Politik | 19.10.2026, 18:41 Uhr

Radfahren & Hitze

Radfahren in Rheinland-Pfalz: Klimaanpassung gegen Hitze im Radtourismus

Vor Sonne schützen
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Rheinland-Pfalz. Entscheidung nicht zu Ende gedacht? Radfahren und Radtourismus sind saisonalen Bedingungen unterworfen. War es früher der Regen, der Menschen mitunter vom Radfahren abgehalten hat, so sind mittlerweile Hitze und Sonneneinstrahlung zu Problemen geworden. Gerade Menschen, die unter Herzkreislaufbeschwerden leiden und denen Ärzte deshalb oft empfehlen, Rad zu fahren, werden dadurch beeinträchtigt. Gerade im Südwesten Deutschlands und damit auch in Rheinland-Pfalz, gehören wir doch zu den heißesten Regionen Deutschlands. Und es ist kein Ende in Sicht, denn Hitzewellen drohen in Zukunft „noch häufiger, länger und heißer zu werden.

Hitze hält viele Menschen vom Radfahren ab, dabei tut Bewegung immer gut. Beim Radfahren schwitzt man – trotz kühlendem Fahrtwind. Es wird deshalb so wenig Kleidung getragen wie möglich, bevorzugt fährt man in kurzen Hosen und kurzärmelig. Der Nacken liegt frei, Ohren und Nase sind ebenfalls ungeschützt. Schweiß und Sonnencreme bilden eine klebrige Mischung. Die Hautkrebsgefahr steigt.

Im Schatten ist es bei sommerlichen Temperaturen hingegen ausgesprochen angenehm. Wenn nun bei Hitzewellen Ärzte dazu raten, jede körperliche Aktivität im Freien zu vermeiden, dann läuft etwas schief. Ist es nicht eine fast absurde Welt, wenn diejenigen, die durch die Nutzung eines verkehrsökologisch wertvollen Verkehrsmittels zum Klimaschutz beitragen, Einschränkungen hinnehmen sollen, wohingegen diejenigen, die in Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotoren ihren Beitrag zum existenzbedrohenden Klimawandel leisten, einfach die Klimaanlage in ihrem Auto einschalten?

Weil dem Radtourismus in Rheinland-Pfalz immer größere Bedeutung zukommt, muss sich die Tourismuswirtschaft den Folgen des Klimawandels, deren eine die steigenden Temperaturen sind, stellen. Die radtouristische Infrastruktur sollte den veränderten Wetterlagen und insbesondere dem Hitzestress angepasst werden. Der Rat, bei Hitze mehr zu trinken, ist richtig, verlagert das Problem aber auf die individuelle Ebene. Ob der Klimawandel noch gestoppt werden kann, ist fraglich. Deshalb muss sich die Aufmerksamkeit auch auf Klimaanpassungsmaßnahmen richten.

Eine solche Maßnahme ersetzt zum Beispiel die Walnussbaum-Allee in Niederlahnstein. Eine Allee beschattet den Weg, ihre Bäume verdunsten bei hohen Temperaturen Wasser, wodurch die Umgebung zusätzlich abgekühlt wird – die Allee wird zum kühlen Ort. Alleen sind bereits seit dem Altertum bekannt. Viele Streckenabschnitte der Radwege in Rheinland-Pfalz verlaufen in der prallen Sonne. Alleen lassen das Radfahren zu einem wesentlich angenehmeren Unterfangen werden. Als Ruhezone wird sie eine Oase der Entspannung und verbindet grüne Infrastruktur mit aktiver Mobilität. .

Eine Beschattung von Wegen und damit verbundener Infrastrukturen stellt einen Faktor für die Zufriedenheit mit dem touristischen Aufenthalt und eine eventuelle Weiterempfehlung dar. Insbesondere für Familien mit Kindern ist ein beschatteter, nicht aufgeheizter Weg eine optimale Lösung. .

In Lahnstein weiß man es besser, setzt auf künstlich angepflanzte Natur und will den Pendelradverkehr forcieren. Dafür soll die gewachsene natürliche Natur weichen. In Rheinland- Pfalz werden solche Unterfangen finanziell gefördert. Da muss die Frage erlaubt sein, ob es sich hier um Baumfrevel mit System handelt?

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Vor Sonne schützen Foto: KI erstellt

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