Auf dem Gelände des ehemaligen Nobelhotels „Balzer“ soll gebaut werden
Ruinen sollen neuem Kindergarten weichen
Bad Ems. Die Bad Emser SPD-Fraktion hat sich am vergangenen Samstag mit dem SPD-Wahlkreisabgeordneten und Innenminister Roger Lewentz zu einem Informationsgespräch auf dem Gelände des ehemaligen Hotel Balzer getroffen. Roger Lewentz informierte sich vor Ort über die Planungen für einen neuen dreizügigen Kindergarten auf dem stadteigenen Gelände. Der Bedarf an Kindergartenplätzen in Bad Ems hat sich zuletzt deutlich erhöht, das Thema beschäftigt den Stadtrat schon länger. Bad Ems braucht einen neuen Kindergarten für rund 75 Kinder, um auch nur den aktuellen Bedarf zu decken. Da im östlichen Teil der Stadt bisher überhaupt keine Kindergartenplätze verfügbar sind, hat der Stadtrat grünes Licht für den Standort auf dem Gelände des ehemaligen Hotel Balzer gegeben. Das Gelände hat außerdem den Vorteil, dass bei weiter ansteigendem Bedarf der neue Kindergarten nochmals erweitert werden könnte. SPD-Landeschef Roger Lewentz sagte seine Unterstützung zu und machte deutlich, dass sich die SPD in Rheinland-Pfalz auch weiterhin für kostenfreie Kindergartenplätze einsetzten werde. „Die Planung der Stadt wirkt auf mich sehr überzeugend. Wenn man sich das Gebäude jetzt betrachtet, bleibt nur festzustellen, dass es sich um Ruinen in starkem Verfallszustand handelt. Mitten in einer Kur- und Fremdenverkehrsstadt ist das kein schöner Anblick. Und wenn man dann das eine mit dem anderen verknüpfen kann, nämlich den jetzigen Zustand und die Kinderbetreuung zu verbessern, dann kann das Land Rheinland-Pfalz die Pläne nur unterstützen“, fasste Minister Lewentz beim Ortstermin zusammen. „Eine Sanierung des alten Kutscherhauses kommt für die Stadt wahrscheinlich leider nicht infrage. Das werden wir uns nicht leisten können“, bringt es SPD-Fraktionssprecher Ralf Reiländer auf den Punkt. 1,5 Millionen Euro werde der neue Kindergarten kosten, der Abriss des Gebäudes sei mit 110.000 Euro veranschlagt. „Mehr ist da einfach nicht drin“, so Reiländer. Das zweite noch vorhandene Gebäude ist ein Motelanbau aus den sechziger Jahren, dessen Schicksal allerdings nicht (mehr) in den Händen der Stadt liegt. Dort, und auf anderen Flächen auf dem ehemaligen Hotelgelände möchte ein Investor Wohnungen bauen. Das ganze Projekt ist zurzeit in der Genehmigungsphase, auch die Genehmigung zum Abriss des denkmalgeschützten Kutscherhauses liegt logischerweise noch nicht vor. Realistisch betrachtet ist aber auch dieses Gebäude wirtschaftlich nicht mehr zu sanieren. Auf dem Gelände vor dem Kutscherhaus das heute als (Schotter)-Parkplatz genutzt wird stand bis zum Bau der Umgehungsstraße das eigentliche Kurhotel Balzer. Das einstmalige Nobelhotel stand lange Jahre leer, wurde nur noch vom „sagenumwobenen“ Besitzer selbst in voll eingerichtetem Zustand mit von außen einsehbarem, eingedecktem Speisesaal bewohnt. Nach dessen Tod verfiel das Hotel bis zum Abriss immer mehr.
Willi Willig
