Ausschuss beschließt erneut Projekte im Namen der „Toleranz“ - Tag der Demokratie
Remagen bleibt bunt und vielfältig
Remagen. Die Rheinstadt wehrt sich schon lange: Remagen wird seit Jahren im November zum Schauplatz von Rechtsradikalen missbraucht. Die historische Stätte des „Rheinwiesenlagers“, das mit der Gedenkstätte der „Schwarzen Madonna“ zum Friedenssymbol geworden ist, missbrauchen die Ewiggestrigen, um Menschen in den Bann ihrer geistigen Unmenschlichkeit ziehen zu wollen, um sich in Geschichtsverfälschung zu ergehen.
Remagen ist an diesem Tag im „Ausnahmezustand“. Hunderte von Polizisten riegeln die Stadt ab, um Gewalt zu verhindern. Die Bürger leiden unter den Vorkommnissen und nicht zuletzt auch das „Friedensmuseum“ mit seinem Vorsitzenden Hans Peter Kürten.
Er hat mit seiner Friedensidee der „Brücke von Remagen“ wesentlichen Anteil daran, dass Remagen von Berlin aus das Projekt „Toleranz fördern, Kompetenz stärken“ zuerkannt bekommen hat.
Das Familien-Bundeministerium fördert damit Aktionen für Integration und gegen Rechts. Mit diesem Projekt, das hauptsächlich jungen Leuten die Bedeutung von Toleranz, Integration und Demokratie näher bringen soll, wehren sich Remagener Bürger seit Jahren gegen rechtes Gedankengut von außen.
Mit Förderung durch das Programm veranstalten Remagener Bürger mit Unterstützung der Stadt und des Stadtrates seit zwei Jahren ihren „Tag der Demokratie“.
„Kulturelle Gemeinsamkeit und rheinischer Frohsinn“
„Bunt und vielfältig“ ist unsere Stadt, wir stehen für kulturelle Gemeinsamkeit und rheinischen Frohsinn“, so das Motto, unter dem auch in diesem Jahr wieder im November auf dem Marktplatz gegen die rechte Szene, die von ferne angereist kommt, protestiert werden soll. Das beschloss der neue „Begleitausschuss“ unter der Moderation von Bürgermeister Herbert Georgi. Einstimmig votierten die mehr als 20 Ausschussmitglieder für diesen erneuten „Tag der Demokratie“, bei dem im vergangenen Jahr Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit ihrer Person die Bedeutung des Tages unterstrich. Die „Kulturwerkstatt“ und die „Stadtsoldaten“ werden das Ereignis erneut durchführen.
Wichtiger Bestandteil wird die vom „Bündnis für Frieden und Demokratie“ organisierte „Infomeile“ bleiben. Sehr wohl wollen die Organisatoren im Einzelnen etwas verändern. Wichtig ist dabei die Position des Einzelhandels, waren sich Rolf Plewa (Kulturwerkstatt) und Marcel Möcking (Stadtsoldaten) bereits mit Volker Thehos von „Remagen mag ich“ einig.
Erfreut zeigten sich Bürgermeister Georgi und die Ausschussmitglieder, dass auch aus den Reihen weiterer Vereine im letzten Jahr des sogenannten „Lokalen Aktionsplanes (LAP)“ Anträge eingebracht wurden. „Die Vereine mit ihrer Jugendarbeit sind die wichtigste Zielgruppe in unserem Bemühen“, sagte Herbert Georgi. Er lobte da besonders das Engagement der Realschule plus in den vergangenen Jahren. Die Sankt-Sebastianus-Schützengesellschaft ist in diesem Jahr mit ihrer Jugendgruppe dabei.
„Reise in Vergangenheit und Zukunft“
„Reise in Vergangenheit und Zukunft“ ist der Titel, unter dem der Nachwuchs der Schießsportler mit ihrem Jugendwart Thomas Pieper die Geschichte der Stadt Remagen erkunden will und sich auch dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte in Form der denkwürdigen Ausstellung „Mitbürger unter Vorbehalt“ von Rudolf Menacher auseinandersetzt. Die zeitgeschichtliche Abrundung wird eine Reise nach Berlin mit Besuch des Reichstages und der Holocaustgedenkstätte bilden. Der Verein „Lebendiger Marktplatz“ bekam erneut den Zuschlag für einen „Türkischen Abend“ auf dem Marktplatz, der zum kulturellen Miteinander beitragen soll. Der „Arbeitskreis für entwicklungspolitische Bildung“ unter dem Vorsitz von Frank Bliss ist auf diesem Gebiet schon seit zwei Jahren unterwegs und wird sich weiterhin mit Lehraufträgen um die Beseitigung der Sprach- und Kulturbarrieren in Remagen kümmern.
Weitere Remagener Bürger und Vereine wurden herzlich eingeladen, sich an dem Projekt „Toleranz fördern, Kompetenz stärken“ zu beteiligen. Denn noch stehen finanzielle Mittel bereit, Projekte durchzuführen. Gerne beantwortet Ordnungsamtsleiterin Eva Etten als städtische Koordinatorin dazu Fragen unter Tel. (0 26 42) 2 01 30.
Merc Balik verlas den Text der 16-jährigen Annika Kämmer aus dem Buch „Ich habe einen Traum“, das unter der Federführung von Johanna Kretschmer entstanden ist.
