CDU Rheinbach stellt ihren Bürgermeisterkandidaten auf
Oliver Wolf will Rheinbach als Macher mit Visionen in die Zukunft führen
Der 43-jährige Unternehmer soll die Nachfolge von Stefan Raetz antreten – CDU-Mitglieder müssen ihn noch in einer Versammlung bestätigen
Rheinbach. Jetztist es offiziell: Oliver Wolf soll Bürgermeister der Stadt Rheinbach und damit Nachfolger des langjährigen Amtsinhabers Stefan Raetz werden. Der Vorstand der Rheinbacher CDU werde der Mitgliederversammlung den 43-jährigen Unternehmer und derzeitigen Vorsitzenden des Gewerbevereins vorschlagen, erklärte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Markus Pütz in einer Pressekonferenz. Wenn Wolf von den Mitgliedern bestätigt werde, trete er am 13. September bei der Direktwahl um die Nachfolge von Raetz als Kandidat der CDU an. Die Mitgliederversammlung ist allerdings noch nicht terminiert, sie soll zwischen Ende März und Mitte Mai stattfinden.
Der Vorstand der Rheinbacher CDU habe die Aufgabe der Findungskommission übernommen, um ihrer satzungsgemäßen Aufgabe gerecht zu werden, der Mitgliederversammlung einen Kandidaten für die Wahl zum Rheinbacher Bürgermeister vorzuschlagen. Das Ganze habe sich wegen der anstehenden Mediation zwischen den beiden verfeindeten Lagern innerhalb der Rheinbacher CDU verzögert, gab Pütz zu. Mittlerweile sei die Mediation abgeschlossen, wobei von der Gegenseite um die CDU-Fraktionsvorsitzende Silke Josten-Schneider leider einem gemeinsamen Miteinander für die Zukunft eindeutig eine Absage erteilt worden sei.
Ewige Spaltpilzgruppe wieder aktiv
Man wisse aber, dass „die ewige Spaltpilzgruppe“ innerhalb der CDU mit aller Kraft daran arbeite, nach einem eigenen Kandidaten zu suchen, ergänzte Vorstandsmitglied Karl Krakow. Doch der Vorstand des Stadtverbands habe jetzt einmütig Oliver Wolf als Kandidaten auserkoren. „Er hat ein klares Statement für Rheinbach abgegeben“, zeigte sich Pütz beeindruckt von Wolfs Vorstellung. Als erfolgreicher Unternehmer und Rheinbacher von ganzem Herzen möchte er als Verwaltungschef arbeiten. Ein großer Vorteil sei, dass er außerhalb der beiden verfeindeten Lager stehe und so vielleicht für Ruhe und Einigkeit sorgen könne. „Oliver Wolf soll nicht nur unser Bürgermeister werden, sondern auch noch innerhalb der Partei ausgleichend wirken“, hofft Pütz.
Amtsinhaber Raetz hatte im vergangenen November für alle überraschend mitgeteilt, dass er nicht mehr für eine weitere Wahlperiode zur Verfügung stehe. Als diese Entscheidung bekannt war, sei er von vielen Bürgern auf der Straße angesprochen worden: „Das ist doch genau Dein Job“, begründete Oliver Wolf, wieso er überhaupt auf die Idee gekommen sei, für das Amt zu kandidieren. Doch bevor die endgültige Entscheidung gefallen sei, habe er erst noch einige Dinge regeln müssen. So sei das Fortbestehen seiner erfolgreichen Firma Wotec im Falle seines Wahlsieges gesichert, und auch für die Leitung des Gewerbevereins Rheinbach sieht er dank einer tiefgreifenden Verjüngung des Vorstandes gute Perspektiven.
Mit 16 Jahren in die Junge Union eingetreten
Kommunalpolitisch ist Oliver Wolf bislang kaum in Erscheinung getreten, obwohl er schon mit 16 Jahren in die Junge Union eintrat und seit fünf Jahren Mitglied der Rheinbacher CDU ist. Im vergangenen Jahr übernahm er allerdings den Vorsitz des Kompetenzteams „Mittelstand, Wirtschaft, Finanzen“ der Rheinbacher CDU und zeigte sich dabei als Fürsprecher der Rheinbacher Unternehmen.
Wolf betonte: „Ich stehe für einen Neuanfang, sowohl in der Stadt wie auch in der Partei.“ Mit seiner Lebensgefährtin und den beiden gemeinsamen Kindern wohnt er in Hilberath und kennt daher aus erster Hand die Befindlichkeiten in den Rheinbacher Ortschaften. Deshalb sehe er es auch als eine wichtige Aufgabe an, sich für die Dörfer zu engagieren, was aber nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort gehe. Außerdem will er sich dafür engagieren, den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. In Rheinbach und seinen Ortsteilen gebe es viele gute Visionen, über die er reden und sie auch in die Tat umsetzen wolle. Das fange bei der Sauberkeit an und höre bei der Entwicklung des Einzelhandels in der Kernstadt nicht auf. Die Konsolidierung der Stadtfinanzen will er ohne weitere Steuererhöhungen schaffen. Schließlich wolle er allen Menschen, die das „Rheinbach-Gefühl“ entwickelt hätten, eine Heimat bieten, wozu auch bezahlbarer Wohnraum im Einklang mit Umwelt- und Klimaschutz gehörte.
Treibende Kraft im Gewerbeverein
Oliver Wolf ist in Adendorf aufgewachsen und besuchte in Rheinbach das Vinzenz-Pallotti-Kolleg, wo er 1997 das Abitur machte. Schon mit 16 hatte er die Firma Wotec gegründet und mit 18 Jahren schon den ersten Mitarbeiter eingestellt. Heute betreut das Unternehmen mit seinen zehn Angestellten etwa 1000 Veranstaltungen im Jahr. Seit acht Jahren ist Wolf zudem Vorsitzender des Rheinbacher Gewerbevereins, „dort bin ich die treibende Kraft und habe bereits sehr viel bewegt.“ Deshalb sehe er sich auch weniger als Verwaltungsfachmann, sondern als Unternehmer und Macher.
Die Verwaltungsarbeit sei natürlich ein wichtiger Punkt, doch es gebe im Rathaus eine ganze Reihe guter Verwaltungsfachleute, die er mit seiner Führungskompetenz zu einem schlagkräftigen Team formen wolle. „Wenn man gute Lösungen entwickeln für die Probleme, die sich stellen, dann geht das nicht allein, sondern nur gemeinsam als Team.“ Außerdem sei er es gewohnt, Aufträge seiner Kunden in Visionen zu verwandeln, erklärte er augenzwinkernd. Er sei jedenfalls bereit, 100 Prozent für seine Heimatstadt einfach zurückgeben, wenn ihm die Wähler das Vertrauen aussprächen. JOST
