Politik | 28.07.2026, 09:57 Uhr

Praxistag in Bad Ems: Abgeordneter auf Sommertour

Politik trifft Pflege: Josef Oster mit der Friedenswarte unterwegs

Bei der Tagespflege wird gemeinsam gefrühstückt. Anschließend werden bei verschiedenen Spielen Körper und Geist auf Trab gebracht.
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Bad Ems. 7 Uhr morgens, da checkt Josef Oster normalerweise seine E-Mails, beim ersten Kaffee des Tages. Heute ist er bereits unterwegs. Der Bundestagsabgeordnete (CDU), der in Berlin den Wahlkreis Koblenz vertritt und unter anderem den Innenausschuss leitet, begibt sich in Bad Ems auf ungewohntes Terrain. Heute braucht er keine Krawatte, debattiert nicht über Gesetzesentwürfe, hält keine Rede. Heute begleitet er das Team der Friedenswarte bei der wichtigen Arbeit mit pflegebedürftigen Menschen. Deswegen schwingt er sich auf den Beifahrersitz des kleinen Opels. Hinter dem Steuer: Altenpfleger Volker Pehl.

In den sitzungsfreien Wochen nutzt Josef Oster gern die Zeit für besonders intensiven Austausch mit Akteuren seiner Heimat. Seine Sommertour ist schon gute Tradition geworden und steht dieses Jahr unter dem Motto „Gesundheit“. Das ist zwar eigentlich nicht sein politischer Schwerpunkt, aber doch in so vielen Aspekten aktuell und allumgreifend, dass er seine Tour durch den Wahlkreis diesem Thema widmet. So wird er in einem Krankenhaus hospitieren, eine Vorlesung am Medizincampus besuchen, innovative Telemedizin kennenlernen – und auch in der Pflege helfen. „Ich bin sehr gespannt auf meinen Praxistag mit der Friedenswarte, und auch ein bisschen nervös“, gesteht er auf der Fahrt zur ersten Station.

In der Bahnhofstraße wird die Gruppe von einer bestens gelaunten Seniorin empfangen, die „den Herrn Oster“ natürlich kennt. Immerhin leitete dieser in Bad Ems 16 Jahre lang als Bürgermeister die Verwaltung der Verbandsgemeinde. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass er an diesem Morgen darauf angesprochen wird.

Stützstrümpfe gibt es für die muntere Dame, die sich schon auf den Vormittag in der Tagespflege freut. Ein Kleinbus der Friedenswarte wird sie später einsammeln und sie in den neuen Gebäudekomplex in der Wilhelmsallee bringen.

Auch der nächste Kunde wartet auf seine Kompressionsstrümpfe, hat sich schon aus dem Bett und auf einen Stuhl gehievt. Sechs Minuten Zeit sind für das Anziehen vorgesehen. Volker Pehl arbeitet zügig, plaudert derweil mit dem Senior über seine Umzugspläne in eine betreute Wohngemeinschaft und über seinen baldigen Geburtstag. „Manchmal ist unser kurzer Besuch der einzige soziale Kontakt des Tages für die Leute“, berichtet Volker Pehl.

Der außergewöhnliche Praktikant bietet heute zusätzlichen Gesprächsstoff, und man spürt, wie sehr die Menschen diese Abwechslung freut. Während weitere Stützverbände um Waden gewickelt, Hemden gewechselt und Augentropfen verabreicht werden, erzählen die Leute Josef Oster aus ihrem Leben und ihrem Alltag.

Um 9.30 Uhr steht der Besuch in der Tagespflege auf dem Plan – die einzige Einrichtung der Region, die nicht in einem Pflegeheim integriert, sondern in einem eigenständigen Gebäude untergebracht ist. Bei Tagespflege-Dienstleiterin Natascha Eggert und ihrem Team hat sich bereits eine aufgeweckte Gruppe am Frühstückstisch versammelt. Mit großem Hallo wird auch der Abgeordnete begrüßt und gleich in die Mitte der Runde eingeladen. Auch die Dame aus der Bahnhofstraße ist dabei. Einige sind fit und beißen beherzt ins Brötchen, andere brauchen Hilfe, sprechen nicht viel. Zugewandt kümmern sich die Expertinnen um die Bedürfnisse ihrer Schützlinge. Josef Oster packt mit an, hört zu und spielt mit, als der gesellige Teil des Vormittags ansteht.

Später begleitet er die Experten auf die Stationen des Georg-Vömel-Hauses, wo alle 90 Betten belegt sind. Mit dem Fachvorstand der Stiftung Oliver Eggert, Pflegedienstleiterin Sigrid Wokurka und Einrichtungsleiter Miguel Prada spricht darüber, wie viel intensiver sich der Pflegeaufwand der Bewohner heute darstellt, wie wichtig gutes Personal und dessen angemessene Bezahlung ist, wie viel Sorge den Experten deswegen der Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes bereitet und wie der Mensch bei der Friedenswarte immer der wichtigste Antrieb ist.

„Das war eine sehr intensive und wertvolle Erfahrung“, resümiert der Abgeordnete. „So ein Blick hinter die Kulissen und Mitanpacken machen Dinge erlebbar, die man sonst nur in der Theorie kennt.“ Mit nach Berlin nehmen will er diese und alle weiteren Erkenntnisse seiner Sommertour.

Früh morgens geht’s los für den Bundestagsabgeordneten Josef Oster und Altenpfleger Volker Pehl. Die Tour führt die beiden quer durch Bad Ems.

Früh morgens geht’s los für den Bundestagsabgeordneten Josef Oster und Altenpfleger Volker Pehl. Die Tour führt die beiden quer durch Bad Ems. Foto: Büro Josef Oster/Sebastian Esten

Diese Seniorin kennt „den Herrn Oster“ noch gut aus seiner Zeit als Bürgermeister der VG Bad Ems.

Diese Seniorin kennt „den Herrn Oster“ noch gut aus seiner Zeit als Bürgermeister der VG Bad Ems. Foto: Büro Josef Oster/Sebastian Esten

Mit dem Fachvorstand der Stiftung Oliver Eggert (links), Pflegedienstleiterin Sigrid Wokurka und Einrichtungsleiter Miguel Prada spricht Josef Oster über aktuelle politische Diskussionen und Entwicklungen.

Mit dem Fachvorstand der Stiftung Oliver Eggert (links), Pflegedienstleiterin Sigrid Wokurka und Einrichtungsleiter Miguel Prada spricht Josef Oster über aktuelle politische Diskussionen und Entwicklungen. Foto: Büro Josef Oster/Sebastian Esten

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Bei der Tagespflege wird gemeinsam gefrühstückt. Anschließend werden bei verschiedenen Spielen Körper und Geist auf Trab gebracht. Foto: Büro Josef Oster/Michaela Cetto

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