Politik | 09.03.2016

Förderverein St. Josef-Krankenhaus Adenau

Notarztversorgung am Abgrund

Notärztliche Unterversorgung und Abmeldung des Notarztstandortes Adenau hat dramatische Ausmaße angenommen

Adenau. Die bestehende notärztliche Unterversorgung und Abmeldung des Notarztstandortes Adenau am Nürburgring hat seit Monaten dramatische Ausmaße angenommen. Die Abmeldequote liegt bei bis zu 60 Prozent. Die Bevölkerung der Region rund um den Nürburgring ist nicht länger bereit, diesen unhaltbaren, untragbaren und lebensgefährlichen Zustand hinzunehmen. Seit mehr als einem Jahr liegen dem Verband der Kostenträger, an dem federführend die großen Krankenkassen des Landes beteiligt sind, die erforderlichen Zahlen für eine ausreichende Finanzierung der notärztlichen Versorgung im Raum Adenau/Altenahr vor, aber es geschieht „nichts“! Man beharrt weiterhin auf der bisherigen chronischen Unterfinanzierung, man weigert sich zu zahlen, man verzögert und verschleppt Verhandlungen über viele Monate und man nimmt, auch das in aller Deutlichkeit, bewusst oder unbewusst, den Tod von Menschen in der Region rund um den Nürburgring in Kauf. Die Bedürfnisse der Beitragszahler und damit der hiesigen Bevölkerung an einer guten Notarztversorgung in der Region mit einer hohen Zahl besonders schwerer Unfälle rund um den Nürburgring werden einfach ignoriert. Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hält die jetzigen gesetzlichen Vorgaben für ausreichend, um einen landesweiten ständigen Notarztdienst zu gewährleisten. Sie tut dies, obwohl sie weiß, dass 64 Prozent, aller Notarztstandorte in Rheinland-Pfalz keinen rechtsgültigen Vertrag mit den Kostenträgern abgeschlossen haben. In weiten Teilen von Rheinland-Pfalz, insbesondere im ländlichen Raum, ist nach Erkenntnis des Fördervereins die notärztliche Versorgung der Bevölkerung keineswegs sichergestellt. Die bundesweit geforderten acht Minuten von der Alarmierung des Rettungsdienstes bis zum Einsatzort ist eher ein Luxusproblem der Ballungsräume. In ländlichen Regionen werden daraus oft bis zu fünfzig Minuten. Hauptursache ist dabei nicht der viel beschworene Ärztemangel auf dem Land, jedenfalls nicht in Adenau, sondern es fehlt am Willen, vorhandene, gut ausgebildete Ärzte einzustellen und zu finanzieren. Hinzu kommt eine mangelhafte oder gänzlich fehlende Aufsicht und Kontrolle der Kostenträger durch das zuständige rheinland-pfälzische Innenministerium unter Roger Lewentz. Benachbarte Bundesländer (z.B. NRW) sind bei der notärztlichen Versorgung und Professionalisierung derselben, auch im ländlichen Raum, inzwischen im 21. Jahrhundert angekommen. Rheinland-Pfalz gehört hier nicht zu den Musterländern, sondern hinkt der allgemeinen Entwicklung offensichtlich um Jahrzehnte hinterher. Der Förderverein fordert daher die Landesregierung und den Verband der Kostenträger auf, den Zustand der chronischen Unterfinanzierung des Notarztstandortes Adenau unverzüglich zu beenden, dadurch die extreme Abmeldequote spürbar zu reduzieren und die Menschen rund um den Nürburgring aus dieser untragbaren und lebensgefährlichen Situation zu befreien. Die Geduld der Bevölkerung hat ein Ende!

Pressemitteilung

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St. Josef-Krankenhaus Adenau

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