Veranstaltung „60 Minuten - SPD im Dialog“ der Koblenzer Sozialdemokraten
Oberbürgermeister blickte auf seine Amtszeit zurück
Koblenz. Traditionell wird die Veranstaltung „60 Minuten - SPD im Dialog“ der SPD Koblenz im neuen Jahr durch den Koblenzer OB als Gast eröffnet. Eine nicht alltägliche Konstellation ergab sich in diesem Jahr bei der Verteilung der Rollen: Neben Detlev Pilger, Mitglied des Bundestags, wurde der Koblenzer Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig von seinem Nachfolger im Amt, David Langner, interviewt. Langner ist bis zum 30. April noch Sozialstaatssekretär. Am 1. Mai erfolgt die Übergabe der Amtskette, nachdem sich Langner im vergangenen Jahr in beiden Wahlgängen zum neuen Koblenzer Oberbürgermeister gegen seine Mitbewerber deutlich durchsetzen konnte.
Bevor die Veranstaltung in ihre gewohnte Form fand, gab Hofmann-Göttig - verbunden mit großem Dank an alle Helfer - ein kurzes Lagebild zum Hochwasser an Rhein und Mosel allgemein und im Hause Hofmann-Göttig im Speziellen. Dort hatte am Abend zuvor in einer gemeinschaftlichen Familienaktion der Keller ausgeräumt werden müssen - was stellvertretend für viele Familien im Hochwassergebiet genommen werden kann. Erfreulich sei, so Hofmann-Göttig, dass die Hochwasserschutzwand im Stadtteil Neuendorf ihre Feuerprobe bestanden und den Stadtteil vor Schlimmerem bewahrt habe.
Pilger und Langner blickten gemeinsam mit ihrem Gast auf die vergangenen acht Amtsjahre in der Rhein-Mosel-Stadt zurück. „Blicke ich heute auf die Themen zurück, die ich mir für meine Amtszeit vorgenommen hatte und vergleiche sie mit jenen, mit denen ich mich in meiner Amtszeit beschäftigt musste, muss ich feststellen, dass manche große Überraschung meine Vorhabenliste mindestens erweitert hat“, so die Erkenntnis von Hofmann-Göttig. Die Fähigkeit, auf Unerwartetes zu reagieren und Pläne den Entwicklungen anzupassen, sei gerade im Amt eines Oberbürgermeisters von immenser Bedeutung. „Es ist die Fähigkeit, schnell zu reagieren und Themen frühzeitig im Sinne der Stadt zu lenken“, bilanziert Hofmann-Göttig.
Für die positive Entwicklung der Stadt sei vor allem auch eine über Parteigrenzen hinweg gute Zusammenarbeit im Stadtrat notwendig. Die Stärkung genau dieses parteiübergreifenden Klimas war deshalb auch eines seiner zentralen Versprechen und Vorhaben als unabhängiger OB-Kandidat, resümierte Hofmann-Göttig. Er freute sich, dass dies erfolgreich gelungen sei und dass das sachliche und konstruktive Klima im Rat maßgeblich zum Gelingen der großen und kleineren Projekte beigetragen habe.
Als zentrale Themen seiner Amtszeit identifizierte Hofmann-Göttig die Umsetzung der Buga 2011, die erfolgreiche Realisierung des Zentralplatzprojekts, die Fusion der Krankenhäuser Kemperhof und Stift sowie die Zusammenführung von KEVAG und EVM zum größten kommunal geführten Energieversorger in Rheinland-Pfalz . Mit Blick auf die Krankenhausfusion habe sich Koblenz als Gesundheitsstandort gefestigt und langfristig aufgestellt. Es sei eine Mammutaufgabe gewesen, die Interessen und Positionen der zwei kommunalen Gesellschafter und vier kirchlicher Stiftungen zusammenzuführen.
Auf die neu fusionierte EVM AG werden in den kommenden Jahren besondere Herausforderungen zukommen. Hofmann-Göttig erinnerte daran, dass Koblenz zu den 26 am meisten mit Schadstoffen in der Luft belasteten Städten Deutschlands zähle. Der sogenannte Dieselgipfel des Bundes habe für Koblenz daher auch rund zehn Millionen Euro für Schadstoff reduzierende Projekte in Aussicht gestellt. Auch bei der anstehenden Neuvergabe der Konzession für den ÖPNV müsse genau darauf geachtet werden, dass am Ende ein für die Stadt und seine Bürger vorteilhaftes Ergebnis stehe.
Die Fragen der Gäste an den OB drehten sich anschließend um greifbarere Themen wie den sozialen Wohnungsbau oder die Situation von Obdachlosen, die vor allem Pilger ansprach, da ihm hier aus persönlichen Gesprächen und seiner regelmäßig stattfindenden Bürgersprechstunde viele Fälle persönlich vorgetragen würden. Hofmann-Göttig warf zudem noch einen Ausblick auf die großen Themen der kommenden Jahre: Bauprojekt Fritsch-Kaserne mit einer Quote von 20 Prozent für bezahlbares Wohnen, das Großprojekt Neubau Pfaffendorfer Brücke oder die Fertigstellung der Nord-Tangente - alles Projekte, mit denen sich Langner ab dem 1. Mai auseinandersetzen wird.
Pressemitteilung
der SPD Koblenz
