde ich zum Jubiläum unseres Grundgesetzes, das vor wenigen Tagen 75 Jahre alt geworden ist, einen Vergleich zu Ihrer momentanen Situation wagen. Als 1945 Deutschland völlig zerstört war und viele Menschen ratlos vor den Scherben standen und niemand wusste wie es weitergeht, haben einige Menschen sich wenige Jahre danach im Hause König Alexander in Bonn am Rhein, im parlamentarischen Rat zusammengesetzt und unser heutiges Grundgesetz über Wochen und Monate geschmiedet. Als Adenauer dann am Vorabend des inkaraftsetzen des neuen Grundgesetzes Zweifel kamen, fragte er sich: -Was machen wir hier eigentlich? Wir wissen nicht einmal, ob die Alliierten unsere Überlegungen so aufnehmen und umsetzen werden. Wir kennen auch nicht die Überlegungen der Siegermächte, was genau sie mit Deutschland vorhaben und wir wissen nicht, wie es mit unserem Land weitergeht. - Heute jedoch, ist unser Grundgesetz eines der anerkanntesten weltweit. Es hat sich gelohnt weiter zu machen. In sieben Jahrzehnten ist ein wunderbares Land mit demokratischen Prinzipien entstanden. Sie alle, die hier leben, stellen sich bestimmt -der Eine oder Andere- ähnliche Fragen. Auch werden Sie hin und wieder Zweifel an dem haben, was Sie gerade tun. Ich möchte Sie alle heute dazu ermutigen, in Ihre Heimat zu investieren. Es wird sich auszahlen. Weiterzumachen ist die einzige, sich lohnende Option, die wir haben. Schon der nachfolgenden Generation gegenüber. Deswegen bin ich überzeugt und zuversichtlich, dass Ihnen allen, dies auch gelingen wird.“ Nach Lammerts Rede gab es eine Führung durch die ältesten Weinkeller Deutschlands. Der Geschäftsführer, Dirk Stephan, berichtete über die Historie des Hauses, über den Weinbau und über die baulichen Vorhaben und Investitionen des Unternehmens. Im Anschluss der Besichtigung wurde bei einem Glas Wein und Flammkuchen auf der Terrasse noch wertvolle und anregende Gespräche geführt. Gegen 14.30 Uhr verabschiedeten Elmar Lersch und Detlef Odenkirchen den Ehrengast und Prof. Dr. Lammert reiste in seine Heimat zurück, wo ihn noch ein Abendtermin erwartete.
Pressemitteilung
MIT Bezirk Koblenz-Montabaur
