Politik | 01.02.2018

Auch auf dem Stellenmarkt ist die Winterpause spürbar

Saisoneffekt zum Jahresauftakt: Arbeitslosenzahl steigt an

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Montabaur sind 6.369 Menschen ohne Job gemeldet – Quote: 3,6 Prozent -

Montabaur. Trotz zu milder Temperaturen sorgt der Winter für unterkühlte Zeiten am regionalen Arbeitsmarkt: Im Januar ist die Zahl der Arbeitslosen deutlich gestiegen und hat die Marke von 6.000 überschritten. Derzeit sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Montabaur, der den Westerwald- und den Rhein-Lahn-Kreis umfasst, 6.369 Menschen ohne Job gemeldet – das sind 817 mehr als im Dezember. Die Quote kletterte innerhalb des vergangenen Monats um 0,5 Punkte und liegt jetzt bei 3,6 Prozent. Das sind 0,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die absolute Zahl ist gegenüber dem Januar 2017 um 508 Personen gesunken.

Saisonale Einflüsse und Quartalsende wirken sich aus

Agenturchef Elmar Wagner zeigt sich von dieser Entwicklung nicht überrascht: „Der Arbeitsmarkt reagiert nicht allein auf konjunkturelle, sondern auch auf saisonale Einflüsse. Dies schlägt besonders am Jahresbeginn stark zu Buche. Bei schlechtem Wetter - diesmal war das eher Nässe als Kälte - müssen Tätigkeiten unter freiem Himmel ruhen.“

Im Januar wirkt sich außerdem aus, dass zum Quartalsende (= Jahresende 2017) befristete Verträge ausgelaufen sind.

Die Betroffenen müssen sich arbeitslos melden. „Wer qualifiziert ist, hat jedoch angesichts des Fachkräftebedarfs in vielen Branchen gute Chancen, rasch wieder einen neuen Job zu finden“, weiß Wagner. Mit Blick auf die saisonalen Auswirkungen spricht er von der bekannten „Durchgangsarbeitslosigkeit“, die mit der zu erwartenden Frühjahrsbelebung wieder abgebaut werden dürfte.

Die Statistik spiegelt den Saisoneffekt deutlich: Im Laufe des zurückliegenden Monats meldeten sich 1.707 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab. Auf der anderen Seite kamen 2.528 Personen hinzu.

Mehr als die Hälfte von ihnen (1.294) war zuvor erwerbstätig. Der Anteil der Männer an den mehr als 800 Personen, um die der Arbeitslosenbestand sich erhöhte, liegt bei 546, der der Frauen bei 271. Wenn man die Arbeitslosenquote von insgesamt 3,6 Prozent nach Geschlechtern splittet, beträgt sie für die Männer 3,8 Prozent (plus 0,6 Punkte gegenüber Dezember), für die Frauen 3,3 Prozent (plus 0,3 Punkte). Dies alles spricht, so Elmar Wagner, für die jahreszeitliche Flaute der wetterabhängigen Branchen, die deutlich mehr Männer als Frauen beschäftigen.

Viele waren bis vor kurzem noch beschäftigt

Bezeichnend ist auch, dass der Schwerpunkt bei den Kunden der Agentur für Arbeit liegt – also denjenigen, die Anspruch auf Arbeitslosengeld I als Versicherungsleistung haben, weil sie zuvor ausreichend lange berufstätig waren und Beiträge gezahlt haben. Sie stellen ziemlich genau die Hälfte der Arbeitslosen; ihre Zahl erhöhte sich gegenüber dem Dezember um 692 Personen. Etwa 3.000 Menschen, die ohne Beschäftigung sind - die andere Hälfte - leben mit ihren Familien von der Grundsicherung (Hartz IV); sie werden von den Jobcentern Westerwald und Rhein-Lahn betreut. In diesem Bereich war der Anstieg im Monatsverlauf mit 125 Männern und Frauen wesentlich weniger stark ausgeprägt.

Auch auf dem Stellenmarkt ist die Winterpause zu spüren. Die Betriebe meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur Montabaur und der Jobcenter im Januar 609 Stellen. Das ist ein Minus von 178 im Vergleich zum Vormonat, jedoch ein Plus von 126 gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Bestand an zu vermittelnden Jobs hat innerhalb der vergangenen Wochen um 209 abgenommen, bleibt aber mit aktuell 3.534 sehr hoch und über dem Vorjahresniveau (plus 536). Wagner betont: „Das zeigt zum einen, dass es gute Beschäftigungsmöglichkeiten gibt, zum anderen aber auch, dass die Unternehmen nicht immer die Bewerber finden, die ihren Erwartungen entsprechen.“

„Arbeitslos“ ist nicht gleich „arbeitslos“

Wer an einer Qualifizierung und Förderung teilnimmt, wird währenddessen laut Gesetz nicht als Arbeitsloser gezählt. Um hier Transparenz zu schaffen, publiziert die Bundesagentur für Arbeit jeden Monat die sogenannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht zu den Erwerbslosen u.a. all jene ein, die zur Erhöhung ihrer Integrationschancen arbeitsmarktpolitisch gefördert werden. Auf dieser Basis kommt der Agenturbezirk Montabaur aktuell auf eine Quote von glatten 5 Prozent. Vor einem Monat lag sie bei 4,6, vor einem Jahr bei 5,4 Prozent.

Abschließend ein Blick auf die beiden Landkreise, die der Agenturbezirk Montabaur umfasst. Im Westerwaldkreis haben derzeit 3.924 Menschen keinen Job – 464 mehr als im Dezember, aber 280 weniger als im Januar 2017. Die Quote liegt jetzt bei 3,5 Prozent und damit 0,4 Punkte über dem Wert des Vormonats und 0,3 Punkte unter dem des Vorjahresmonats.

An Rhein und Lahn sind aktuell 2.445 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet; das sind 353 mehr als im Dezember, jedoch 228 weniger als im Januar des vergangenen Jahres. Die aktuelle Quote ist mit 3,8 Prozent höher als die der Nachbarn und hat auch etwas stärker (0,6 Prozent) gegenüber Dezember zugelegt. Im Vergleich zum Januar 2017 ist sie wie bei den Westerwäldern um 0,3 Prozent gesunken.

Pressemitteilung der

Agentur für Arbeit Montabaur

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