Politik | 03.04.2023

Stadtrat in Mendigi diskutierte über Ergebnisse des Arbeitskreises Radverkehr

Radverkehrskonzept für die Stadt Mendig vorgestellt

Frank Reuter vom Planungsbüro VIA in Köln–rechts- erläuterte die mit seiner Kollegin Celina Hoffmann -2.v.rechts- erarbeitete Präsentation des Radverkehrskonzeptes für die Stadt Mendig.  Foto: FRE

Mendig. Nachdem im Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Mendig im vergangenen Jahr der Beschluss gefasst worden war, wurde das Planungsbüro VIA aus Köln beauftragt, ein Alltagsradwegekonzept zu erstellen.

Da das Büro bereits das Radwegekonzept für den Landkreis Mayen-Koblenz erstellt hatte, dessen Verbindungen auch Strecken in und um Mendig beinhalten, bot sich diese logische Ergänzung an. Für die weitere Planung wurde dann ein Arbeitskreis gebildet, der sich gemeinsam mit dem Fachbüro Gedanken über möglichst umsetzbare Maßnahmen in der Stadt Mendig machte. Das Büro Via hatte sodann das geplante Streckennetz mit Mitarbeitern und Vertretern der Verwaltung und Fraktionen abgefahren, ausgewertet und daraus Maßnahmenvorschläge erarbeitet, die wiederum in einer zweiten Sitzung des Arbeitskreises im September 2022 vorgestellt und diskutiert worden waren. Das Ergebnis wurde im Rahmen der Stadtratssitzung am 28.03.2023 in Form einer von den beiden Geographen Celina Hoffmann und Frank Reuter (VIA) detailliert ausgearbeiteten Präsentation von Frank Reuter vorgestellt. Nach seinen Worten sei das Ziel, die Autofahrer davon zu überzeugen, den Zweitwagen abzuschaffen und aufs Rad umzusteigen. Ebenso wie Andernach, Mayen und Plaidt liege auch Mendig an der Hauptachse erster Ordnung. Als Beispiel nannte er eine direkte Verbindung von der B 256 nach Kruft und Plaidt.

Als wichtiges Projekt bezeichnete Reuter eine Radfahrverbindung an der B 256 zwischen Mendig und Kottenheim. Da die stark befahrene Bundesstraße zu gefährlich sei, komme der Neubau eines Geh- und Radweges in Betracht. Überlegenswert sei hier eine teilweise Streckenführung über Wirtschaftswege. Außerdem sieht das Konzept u.a. vor, die Schulstraße als Hauptachse für den Radverkehr zwischen Ober- und Niedermendig als reine Fahrradstraße auszuweisen, die nur Anlieger bei Tempo 30 passieren dürfen. Außerdem sollen die Radfahrer –ebenso wie in anderen Städten- gegen Einbahnstraßen fahren dürfen, wenn die Breite der Straße dies hergibt.

Während Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel auf die Herausforderung hinwies, zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern zu vermitteln, unterstrich Ivette Mittler von Bündnis90/Die Grünen: „Es ist ein Umdenken wichtig, da viele noch das Auto an erster Stelle sehen.“ Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Helmut Selig plädierte dafür, bei Tempo 30 nicht locker zu lassen und dort, wo es machbar sei, die Radfahrer nach vorne zu bringen. Für CDU-Fraktionschef Joachim Plitzko war es wichtig, das Thema in die Köpfe der Leute zu bringen. Zuversichtlich zeigte sich auch VG-Bürgermeister Jörg Lempertz. Er meinte: „Wir träumen alle von Radwegen wie in Holland. Wenn wir den überregionalen Weg schaffen, dann haben wir Kraft für die kommunale Lösung. Es ist jedenfalls eine Menge Dampf im Kessel.“ Achim Grün –CDU- wies abschließend auf das Stadtradeln am 18. Juni in Mendig hin und appellierte an die Ratsmitglieder, möglichst zahlreich daran teilzunehmen.

Der Stadtrat nahm den vorgestellten Sachverhalt und die vorgestellten

Maßnahmenvorschläge zustimmend zur Kenntnis. Sobald der Ergebnisbericht vorliegt, soll eine erneute und abschließende Beratung über das Alltagsrad-Wegekonzept und die darin enthaltenen Maßnahmen im Stadtentwicklungsausschuss erfolgen.

Zu den weiteren Tagesordnungspunkte zählten u.a.: Dachsanierung des Kindergartens St. Genovefa: Der Stadtrat beschloss einstimmig, die Beauftragung der Firma Johann & Barz Bedachungen GmbH aus Löf zum Angebotspreis in Höhe von 95.005,07 Euro; Straßenbeleuchtung in Mendig: Mit Stimmenmehrheit beschloss der Stadtrat von einer Abschaltung der Straßenbeleuchtung abzusehen und an der bisherigen bewährten Praxis fest zu halten. Die Umrüstung auf LED soll weiter umgesetzt werden;

Beitritt der Stadt Mendig zum Kommunalen Klimapakt (einstimmig). Die Verwaltung wurde beauftragt, die Beitrittserklärung anzufertigen; Anpassung der Benutzungsgebühren für das Schwimmbad Mendig: Auf Empfehlung des Hauptausschusses beschloss der Stadtrat einstimmig den Erlass einer neuen Gebührensatzung.

FRE

Frank Reuter vom Planungsbüro VIA in Köln–rechts- erläuterte die mit seiner Kollegin Celina Hoffmann -2.v.rechts- erarbeitete Präsentation des Radverkehrskonzeptes für die Stadt Mendig. Foto: FRE

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