SPD-Ortsvereine Mittelahr und Kalenborn
Opfer des Holocaust gedacht
Altenahr. Bei strömendem Regen versammelten sich etwa 40 Menschen auf dem kleinen jüdischen Friedhof in Dernau, um der Opfer des Holocaust zu gedenken. Eingeladen hatten die SPD-Ortsvereine Mittelahr und Kalenborn, wie jedes Jahr seit 2022. Kerzen brannten auf dem siebenarmigen Leuchter im Eingangstor und in den Laternen auf den alten Familiengräbern. Konzertsängerin Alexandra Tschida stimmte bewegende Lieder von Sehnsucht und Hoffnung an. Und zwei Schülerinnen der AhrtalSchule, Greta Cossmann und Nele Pramur, begleitet von ihrer Schulleiterin Marion Schnitzler, erinnerten an das Schicksal der Dernauer Jüdinnen Rosa Berta Mayer, geb. Schweitzer, Amelie Emalia Müller und Janette Schweitzer. Nur eine von ihnen überlebte den Terror. Renate Strauch, Initiatorin der Veranstaltung sagte: „Die Nazi-Unrechts-Diktatur ermordete für ihre absurden Ideen systematisch sechs Millionen Juden, besonders durch die perfide Tötungsmaschinerie der Lager, und weitere sechs Millionen unbeteiligte und unschuldige Menschen. Sechs Millionen, das sind etwa alle Einwohner des Ruhrgebietes zusammen mit Köln. Und für die weiteren sechs Millionen müssen wir noch Berlin und fast ganz Brandenburg hinzunehmen. Nur weil sie es wollte und konnte.“
Man könne sich das nicht oft genug vor Augen führen, „besonders heute in einer Weltgemeinschaft, die mit Putin in Russland und Trump in den USA konfrontiert ist, mit zwei neuen Imperialisten, die mit Weltherrschaftsideen Politik machen und Gewalt einsetzen, also mit alten Ideen des 19. Jahrhunderts Allerdings - im 21. Jahrhundert und mit den Technologien, die uns im 21. Jahrhundert zur Verfügung stehen“.
Der alte Friedhof, ein geschütztes Kulturdenkmal, gehört zur Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, die von ihrem Vorstandsvorsitzenden Avadislav Avadiev vertreten wurde. Er betonte, für ihn gehe es nicht nur um das Erinnern, sondern auch darum, sich dem wachsenden Antisemitismus entgegenzustellen und jüdisches Leben in Deutschland zu unterstützen. Er wünsche sich einen Ort des Gedenkens, „an dem man nicht im Regen stehen muss“. Bürgermeister David Fuhrmann, der mit einigen Vertretern des Dernauer Rates gekommen war, versprach, diesen Wunsch aufzugreifen. Ein würdiger Ort wäre die frühere Dernauer Synagoge, die von der Flutkatastrophe massiv zerstört worden war und mit ehrenamtlicher Unterstützung der Jugendbauhütten über lange Zeit saniert wurde.
Zum Abschluss zitierte Strauch den US-amerikanischen Historiker Howard Zinn: „Historisch gesehen sind die schrecklichen Dinge – Krieg, Völkermord und Sklaverei – nicht durch Ungehorsam entstanden, sondern aus Gehorsam.“
Pressemitteilung
SPD OV Mittelahr
