Bendorfer Stadtrat genehmigte 5,7 Millionen Euro für die Mehrzweckhalle Sayn
Sanierung kostet jetzt 1,3 Millionen Euro mehr
Förderung für MobiHUB und Brücke zum Bahnhaltepunkt abgelehnt - LED-Umrüstung kostet 1,82 Millionen Euro
Bendorf. „Preise steigen in jedem Falle, so auch bei der Mehrzweckhalle“, passt auf Umbau und Sanierung der Mehrzweckhalle Sayn, die 1,3 Millionen Euro teurer wird. Dennoch beschloss der Bendorfer Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig „mit Bauchschmerzen“ (FWG-Fraktion) das Projekt, welches jetzt 5,7 Millionen Euro kosten wird.
Im Jahr 2022 wurden im Förderantrag Kosten von insgesamt von 4,4 Million Euro inklusive Mehrwertsteuer angegeben. Und so gibt es für die 1,3 Millionen Euro keine Förderung, aber eine noch unbekannte Umsatzsteuererstattung.
Wodurch die Kostensteigerung von 21 Prozent kam, erklärte Bürgermeister Christoph Mohr dem Stadtrat: „Nach Abschluss der Entwurfsplanung konnten Einsparungen von 340.000 Euro erwirkt werden. Es kommen neben der allgemeinen Preissteigerung noch einige Positionen hinzu.“
Das sind unvorhersehbare Kosten für die Erschließung, da Schmutz- und Regenwasser durch einen Kanal fließen und auch der Stromanschluss ungenügend ist.
„Zum damaligen Zeitpunkt lagen hier auch für Grobkostenermittlung keine anderen Erkenntnisse vor. Die Ermittlung hat nun ergeben, dass hier rund 430.000 Euro zu veranschlagen sind“, sagte Mohr.
Weitere Zusatzkosten verursachen Schallschutz, Brandschutz, Wärmeschutz, Raumakustik und Fluchttreppe, mit etwa 105.000 Euro. Die fest eingebaute Bühne, die für Veranstaltungen genutzt werden soll, verschlingt weitere 190.000 Euro.
Insgesamt sind es etwa 740.000 Euro plus Mehrkosten durch Baupreisindex von 900.000 Euro minus der Einsparungen in Fachplanungen von 340.000 Euro - sind dann 1,3 Millionen Euro.
Anders als für die Mehrzweckhalle gibt es für den MobiHUB an der Bahn keinen Zuschuss. In der Ablehnung des Förderungsantrags heißt es: „Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Ihr Projektvorschlag die Anforderungen dieser Kriterien nicht ausreichend erfüllt und somit nicht berücksichtigt werden kann. Ihr vorgeschlagenes Vorhaben leistet einen vergleichsweise im Verhältnis zum notwendigen Fördermittelbedarf nur geringen Beitrag zu den Klimaschutzzielen, der in erster Linie aus dem Umstieg vom Auto auf den ÖPNV resultiert und nur zu einem geringen Teil aus dem Umstieg auf das Fahrrad.“
Somit ist das Projekt MobiHUB in dem zweistufigen Verfahren nicht über die Antragsskizze hinausgekommen. So sollte aber auch eine Fußgängerbrücke über Bahnlinie und B42 vom geplanten Bahnhaltepunkt Bendorf in die Innenstadt entstehen. „Damit ist auch Bahnhaltepunkt schwierig, mit ihm könnte auch die Brücke evtl. mitfinanziert werden“, meinte der Bürgermeister.
1,82 Millionen Euro wird es wohl kosten, die Straßenbeleuchtung in Bendorf auf LED-Lampen umzustellen. Aber wer soll das bezahlen? In diesem Jahr vorerst die Bendorfer Grundstückseigentümer in Form von wiederkehrenden Beiträgen. In diesem Jahr wird mit der Umrüstung begonnen und dafür ist etwa mehr als die Hälfte, also rund 950.000 Euro fällig. Die Stadt Bendorf muss sich an den Gesamtkosten mit rund 268.000 Euro beteiligen.
In der Vorlage heißt es, dass so auch für die Bürger Geld gespart wird, einmal durch geringeren Stromverbrauch, weniger Erhaltungsaufwand und Einsparung von Zinsen, die bei einer Kreditaufnahme fast 55 000 Euro gekostet hätten. Die Vorlage genehmigte der Stadtrat bei drei Gegenstimmen.
Einstimmig durchgewunken wurden u.a. die Genehmigungen zur Beteiligung an Bündelausschreibungen für Strom und Gas, der Rahmenplan für den Stadtpark und die Bebauungsplanänderung Vierwindenhöhe. HEP
Der Bendorfer Stadtrat genehmigte 5,7 Millionen Euro für die Mehrzweckhalle Sayn. Foto: HEP