Zweckverband Mittelrhein wird gegründet
Region nördlich Koblenz agiert zukünftig gemeinsam
Bad Breisig. Die Rhein-Region nördlich von Koblenz ist nicht mehr bereit, zu akzeptieren, dass sie, ständig „abgehängt“ wird. Dass zum Beispiel das „obere“ Mittelrheintal für sich exklusiv in Anspruch nimmt, die „Bundesgartenschau 2031“ durchführen zu können, geht den Menschen nördlich von Koblenz, vor allem deren gewählten politischen Vertretern, zu weit. Im Sitzungssaal des Bad Breisiger Rathauses trafen sich auf Einladung von MdL Guido Ernst Landtagskollegen aus der Region und Vertreter vieler interessierter Kommunen aus dem Bereich Koblenz bis Landesgrenze NRW zu einer längst fälligen Gesprächsrunde. Es ging um die Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation um die BUGA. Mit dabei waren Jan Einig (Stadt Neuwied), Günther Fischer (Verbandsgemeinde Linz), Karsten Fehr (Verbandsgemeinde Unkel), Michael Mahlert (Verbandsgemeinde Bad Hönningen), Claus Peitz (Stadt Andernach), Wolfgang Kroeger und Rolf Plewa (Stadt Remagen), Michael Kessler (Stadt Bendorf), Thomas Przybylla (Stadt Weißenthurm) mit den Politikern Mechthild Heil (MdB), Dr. Adolf Weiland (MDL), Josef Dötsch (MdL), Hedi Thelen (MdL), Horst Gies (MdL), dazu Mitglieder des Ahrweiler Kreistags und Vertreter der verschiedenen Geldinstitute. Besonderer Gast war Jeanette Dornbusch, Leiterin der Organisation „Romantischer Rhein“. Gastgeber waren der quellenstädtische Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach und Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch. MdL Guido Ernst ging auf die gegenwärtige Situation um die geplante BUGA ein und eröffnete sodann eine lebendige Diskussion. Bald bemerkte man die Übereinstimmung in den Meinungen. In einhelliger Verärgerung kam zum Ausdruck: „Es geht nicht, dass der „romantische Mittelrhein“ immer nur zwischen Rüdesheim und Koblenz stattfindet. Auch nördlich von Koblenz bis zur Landesgrenze NRW gibt es viel Sehenswertes und touristisch Erschlossenes zu bewerben. Die Rheinromantik ist nicht in Koblenz zu Ende, sie reicht vielmehr vom „Mäuseturm bis zum Rolandsbogen“, meinte Guido Ernst. Von einigen der Anwesenden wurde auf die allgemein gute Verkehrsanbindung der Region nördlich Koblenz hingewiesen, die einer BUGA gut zu Gesicht stände. „Auch das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können.“ Der gastgebende Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach, ging auf die in allen Parteien kritisch diskutiere Lage ein. Seine nachdrückliche Überzeugung: „Es wäre verantwortungslos, die Bewerbung um die BUGA 2031 tatenlos an uns vorbeiziehen zu lassen. Es geht aber auch nicht allein um möglichst viele bunte Blumenbeete, vor allem geht es um die von Bund und Land vielfältig geförderten Infrastruktur – Maßnahmen im Zuge dieser Veranstaltung. Die dürfen nicht allein dem oberen Mittelrhein vorbehalten bleiben !“ Es sei aber höchste Zeit zum Handeln. In zwei Wochen werde vom „Zweckverband oberes Mittelrheintal“ eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Man müsse schnell „einen Fuß in die Tür setzen“, sonst könnte man damit rechnen, dass sie endgültig zugeschlagen werde. Kompromiss: Sollte eine volle Integration in die Veranstaltung BUGA nicht möglich sein, müsse es einen „Plan B“ geben: Wenn schon nicht voll integriert, ginge es vielleicht auch mit „am Gesamten etwas Teil zu haben“. Auch für diesen Fall sei Engagement unverzichtbar. Der Bad Hönninger Verbandsbürgermeister Michael Mahlert stimmte voll zu: „Wir müssen tatsächlich gemeinsam dafür kämpfen, notfalls auch in Konfrontation zur Landesregierung. Leider hört man zu oft: „Ihr habt ja keine einheitliche Vorstellung von dem, was ihr überhaupt wollt!“ Michael Kessler, Bürgermeister von Bendorf stimmte zu: „Die Intensität der Zusammenarbeit unter den Kommunen beiderseits des Rheins muss verbessert werden, um etwas für unsere Region zu erreichen. Günter Fischer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Linz wettert: „Die Differenzierung ‚oberes‘ und ‚unteres‘ Mittelrheintal ist nicht mehr zeitgemäß und gehört in die Mottenkiste. Wir sind ein Mittelrhein, und der hat an allen Enden und Ecken Tolles zu bieten, das wir in das Thema BUGA einbringen können.“ Jan Einig, Bürgermeister der Stadt Neuwied, wandte ein: „Wenn es zu einer erfolgversprechenden Bewerbung für die Beteiligung bei der BUGA kommen soll, müssen wir ein gutes Gesamtkonzept mit vielen touristischen Aspekten in die Verhandlungen einbringen. Das gilt es zu erarbeiten.“ Jeanette Dornbusch, die Leiterin der Organisation „Romantischer Rhein“ brachte viel Kompetenz in die Diskussionen ein: „Für unsere Organisation gibt es die Unterscheidung nach ‚oberem‘ und ‚unterem‘ Mittelrhein schon lange nicht mehr. Wir unterstützen jede sinnvolle Idee. Was die Touristiker von Rüdesheim bis Koblenz der nördlichen Region voraushaben: Sie haben einen aus der Zeit der Ernennung zum ‚Weltkulturerbe‘ erwachsenen funktionierenden Zweckverband.“ Alle weiteren Wortmeldungen mahnten nun zur Zusammenarbeit. Landtagsmitglied Dr. Adolf Weiland sammelte die Einlassungen und fragte: „Was können wir über das Debattieren für unsere Visionen baldmöglichst Erfolgversprechendes tun? Eine Machbarkeitsstudie muss in Auftrag gegeben werden, und dazu gilt es, zur Manifestierung von Gemeinsamkeiten einen Zweckverband gründen.“ Allgemeine Zustimmung machte sich breit. Weidenbach: „Der Vorschlag von Dr. Adolf Weiland ist eine Steilvorlage. Damit keine weitere Zeit verloren geht, erkläre ich mich zusammen mit Kollege Mahlert aus Bad Hönningen bereit, die Dinge organisatorisch voranzutreiben!“ Abschließend konstatierte Guido Ernst eine nach seiner Beobachtung ermutigende Aufbruchstimmung und setzte die nächste Zusammenkunft auf Montag, den 14. November in Bad Hönningen fest. Dann geht es ans „Eingemachte“: Hier soll der Zweckverband gegründet werden, damit der nördliche Mittelrhein endlich eine einheitliche Position bezieht. Rolf Plewa, Beigeordneter der Stadt Remagen: „So eine Gemeinsamkeit der Kommunen habe ich mir lange gewünscht. So - und nur so – kann es aufwärts gehen in unserer Region !“ FA